True Story

Studentin, 19, sucht… – französisches Drama aus dem Jahr 2010.

Studentin ,19,sucht

 

Der Film basiert auf einem anonymen autobiografischen Buch einer Studentin, Laura D., die sich prostituierte um finanziell über die Runden zu kommen. Eine junge Frau die ihr Studium nur durch den Verkauf ihres Körpers finanzieren konnte.
Laura D. schreibt in ihrem Buch „Mes chéres études“ (Mein teures Studium) über ihr Leben, ihr erstes Jahr als Studentin. „Es war ein unerträgliches Leben. Nicht mal eine Bohne zu essen, unbezahlte Rechnungen und die ausstehende Miete, nie einen Cent in der Tasche, zum Schwarzfahren gezwungen.“ Ihr Buch sorgte in Frankreich für einen Skandal. Die 18-jährige verschweigt natürlich ganz bewußt ihren Namen, weil es doch sehr intime Bekenntnisse sind. Sie ist 18 Jahre alt als sie sich an einer Pariser Uni eingeschrieben hat.

Das teure Studium kann sie sich nicht leisten, kein Stipendium, ein mieser Nebenjob. Sie studiert die Fremdsprachen Italienisch und Spanisch, nebenbei jobbt sie in einem Callcenter, schlecht bezahlt und 15 Stunden die Woche. Ihre Eltern verdienen zu wenig um sie zu unterstützen, aber zu viel, wenn es nach den Bestimmungen für staatliche Hilfen geht.
„In der Metro zittere ich aus Angst einem Kontrolleur zu begegnen, und frage mich, wie ich den Monat überstehen werde.“
Sie kann sich nichts leisten, wenn sich Freunde in einem Café oder Restaurant treffen, muss sie absagen. Sie erzählt jedoch nichts über ihre finanziellen Sorgen. Lösungen müssen her, sie brauch Geld, brauch es dringend, schnelles Geld. Sie surft im Internet und findet dort ein Portal, Zugang ab 18, in dem sie sich mit ihrem richtigen Namen anmeldet. In diesem Portal suchen Männer jenseits der 50 nach jungen Frauen, zärtlichen Stunden und Massagen.
„In jedem Leben gibt es eine Nacht in der man sehr schnell reift. Nichts ist danach wie zuvor. Adieu Unschuld.“

Sie muss es machen, Studiengebühren, die explodierenden Mietpreise in Paris und der Wunsch nach Genuss im Leben. Sie kann sich das Studium schon nicht mehr leisten, bevor sie die ersten Scheine in den Händen hält. „Das wäre alles kein Problem, wenn ich etwas zu essen hätte, wenn ich nicht hungrig wäre.“
Es ist der Beginn ihres Doppellebens, ihr Studium, ihr Job im Callcenter und nun kommt die Prostitution hinzu. Ihr erster Kunde heißt Joe, ein Pseudonym, er ist 50 Jahre alt. „Ein Mal, nicht mehr“, sagte sie sich vorher. In einer Annonce in dem Portal wünscht sich Joe eine Massage. Im Hotel will er mehr, sie willigt ein. An diesem Abend verdient sie 250 Euro. Laura antwortet heute auf keine Annonce mehr. Sie verdiente zuletzt 400 Euro pro Abend, doch das war es ihr nicht mehr wert, auch wenn sie der Reiz des schnellen Geldes nicht ganz losgelassen hat. „Ich weis, dass ich nicht zurück will, aber ich weis auch, dass das nicht leicht wird.“

Die junge Studentin ist hier kein Einzelfall. Die Studentengewerkschaft SUD hat im Jahr 2006 geschätzt, dass sich von insgesamt 2,2 Millionen Studenten in Frankreich etwa 40.000 prostituierten. Die französische Polizei geht immerhin von bis zu 20.000 aus. Es sind Tausende junger Frauen die studieren und durch die explodierenden Kosten einer Hochschulbildung und Lebenshaltungskosten gezwungen sind ihren Körper zu verkaufen.
Die meisten Studentinnen knüpfen ihre Kontakte im Internet, da es dort diskret und anonym begonnen werden kann. Die 23-Jährige Studentin Eva Clouet hat eine Studie über das Tabuthema veröffentlicht. „La prostitution étudiante“ erschien am selben Tag wie das Buch „Mes chéres études“ von Laura D.