True Story

Ein Schrei in der Dunkelheit – amerikanisch-australisches Drama aus dem Jahr 1988.

Ein Schrei in der dunkelheit

Der Film basiert auf einem wahren australischen Kriminalfall, das Verschwinden und dem Tod von Azaria Chamberlain, einem 9 Wochen alten Mädchen.

Wegen Mordes an ihrem Baby Azaria saß Lindy Chamberlain drei Jahre im Gefängnis, zu Unrecht. Mehr als 30 Jahre nach dem Verschwinden des Säuglings bestätigt ein australisches Gericht das, was die Mutter von Anfang an behauptete. Am 17. August 1980 campen die Chamberlains mit ihren zwei Söhnen und ihrer Tochter gemeinsam mit sechs anderen Gruppen in der Nähe von Uluru, Ayers Rock, Northern Territory, dem von den Ureinwohnern als heilig verehrten Felsen mitten des wilden Landesinneren Australiens.

Nachdem Lindy das Mädchen in ein Zelt zum schlafen gelegt hatte, hörte eine Urlauberin einen Schrei. Lindy ging nachsehen und schrie Augenblicke später auf; „Mein Gott, mein Gott, ein Dingo hat mein Baby geholt“. Doch für Azarias Eltern nahm der Albtraum mit dem Verschwinden ihrer Tochter erst den Anfang. Nachdem eine erste Untersuchung zu dem Schluss gekommen war, dass tatsächlich Dingos das Kind verschleppt hatten, folgte 1982 eine aufsehenerregende Wende. Ein Gericht verurteilte Lindy Chamberlain wegen Mordes an ihrer Tochter und ihren Mann als Mitwisser der Tat. Drei Jahre verbrachte Lindy in Haft, bevor neue Beweise ans Licht kamen und die Gerichtsentscheidungen revidiert wurden.

Doch auch die dritte Untersuchung des Falls brachte keine Gewissheit. Als Todesursache ist in dem Abschlussbericht „unbekannt“ vermerkt. Für die zu Unrecht inhaftierten Eltern alles andere als Gerechtigkeit. Diese hat nun mehr als 30 Jahre nach dem Verschwinden des Babys die Justiz wieder hergestellt. Das Mädchen starb bei Uluru am 17. August 1980, als sie von einem Dingo angegriffen und verschleppt wurde, sagte Untersuchungsrichterin Morris vor großem Publikum im Gericht von Darwin. Neun Wochen ist Azaria Chamberlain alt als sie 1980 verschwindet.

In den Jahren danach hat sie nicht nur Australiens Rechtsgeschichte mit geschrieben, sondern auch etliche Diskussionen geprägt, von Tischgesprächen in den Familien bis hin zu Sicherheitsvorkehrungen für Campingtouristen. Wer in Australien zelten geht, der bekommt heute als erstes Azaria Chamberlains Geschichte erzählt und einige Veranstalter machen es Campern zur Auflage Videos über Dingos zu schauen, bevor sie in Gegenden aufbrechen, in denen die meist scheuen Wildhunde beheimatet sind. 1985 drei Jahre nach der Verurteilung der Chamberlains wurde die Jacke von Azaria zufällig in der Wüste gefunden, nicht weit von einem Dingo-Bau entfernt. Somit kam es zu neuen Untersuchungen und die Mutter kam frei.

Die Chamberlains kämpften jahrelang für die Anerkennung ihrer Version und bekamen nun Recht. „Wir sind erleichtert und erfreut, dass diese ewige Geschichte nun ein Ende hat“, sagte Lindy Chamberlain Creighton. Ihre Ehe mit Michael zerbrach, beide sind inzwischen neu verheiratet. Es war einer der spektakulärsten und umstrittensten Kriminalfälle Australiens. Erstmals wurden in der jüngsten Untersuchung auch Berichte über andere Dingo-Angriffe gehört.

Elisabeth Morris sagte, sie sei überzeugt, dass die Beweisführung adäquat, klar, stichhaltig und exakt sei und jeden anderen möglichen Grund ausschließe. „Jetzt kann Australien nicht länger behaupten, dass Dingos nicht gefährlich seien und nur angreifen, wenn sie provoziert werden,“ so Azarias Mutter Lindy. Ihr Ex-Mann dankte allen Unterstützern. „Es war ein furchtbarer und zeitweise bitterer Kampf. Aber jetzt erfahren wir ein wenig Heilung und bekommen eine Chance, die Seele unserer Tochter ruhen zu lassen.“