True Story

Camp 14 – Total Control Zone – deutsch-südkoreanische Dokumentation aus dem Jahr 2012.

Camp14

Der Film schildert das Schicksal des Lagerinsassen Shin Dong-hyuk im Internierungslager Kaech’ŏn in Nordkorea. Das Lager Kaech’ŏn ist als lebenslange Strafkolonie, Arbeitslager angelegt, aus dem keine Entlassungen vorgesehen sind. In dem Lager leben etwa 15.000 Gefangene unter vollständiger Isolation zur Außenwelt.

Shin Dong-hyuk ist der einzige Flüchtling der aus diesem Lager für politisch Gefangene entkommen konnte. Er wurde in dem Lager geboren, in dem Gefangene zur lebenslangen Zwangsarbeit festgesetzt werden und durchschnittlich im Alter von 45 Jahren sterben. Man nimmt an das es sechs bis acht solcher Konzentrationslager gibt in denen schätzungsweise 200.000 Menschen leben bzw. gefangen gehalten werden. In den Lagern der totalen Kontrolle gibt es keinerlei Hoffnung dort frei zukommen, man arbeitet in Bergwerken und Kohlegruben bis man tot umfällt. Fronarbeit, Mangelernährung, Folter und Hinrichtungen, meist wegen geringfügiger Verstöße gegen die „Regeln“ des Lagerlebens, sind die Werkzeuge der „Formatierung“ der Lagerinsassen. Wegen der Aussichtslosigkeit ihreres Eingesperrtseins ist auch jeder Freiheitswille abhanden gekommen und sie wollen nur eins, so lange wie möglich überleben.

Shins Eltern wurden verheiratet und durften als Belohnung für gute Arbeit mehrmals im Jahr Geschlechtsverkehr haben. Shin lebte bis zu seinem 12.Lebensjahr bei seiner Mutter, zu seinem Vater hatte er wenig Kontakt, da dieser in einem anderen Teil des Lagers lebte. Eine richtige Bindung zu seiner Mutter und seinem Bruder hatte er nicht, schon allein wegen den Nahrungsrationen, sah er sie als Konkurenten. Vom Wachpersonal wurde ihm gesagt das er eingesperrt sei, weil seine Eltern Verbrechen gegen den Staat begangen hätten. Er müsse stets den Anweisungen Folge leisten und hart arbeiten. Shin erlebte regelmäßige Gewalt und musste dutzende von Hinrichtungen ansehen. Um zu überleben aß er Ratten, Frösche und Insekten. Als er 14 Jahre alt war belauschte er seine Mutter wie sie mit seinem Bruder über einen Fluchtplan redete. Gemäß den ihm erteilten Instruktionen meldete er dies der Lageraufsicht. Dies wurde jedoch nicht honoriert, im Gegenteil, Shin wurde gefoltert um mehr Informationen zu erhalten. Unter seinem Rücken wurde ein Feuer entzündet, während man ihm einen Haken in den Rücken trieb um ihn an einer Bewegung zu hindern. Die Arme wurden gefesselt und nach hinten gezogen. Dies führte zu dauerhaften Gesundheitsschäden, sein Körper ist übersät von Narben und Brandwunden.

Im Lager gab es primitiven Schulunterricht. Ein Mädchen wurde vom Lehrer bestraft weil sie ein paar Weizenkörner am Wegrand aufgelesen hatte. Da es ab und an Taschenkontrollen gab wurde sie bestraft, indem er ihr mit einem Stock stundenlang auf den Kopf schlug. Am nächsten Tag erschien das Mädchen nicht in der Schule, andere sollten nach ihr schauen und erfuhren sie habe eine riesige Beule am Kopf und sie sei tot. Shin sagt, es sei völlig normal was hier passierte, über das Totschlagen regt sich niemand auf. Am 29.November 1996 wurde Shin dazu gezwungen die öffentliche Hinrichtung seiner Mutter und seines Bruders mit anzusehen. Er war zum damaligen Zeitpunkt überzeugt, dass seine Mutter zu Recht getötet wurde und erkannte die ganze Tragweite seines Handelns erst später.

Shin kannte nur das Lager, was draußen passierte wusste er nicht.So beschloss er zu fliehen, um sich einmal so richtig satt zu essen. 2005 gelang ihm die Flucht. Inzwischen ist er weltweit unterwegs um auf Tagungen und Meetings seine Geschichte zu erzählen. Doch in der modernen Großstadt fühlt er sich fremd. Heute lebt er Seoul in Südkorea. In ihm kreisen Gedanken und Sehnsüchte zurück in die Lagerwelt, wo er mit klaren Regeln aufgewachsen ist und nicht einmal wusste was Geld ist.

Später wurden einige Unwahrheiten und eine Reihe falscher Aussagen bekannt, für die sich Shin Dong-hyuk auch entschuldigte:  Es heißt er habe nicht die ganze Zeit im Camp 14 gelebt, sondern auch in anderen Arbeitslagern. Bevor er zuletzt fliehen konnte, war ihm bereits zweimal zuvor ein Ausbruch gelungen und er wurde in China wieder aufgegriffen. Die Folterungen kamen nach diesen Aufgriffen, da war er nicht 13 sondern 20 Jahre alt. Einige Orte und Zeiten hat er nicht oder nicht richtig erwähnt, bzw. falsche Angaben gemacht. Er selbst sagt, dass ihm nicht bewusst war das diese Details so wichtig sind.