True Story

Das Reich der Sonne (Empire of the Sun) – amerikanisches Kriegsdrama aus dem Jahr 1987.

Das Reich der Sonne

Der Film „Empire of the Sun“ basiert auf dem gleichnamigen autobiographischen Roman des englischen Schriftstellers J. G. Ballard.

James Graham Ballard (1930-2009) wurde am 15. November 1930 in Shanghai geboren und erlebte als Elfjähriger den japanischen Angriff auf China mit. Er wurde bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges in einem japanischen Zivilgefangenenlager interniert und kehrte 1946 mit seiner Familie nach England zurück. Dort ging er zur Schule und begann in Cambridge ein Medizinstudium, welches er nach zwei Jahren aufgab, um sich der Schriftstellerei zu widmen.

Fast 40 Jahre später schrieb Ballard über diesen Lebensabschnitt, wie er als Kind den Krieg erlebte und er in einem Internierungslager gefangen war. Er schreibt über Krieg und Entbehrung, Internierungslager und Todesmärsche, Hunger und Überleben, eine ehrliche Coming-of-Age-Geschichte inmitten einer Welt, seiner Welt als Kind, die völlig aus den Fugen geraten ist.

Ballards Vater war Chemiker einer in Manchester ansässigen Textilfirma, der Calico Printers Association und wurde Vorsitzender und Geschäftsführer der Tochtergesellschaft in Shangai, der China Printing und Finishing Company. James Ballard wuchs dort in der Siedlung namens Shanghai International Settlement auf. Dies war ein Gebiet was unter ausländischer Kontrolle stand und wo die Menschen eine Art amerikanisches Leben führten.

Er besuchte die Cathedral School in Shanghai. Nach dem Ausbruch des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges, wo eine umfassende Invasion der Japaner in China begann, wurde die Familie gezwungen ihr Haus in der Vorstadt zu verlassen. Man evakuierte sie um den Kämpfen zwischen den chinesischen und japanischen Streitkräften zu entkommen. Sie mieteten ein Haus im Zentrum von Shanghai.

Nach dem Angriff auf Pearl Harbor 1941, besetzte Japan die Siedlung und begann im Frühjahr 1943 ausländische Zivilisten zu internieren. James Ballard, seine jüngere Schwester und seine Eltern wurden in das Internierungslager Lunghua Zivile Assembly Center gebracht. Dies war ein Lager für europäische und amerikanische Bürger die ihren Wohnsitz in der japanischen Besatzungszone hatten.

Er verbrachte mehr als zwei Jahre in diesem Lager. Hier lebten etwa 2000 Menschen. Es war ein großes Lager, sieben Gebäude aus Beton, fünf große Holzbaracken, die ursprünglich von den Japanern als Stallungen gebaut wurden und zahlreiche Nebengebäude. Es gab 95 Schlafsäle und 127 Zimmer für Familien. Seine Familie lebte dort in dem G-Block, einem zweistöckigem Gebäude für 40 Familien. Im Lager besuchte er eine Schule, wo die Insassen selbst als Lehrer fungierten und ihr Wissen weitergaben.

James Graham Ballard erlebte jedoch auch die Gräueltaten eines Krieges, musste mit ansehen wie chinesische Soldaten enthauptet wurden, wie Flugzeuge als Tiefflieger über Shanghai flogen und Mitgefangene schikaniert wurden. Als Kind sah er sich in einem Konflikt, er konnte nicht verstehen warum er gefangen ist, der Krieg ist ihm unverständlich und er sieht seine Situation als verdammt kompliziert.

1946 kehrten seine Mutter und seine Schwester mit ihm nach England zurück, ließen ihn jedoch in der Obhut der Großeltern und gingen wieder nach China zu seinem Vater. Er besuchte die Universität die er ohne Abschluss verließ. Danach arbeitete er als Werbetexter und Verkäufer von Enzyklopädien. 1953 ging er zur Royal Air Force, um sich den Traum vom Fliegen zu erfüllen. Darauf arbeitete er als Redakteur bei einer Zeitschrift, heiratete und schrieb eine Vielzahl seiner Bücher. Sein Buch „Empire of the Sun“ wurde zum Bestseller.
2006 diagnostizierte man bei ihm Prostatakrebs, woran er 2009 verstarb.