True Story

Der Mann, dem die Frauen vertrauten – Der Serienmörder Horst David – deutsches Dokudrama aus dem Jahr 2008.

Der Mann,dem die Frauen vertrauten

Gezeigt wird die Geschichte von Horst David, geboren 1938 in Breslau, einem deutschen Serienmörder. Horst David lebte nach seiner abgeschlossenen Lehre als Maler in Hainsacker bei Regensburg.

1963 heiratete er und bekam mit seiner Ehefrau zwei Söhne. Er blieb zeitweise tagelang von zu Hause weg. Diese Zeiten verbrachte er in München und Hamburg und vermutlich noch in weiteren deutschen Großstädten, wo er viel Geld für Frauen ausgab. Seine Familie befand sich deshalb in finanziellen Schwierigkeiten. Am 22. August 1975 ermordete er während seiner Ausflüge in München Waltraud Frank und zwei Tage später Fatima Grossart. Die beiden Prostituierten wurden erwürgt und ihre Wohnungen durchsucht. Später gab David an, er sei mit den beiden Opfern in Streit geraten, weil sie für ihre Dienste mehr Geld verlangt hätten, als vereinbart gewesen wäre.

Nach Kündigung seiner Anstellung und der Trennung von seiner Frau zog er 1984 nach Regensburg und lebte von Sozialhilfe. Achtzehn Jahre nach den Morden in München, am 7. September 1993, wurde Davids Vermieterin Mathilde Steindl erwürgt in ihrer Wohnung aufgefunden. Die Polizei die David als Hauptverdächtigen in das Ermittlungsverfahren einbezogen hatte, nahm ihn fest, nachdem Fingerabdrücke von ihm in der Wohnung der Toten gefunden worden waren. Es kam aber nicht zu einer Verurteilung, weil sich David offenbar zeitweise berechtigt in der Wohnung seiner Vermieterin aufgehalten hatte.

Seine Fingerabdrücke wurden von der Polizei routinemäßig ans bayrische Landeskriminalamt übersandt. Das damals noch neue Automatisierte Fingerabdruckidentifizierungssystem (AFIS) erkannte 1994 eine Übereinstimmung mit neunzehn Jahre zuvor bei der toten Fatima Grossart gesicherten Fingerabdrücken. In den folgenden polizeilichen Vernehmungen gab David zunächst an, im August 1975 nicht in München gewesen zu sein und auch keine Prostituierte besucht zu haben. Nachdem er mit den Beweisen konfrontiert wurde, gab er die Morde an den zwei Prostituierten zu.

Später räumte er noch weitere Morde ein. Neben dem an seiner Vermieterin gestand er, am 12. April 1981 die 59-Jährige Rentnerin Barbara Ernst, am 26. Januar 1983 die 67-Jährige Rentnerin Martha Lorenz, am 27. Oktober 1984 die 70-Jährige Rentnerin Maria Bergmann und am 12. Januar 1992  die 84-Jährige Rentnerin Kunigunda Thoss ermordet zu haben. Die drei Opfer aus den Jahren 1981 bis 1984 wollten ihn als Hilfskraft für die Renovierung ihrer Wohnungen engagieren, weigerten sich jedoch ihm Geld zu leihen bzw. Vorschüsse zu zahlen. Kunigunda Thoss hatte ihm offenbar nach und nach über 20.000 Deutsche Mark geliehen. Drei der Todesfälle wurden bis zum Geständnis von Horst David nicht als Morde erkannt, weil er die Leichen so drapierte, dass von ganz normalen Haushaltsunfällen ausgegangen wurde.

Horst David hat sieben Morde gestanden, bei denen nach Aussage des damaligen Ermittlers Josef Wilfling immer finanzielle Aspekte eine Rolle gespielt haben. Es wird angenommen, dass er noch weitere Morde begangen hat. Dafür spricht unter anderem sein ungewöhnlich hohes Alter bei seiner ersten bewiesenen Tat und seine tagelangen Ausflüge. Laut einem Interview von Josef Wilfling, deuten der kurze Zeitraum zwischen den beiden ersten Taten, die näheren Umstände und sein Verhalten direkt danach darauf hin, dass David damals bereits über diesbezügliche Erfahrung verfügte.

Im Dezember 1995 wurde Horst David vom Landgericht München zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Er sitzt bis heute seine Haftstrafe in der Bayrischen Justizvollzugsanstalt Straubing ab. Die Aufklärung des Mordes an Fatima Grossart gilt als Meilenstein der deutschen Kriminalgeschichte, weil es hier erstmals gelang, eine fast 20 Jahre zurückliegende Tat mit Hilfe des computergestützten Spurenauswertungssystems (AFIS) aufzuklären.