True Story

Lauf Junge Lauf – deutsch-polnisch-französisches Drama, Biografie aus dem Jahr 2013.

Lauf Junge Lauf

 

Die literarische Vorlage des Films ist der Roman „Lauf Junge lauf“ von Uri Orlev aus dem Jahr 2000, der Ereignisse und die Geschichte aus dem Leben von Yoram Fridman erzählt. Eine Abenteuergeschichte und politisches Drama aus einer schrecklichen Kriegszeit, sowie eine Reifungsgeschichte eines selbstbewussten Jungen.

Yoram Fridman ist fünf Jahre alt als die Deutschen Polen besetzen und der Zweite Weltkrieg begann. Im Alter von acht Jahren gelingt ihm 1942 die Flucht aus dem Warschauer Ghetto. Er erzählt von einer dramatischen Flucht und vom Verlust seiner jüdischen Identität. Er wird mit seiner Familie aus ihrem Heimatort Blonie ins Warschauer Ghetto deportiert. Seine Eltern sind einfache religiöse Leute, der Vater arbeitet als Bäcker. Im Sommer des Jahres 1942 als die Massendeportationen beginnen, schmuggelt ein polnischer Bauer, der die Abfallkübel aus dem Ghetto abholt, den knapp neunjährigen Jungen mit seinem Fuhrwerk an den deutschen Wachen vorbei. Er bringt ihn in den Wald wo er auf weitere jüdische Kinder trifft.

Hier beginnt seine Lebensgeschichte des Überlebens. Er schlägt sich durch und lebt Wochen- und monatelang allein im Wald. Zwischendurch arbeitet er für die Bauern und zieht von Gut zu Gut. Dies macht er drei Jahre lang, bis zum Ende des Krieges. Er arbeitete auf einem Gut der Geliebten eines SS-Offiziers. Hier passiert es, dass seine rechte Hand zwischen die Mahlräder der Dreschmaschine gelangt, diese ihm seine Finger zermalmen. Man brachte ihn in ein Krankenhaus. Als der Arzt sah das er ein Jude ist, verweigerte er eine Behandlung. Der leitende Arzt Dr.  Rozanski wurde auf den Jungen aufmerksam und kümmerte sich um ihn. Seinen Arm konnte er nicht retten, aber dafür sein Leben. Auch hier musste er wieder fliehen. „Die Gestapo war hinter mir her, aber ich lief weg. Ich weiß nicht wie, aber ich entkam. Sie schossen auf mich, aber eine Kugel streifte nur mein Bein.“

Nicht nur von deutschen Soldaten droht Gefahr, sondern auch von polnischen Landsleuten. Manche helfen ihm, andere nicht. Er traf auf gute und auf schlechte Menschen, einige halfen ihm zu überleben. Eine Frau konnte ihn in ihrem Haus im Keller verstecken. Die Gestapo fand ihn nicht, wusste aber das er sich dort aufhält und versteckt. Sie brannten das ganze Dorf nieder. In den Wäldern Polens sammelte er Waldfrüchte, jagte Kleintiere oder ernährte sich vom Schweinefutter auf den Bauernhöfen, auf die er sich heimlich schlich. Es ist seine Lebensgeschichte, die Flucht und die Rückkehr zu seinen Wurzeln von Srulik-Jurek-Yoram Fridman.

Heute ist er über 80 Jahre alt und lebt mit seiner Familie in Israel in Tel Aviv. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges schlug er sich allein durch die Wälder. Nach dem Krieg kam er in das jüdische Waisenhaus in Warschau. Mit 14 Jahren wechselte er in das Waisenhaus nach Lodz. Dort ging er zur Grundschule, für die acht Jahre brauchte er nur vier, und zur weiterführenden Schule die er statt in vier in zwei Jahren abschloss. Er erhielt ein Stipendium für die Universität und studierte Mathematik. Kurz darauf wurde er Assistent am Polytechnischen Institut in Lodz. 1962 verließ er Polen und ging nach Israel, wo er seine Schwester Fajga wiederfand, die er 30 Jahre nicht gesehen hatte. Hier wurde auch sein Name geändert, aus Jurek wurde nun Yoram. Er arbeitete als Erzieher und Mathematiklehrer. Mit seiner Frau Sonja hat er zwei Kinder und sechs Enkelkinder.