True Story

Banklady – deutsches Drama, Thriller aus dem Jahr 2013.

Banklady

Der Film basiert auf der ersten Bankräuberin Deutschlands, Gisela Werler (1934 – 2003).

Sie wurde als älteste von drei Töchtern eines Bauschlossers geboren. Sie wuchs in einem tristen Viertel in Hamburg-Altona in ärmlichen Verhältnissen auf und musste somit nach dem Abschluss der Volksschule zum Haushalt der Familie beitragen. Mit 14 Jahren arbeitete sie als Aushilfe in einem Blumenladen, später verkaufte sie Lebensmittel, war Kassiererin in einem Supermarkt. Nachbarn beschrieben sie als liebes, nettes Mädchen. Arbeitgeber lobten ihre Pünktlichkeit und Hilfsbereitschaft.

Als sie 30 Jahre alt war lebte sie noch bei ihren Eltern und arbeitete als Hilfsarbeiter in einer Tapetenfabrik. Bislang hatte sie mit Männern nicht viel im Sinn, bis sie den sechs Jahre älteren Hermann Wittorff, alias Peter Werler kennenlernt, der Taxiunternehmer und Familienvater mit Eigenheim war. Beide wurden ein Paar, es war die große Liebe. Es war aber auch der Grundstein für die Bankraubserie. Sie aus ärmlichen Verhältnissen und er mit seinem Taxiunternehmen verschuldet. Niemand hatte es Gisela Werler zugetraut, so wurde sie von der dunkelhaarigen von der Supermarktkasse zur Chefin der gefährlichsten Bankräuberbande der Nachkriegszeit. Ein Bekannter Giselas, Hugo Warncke, benötigte für die Beute eines Bankraubs, den er zusammen mit dem Taxiunternehmer Hermann Wittorff ausübte, ein Versteck.

Man hatte die Idee das Geld in Giselas Schlafzimmerschrank zu verstecken. Seit Anfang der 1960er Jahre ist Bankraub in der Bundesrepublik in Mode gekommen. Allein 1962 kam es zu 53 Überfällen auf Geldinstitute, 1966 waren es schon 389. Doch nie zuvor waren Bankräuber so erfolgreich wie Gisela Werler und ihre Komplizen. Sie erbeuteten insgesamt 400.000 Mark. Die Banklady hatte insgesamt 19 Banken überfallen, teils mit Perücke und Pistole, mit Maske und in Männerkleidung. Ihre gute elterliche Erziehung bemerkte man selbst bei einem der vielen Überfälle. Sie pöbelte nicht herum, sondern bat höflich um das Geld. Selbst ein Danke kam ihr über die Lippen als man das Geld über den Tresen schob.

Als Banklady wurde sie bereits 1965 bekannt, als sie allein eine Filiale der Hamburger Volksbank überfiel. Ihre Beute belief sich hier auf 3100 DM und somit geriet sie in die Schlagzeilen. Man war sehr überrascht das es sich um einen weiblichen Bankräuber handelt, es beflügelte die erotischen Fantasien einer ganzen Nation. Gisela blieb dennoch bescheiden, sie kaufte keine Luxusvilla, keine großen Autos und keine Juwelen. Bei einem Bankraub 1967 im holsteinischen Bad Segeberg konnten Gisela Werler und Hermann Wittorff festgenommen werden. Beim Verlassen der Bank hatte Wittorff vier Angestellte angeschossen. Zwei ihrer Komplizen, der 40-jährige Hamburger Taxifahrer Hugo Warncke und der 46-jährige Gerd Jordan, die nur gelegentlich an Überfällen beteiligt waren, konnte die Polizei später in ihren Wohnungen festnehmen.

In Giselas Wohnzimmerschrank fand man Masken, Nummernschilder, Pistolen, Munition, Messer und Totschläger. Nach zwei Jahren, in denen man die Öffentlichkeit an der Nase herum führte, gelang es der Polizei sie nun zu stellen. Der größte Teil der Beute wurde jedoch nie gefunden. Gisela Werler wurde vernommen und sie sagte sie habe Banken ausgeraubt; „Nicht aus Geldgier, sondern aus Liebe.“  Aus Liebe zu zu dem Familienvater Hermann Wittorff. Selbst die Richter glaubten ihr und sagten; „Sie war ihm hörig.“ Gisela Werler wurde zu neun Jahren Zuchthaus verurteilt, Hermann Wittorff bekam 15 Jahre. Im Gefängnis gaben sie sich das Ja-Wort und blieben verheiratet bis zu ihrem Tod.