True Story

Papillon – amerikanisches Drama, Biografie aus dem Jahr 1973.

Papillon

Der Film beruht auf dem nach eigenen Angaben autobiografischen Roman Papillon von Henri Charrière (1906-1973).

Charrière wurde 1906 in dem Provinzdorf St.Étienne-de-Lugdarès im Dèpartement Ardèche als Sohn eines Lehrerehepaares geboren. Er hatte zwei ältere Schwestern und seine Mutter starb als er 10 Jahre alt war. Mit 17 Jahren im Jahr 1923 wurde er von der französischen Marine angeworben und diente dort zwei Jahre. Später heiratete er und war Vater einer Tochter. Nach der Armee war er Mitglied in der Pariser Unterwelt. Er war längere Zeit als Tresorknacker tätig, bis er innerhalb des Unterweltmillieus in einem Mord an dem Dieb und Zuhälter Roland Le Petit verwickelt wurde. Dies war ein Vorwurf den er energisch bestritten hatte.

In einem Übergangsgefängnis in Beaulieu in Caen, wurde er 1932 zu lebenslanger Haft in Französisch-Guayana verurteilt und verbannt. Französisch-Guayana war eine französische Strafkolonie, die von 1852 bis 1951 bestand. Bis zu 70.000 Menschen aus unterschiedlichsten Schichten waren dort inhaftiert. Ab Herbst 1933 war er in der Strafkolonie und flüchtete mehrmals auf schwierigen Wegen, die ihn teilweise bis nach Kolumbien und Venezuela führten. Seine erste Flucht am 28. November 1933 unternahm er mit den Mitgefangenen Andrè Maturette und Joanes Clousiot. Das Trio konnte man wegen Schiffbruchs nahe der Ortschaft Riohacha stellen und inhaftieren. Während einer regnerischen Nacht gelang Charrière die Flucht zur Guajira-Halbinsel. Dabei lebte er unter anderem für sieben Monate unter Indios. Hier traf er die Entscheidung, die er letztendlich bereuen würde, in die Zivilisation zurückzukehren. Dies hatte zur Folge das man ihn wieder verhaften konnte und zurück nach Französisch-Guayana schickte. Hier verbrachte er zwei Jahre in Einzelhaft.

Er verbrachte insgesamt 11 Jahre in der Strafkolonie. Seine vielen Fluchtversuche führten zu immer härteren Methoden der Aufseher. 1944 gelang ihm schließlich die endgültige Flucht nach British-Guayana, einer britischen Kolonie. Nach kurzer Internierung wurde er dort am 18. Oktober 1945 endgültig freigelassen. Nach einer Odyssee durch und um British-Guayana gelang es ihm sich in Venezuela eine Existenz aufzubauen und die venezolanische Staatsbürgerschaft zu erwerben. Allerdings lebte er wohl niemals auf völlig legale Art und Weise und war unter anderem in dieser Zeit an einem missglückten Bankraub beteiligt. Er heiratete eine venezolanische Frau namens Rita und eröffnete Restaurants in Caracas und Maracaibo. Später ging er nach Frankreich um sein Buch zu vermarkten, was sich allein in Frankreich 1,5 Millionen Mal verkaufen ließ.

Er schrieb eine Fortsetzung zu Papillon, ein Buch mit dem Titel Banco in dem er sein Leben nach der Entlassung schildert. Am 29. Juli 1973 starb Charrière an Kehlkopfkrebs in Madrid. Viele Forscher glauben jedoch die geschilderte Geschichte sei von anderen Insassen geprägt und sehen diese mehr fiktiv als autobiografisch. Im Jahr 2005 behauptete ein 104-jähriger Mann, Charles Brunier, aus Paris der echte Papillon zu sein. Kritiker stimmen zu, dass die Darstellungen und Ereignisse von anderen Insassen sind. Charles Brunier war zur gleichen Zeit in der Strafkolonie. Auch die Rolle Charrières bei dem Mord in Paris, der ihn in das Straflager gebracht hat, ist bis heute umstritten. Zwar bestritt er zeitlebens damit zu tun gehabt zu haben, andererseits deuten verschiedene Indizien darauf hin, dass er zumindest den wahren Täter kannte, ihn jedoch nie verraten hat.