True Story

Van Diemen’s Land – australischer Thriller, Drama aus dem Jahr 2009.

Van Diemen's Land

Van Diemen’s Land war der ursprüngliche Name, der von den meisten Europäern verwendet wurde, für die Insel Tasmanien, jetzt ein Teil von Australien. Der Film basiert auf der Geschichte von Alexander Pearce (1790-1824), ein irischer Sträfling, der wegen eines Diebstahls sieben Jahre Sträflingsarbeit in Van Diemen’s Land verbüßen sollte.

Ihm gelang jedoch eine Flucht aus der Strafkolonie, was ihn zu einem Kannibalen machte. Er wurde 1819 in Irland wegen Diebstahls von sechs Paar Schuhen zu sieben Jahren Strafarbeit verurteilt. Aufgrund der Anzahl der gestohlenen Schuhe, wurde davon ausgegangen, dass dieser Diebstahl nicht sein erster gewesen war. In der Stadt Hobart verübte er mehrere Diebstähle, floh zweimal, war undiszipliniert und kam betrunken zu seiner Arbeit als Sträfling.

Für seine Verfehlungen wurde er mehrmals ausgepeitscht. Am 18. Mai 1822 meldete ihn die Zeitung „Hobart Town Gazette“ als flüchtig. Auf seine Ergreifung waren zehn britische Pfund ausgesetzt worden. Nach drei Monaten in Freiheit konnte man ihn fassen und brachte ihn in die neu eingerichtete Sträflingskolonie, die zweite, die in Tasmanien auf Sarah Island in Macquarie Harbour errichtet worden war. Dieses Sträflingslager war für Sträflinge vorgesehen, die erneut straffällig geworden waren. Es war berüchtigt für ein schweres, hartes und unmenschliches Lagerleben. Das Lager war weit von Siedlungen der frühen Kolonisten entfernt und von einer unerforschten und undurchdringbaren Wildnis umgeben.

Noch heute ist das Gebiet um Macquarie Harbour, die Tasmanische Wildnis, ein UNESCO-Welterbe, eines der abgeschiedensten unwirtlichen Naturgebiete der Erde. Bereits am 20. September 1822, nach sechs Wochen im Lager, floh Pearce mit sieben weiteren Sträflingen, als sie außerhalb des Lagers Bäume für den Schiffbau fällen mussten. Es waren Alexander Dalton, Thomas Bodenham, William Kennerly, Matthew Travers, Edward Brown, Robert Greenhill und John Mather.

Nach acht Tagen auf der Flucht, wurde den Flüchtlingen bewusst, dass sie ohne Nahrung keine Überlebenschance haben. Sie töteten Dalton und aßen ihn auf. Von Dalton sagte Pearce, dass er einer derjenigen war, die Auspeitschungen im Lager durchführte und somit verhasst war. Kennerly und Brown gaben angesichts ihrer hoffnungslosen Lage einen Tag später auf und starben nach ihrer Rückkehr in der Sträflingskolonie an Erschöpfung. Pearce und die anderen setzten ihre Flucht fort. Als Travers von einer giftigen Tigerotter gebissen worden war, wurde er mit einer Axt erschlagen und aufgegessen. Pearce und Greenhill waren die letzten zwei lebenden Flüchtlinge. Greenhill schlief ein, Pearce erschlug ihn und aß ihn auf.

Nach 42 Tagen und 215 Kilometern erreichte Pearce Siedlungen und kam bei einem Schafhirten unter, der ebenfalls ein Sträfling war. Einige Monate später konnte man Pearce fassen und man brachte ihn erneut nach Sarah Island. Die von ihm vorgetragene Geschichte des Kannibalismus glaubte man ihm anfangs nicht. Man nahm an die anderen würden noch leben und hielten sich irgendwo versteckt. Innerhalb eines Jahres flüchtete Pearce erneut, dieses Mal mit Thomas Cox. Diesen tötete er ebenfalls und aß ihn auf. Er gab an, dass er ihn in einem Anfall von Zorn getötet habe, weil Cox nicht schwimmen konnte. Pearce wurde am elften Tag nach seiner Flucht gefasst und wegen Mordes und Kannibalismus angeklagt.

Pearce war nur 1.60m groß, aber er hatte einen muskulösen, drahtigen Körper. Man fand noch Teile des Körpers von Cox in seinen Taschen. Diesmal gab es keinen Zweifel an seiner Schuld. Am 19.Juli 1824 wurde er gehängt. Es wird berichtet, dass Pearce vor seiner Hinrichtung gesagt haben soll; „Menschenfleisch ist köstlich. Es schmeckt weit besser als Fisch oder Schwein.“