True Story

Long Walk Home – australisches Drama aus dem Jahr 2002.

Long Walk Home

Der Film basiert auf den realen Ereignissen von Molly Craig, der Mutter von Doris Pilkington Garimara (1937-2014).

Australien 1931. Konsequent verfolgt der Chief Protector of Aborigines die australische Rassenpolitik. Ziel ist es, alle Mischlingskinder in staatlichen Heimen umzuerziehen. Opfer dieser Politik werden auch Molly, ihre jüngere Schwester Daisy und ihre Cousine Gracie. Gewaltsam werden sie von ihren Müttern getrennt und in das weit entfernte Camp Moore River verschleppt. Molly beschließt von dort zu fliehen und bewegt die beiden anderen Mädchen mit ihr zu gehen.

Alle drei machen sich zu Fuß auf den Weg nach Hause, zu ihren Müttern. Eine Strecke von 1500 Meilen liegt vor ihnen.
„The Stolen Generations“ – Bis in die 70er Jahre erlaubte ein „Allgemeines Kinderfürsorgegesetz“ Aborigine-Kinder, vor allem Mischlingskinder gewaltsam ihren Familien zu entreißen, um sie in staatlich oder kirchlich geführten Heimen umzuerziehen und ihre Assimilierung in die weiße Gesellschaft zu erzwingen. In seltenen Fällen wurden sie auch zur Adoption freigegeben. Ihnen wurde jeglicher Kontakt zu ihren Familien, zu ihrem Volk, zu ihrer Kultur untersagt.

Sie wurden zu Hausangestellten und Farmarbeitern ausgebildet und dienten den Weißen als billige Arbeitskräfte. Ziel dieser Politik war es, ihren Aborigine-Rassenanteil von Generation zu Generation zu vermindern, so dass sie eines Tages in die weiße Gesellschaft, wenn auch auf unterster Stufe, integriert werden zu können.
Doris Pilktingtons Buch „Follow the Rabbit-Proof Fence“ erschien 1996 in Australien. Die Geschichte wurde jedoch nicht von ihrer Mutter sondern von ihrer Tante Daisy erzählt. Daisy war damals acht Jahre alt und erinnerte sich noch ganz genau. An manche Zusammenhänge aber konnte sie sich nicht erinnern, zum Beispiel was aus Gracie wurde, nachdem man sie wieder eingefangen hatte. Diese Lücken füllte dann ihre Mutter, allerdings erst, nachdem Doris ihr versprochen hatte, nicht über Dinge zu sprechen die in der Tradition der Aborigine nie benannt bzw.aufgeschrieben werden dürfen.

Ein Kommissionsbericht beinhaltet über 500 Augenzeugenberichte. Zahlreiche Einzelschicksale ähneln der Geschichte. Nugi Garimara ist Doris Pilkingtons Aborigine-Name.1940 im Alter von vier Jahren wurde sie, ihre kleine Schwester Annabelle und ihre Mutter Molly gegen ihren Willen nach Camp River Moore gebracht. Für Molly war es nun die zweite Verschleppung. 1941, während Molly mit ihrer Tochter Annabelle fliehen konnte, verließ Doris das Camp erst mit 18 Jahren, um eine Ausbildung als Hilfsschwester zu machen. Doris starb 2014.

Molly musste ihre ältere Tochter zurücklassen und ging den gleichen Weg wie neun Jahre zuvor, ihre 18 Monate alte Tochter Annabelle tragend, nach Jigalong ihrem Zuhause. Mit ihrem Mann und ihrer Tochter Annabelle ließ sie sich in Balfour Down Station nieder. Drei Jahre später wurde ihr Annabelle weggenommen. Man brachte sie in das Sister Kate’s Children’s Home in Queens Park. Molly hat sie nie wieder gesehen. Molly und Doris trafen sich erst 1971, dreißig Jahre nach ihrer Trennung. Molly starb 2004.

Nachdem Gracie in Wiluna gefangen genommen wurde, brachte man sie zurück nach Camp Moore River. Dort gab man ihr einen neuen Nachnamen. Sie wurde als Haushaltshilfe ausgebildet und arbeitete für verschiedene Farmer. Sie heiratete und bekam sechs Kinder. Jahre später trennte sie sich von ihrem Mann. Sie starb 1983.
Daisy zog nach ihrer Rückkehr mit der Familie nach Jimalbar. Auch sie hatte man zur Haushaltshilfe ausgebildet und arbeitete für Farmer. Sie heiratete und bekam vier Kinder. Nach dem Tod ihres Mannes arbeitete sie als Köchin für eine Mission. Heute lebt sie mit ihren Kindern und deren Familien in Jigalong.