True Story

Hunger – britisches Drama, Biografie aus dem Jahr 2008.

Hunger

 

Der Film thematisiert den von IRA-Mitglied Bobby Sands ausgerufenen Hungerstreik im nordirischen Maze-Gefängnis, Hochsicherheitsgefängnis, 1981.

IRA – irisch-republikanische Armee, linke paramilitärische Organisation. Diese strebte den Status Nordirland als Teil des Vereinigten Königreichs zu beenden und ein vereinigtes Irland mit Hilfe von Waffengewalt sowie politischen Mitteln zu errichten. 

Bobby Sands (1954-1981) war ein Mitglied der IRA, Hungerstreikender und Abgeordneter im britischen Unterhaus. Sands, gelernter Karosseriebauer, wurde 1972 nach traumatischen Erfahrungen mit protestantischen Gewalttätern Mitglied der IRA. Nach seiner Festnahme in einem Haus, in dem vier Handfeuerwaffen sichergestellt wurden, wurde er zu einer Haftstrafe von fünf Jahren verurteilt. Als politischer Gefangener konnte er seine zivile Kleidung tragen und brauchte nicht zu arbeiten. 1976 wurde er entlassen. 1977 wurde er wegen illegalen Waffenbesitz erneut verurteilt. Nach einer Schießerei mit der Polizei wurden Bobby Sands sowie Joe McDonnell, Seamus Finucane und Sean Lavery in einem Fluchtwagen aufgegriffen. Nach elf Monaten Untersuchungshaft wurden die Männer 1977 zu 14 Jahren Haft verurteilt.

Sands verbüßte seine Strafe im Gefängnis Maze. Bereits seit 1976 war es immer wieder zu Protesten gefangener IRA-Mitglieder gekommen, die ihre Einstufung als politische Gefangene durchsetzen wollten. Diesen Status hatte die britische Regierung abgeschafft und die Häftlinge zur Gefängniskleidung und Arbeit gezwungen. Da sie sich weigerten die Gefängniskleidung zu tragen, verbrachten sie ihre Zeit nur mit Wolldecken umhüllt nackt in der Zelle, was in den Blanket Protest führte. Da die Häftlinge Gefängnisarbeit verweigerten, wurden sie bis zu 24 Stunden am Tag in eine Zelle eingesperrt, die sie mit Urin und Exkrementen verschmutzten, Dirty Protest. 350 Häftlinge hielten diesen Protest fast drei Jahre durch.

Nachdem die Regierung unter Margaret Thatcher nicht zu Verhandlungen bereit war, kam es 1980 zu einem ersten Hungerstreik, an dem sich auch Bobby Sands beteiligte. Nach 55 Tagen brachen die Häftlinge ihren Streik ab, weil ein Unterhändler der Regierung Zugeständnisse versprach. Die vorgelegten Angebote gingen den Gefangenen nicht weit genug. Daraufhin traten Sands und andere gefangene IRA-Mitglieder erneut in einen Hungerstreik. Jede Woche begann ein weiterer Häftling um somit durch das Sterben von Häftlingen politischen Druck zu erzeugen. Sands war inzwischen zum IRA-Kommandanten im Gefängnis ernannt worden und trat als Sprecher seiner Mithäftlinge auf. Er wurde zum offiziellen Unterhaus-Abgeordneten gewählt, konnte jedoch sein Mandat aufgrund seiner Haftstrafe nicht antreten.

Bobby Sands starb am 5. Mai 1981 nach 66 Tagen an den Folgen seines Hungerstreiks im Gefängniskrankenhaus. Nach ihm starben neun weitere, bevor die Aktion von der IRA offiziell abgebrochen wurde, auch auf Druck der Familien. Nach dem Tod von Sands kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten, Polizei und Militär. Die britische Regierung erlaubte den Häftlingen wieder Zivilkleidung zu tragen. Auch die meisten übrigen Forderungen wurden erfüllt, auch wenn die IRA-Häftlinge nie offiziell als politische Gefangene anerkannt wurden. Bobby Sands ist bis heute einer der bekanntesten Akteure der irisch-republikanischen Bewegung und eine Figur von hoher Symbolkraft. Zu seiner außerordentlichen Bekanntheit trug bei, dass Sands Gedichte und traurige Lieder verfasste, auf Zigarettenpapier schrieb, in Plastikfolie einwickelte, die von Mithäftlingen per Kuss von Mund zu Mund über deren Besucher heraus befördert wurden.

 

 

Kategorien:True Story, Wahre Geschichte

Tagged as: ,