True Story

Heute bin ich blond – deutsches Drama aus dem Jahr 2013.

Heute bin ich blond

Der Film beruht auf dem autobiografischen Bestseller Heute bin ich blond; Das Mädchen mit den neun Perücken der Niederländerin Sophie van der Stap. Sie erkrankte an einer seltenen Form von Krebs und schrieb während ihrer Chemotherapie ihre Gedanken, Gefühle und Erlebnisse auf, woraus ihr Buch entstand und veröffentlicht wurde.

Sophie van der Stap, geboren am 11. Juni 1983 in Amsterdam. Sie war gerade einmal 21 Jahre alt, als sie die Diagnose Krebs bekam, ein Tumor an einem Lungenflügel. Sie beschloss zu kämpfen, rebellierte, wollte ihr Leben trotzdem genießen. Für die junge Studentin war die Diagnose nicht nur der Anfang quälender Zweifel, sondern auch der Beginn von Experimenten, bei denen die Lebensfreude die Oberhand gewonnen hatte. Sie nutzte es als Chance für einen Neuanfang im Leben. Doch zuvor tritt mit der Diagnose Krebs, die sie mitten im Semester trifft, das absolute

Chaos in die Gedankenwelt der jungen Frau. Zunächst sieht sie sich als an Krebs erkrankte junge Frau, aber sie fühlt sich auch als Kriegerin, die die Herausforderung den Krebs Rhabdomyosarkom zu besiegen, annimmt. Bei ihrer ersten Chemotherapie lässt sie sich mit beiden erhobenen Mittelfingern fotografieren. Doch auch ihre Wut klingt langsam ab und sie lässt sich trotz allem ihre Lebensfreude nicht nehmen. Sie geht aus, reist und flirtet um dies alles zu vergessen, aber auch um etwas zu erleben. Insgesamt kauft sie sich neun Perücken, um ihren kahlen Kopf zu bedecken. Somit verkörpert sie verschiedene Identitäten, als Rothaarige zieht sie durchs Nachtleben, als Blondchen bezirzt sie die Männer, als Brünette entdeckt sie die Ernsthaftigkeit. Dabei entwickeln sich auch völlig neue Charaktere, die sich in unterschiedlichsten Welten bewegen, wie Sue, Blondie oder Stella. Sie schlüpft in verschiedene Rollen, quasi ein Rollenspiel, was jedoch keine Flucht darstellen soll, sondern sie findet in den neun Frauengestalten den Kern ihrer Persönlichkeit.

Ihre Autobiografie ist das Protokoll einer Suche nach sich selbst. Der Gedanke an den Tod habe sie gelehrt zu leben. Wenn sie sich auf der Intensivstation die Fußnägel lackiert, ist dies kein Akt der Verdrängung, sondern Ausdruck trotziger Lebensbejahung. Immer wieder muss sie ihr Fahrrad gegen den Rollstuhl eintauschen, ist an die Infusion gefesselt, einsame Tage und Nächte im Krankenhaus verbringen. Sie offenbart ihre Schelmenhaftigkeit und ihren täglichen unerschüttlichen Galgenhumor. Sie hat den Krebs besiegt und ist gesund. In den Niederlanden wird sie zum gefragten Gast in Fernsehsendungen und beginnt für Zeitungen und Magazine zu schreiben. Aus dieser Geschichte ist ihr Buch sowie der Film entstanden, was im Gedächtnis bleibt.

Ihren Kampf gegen den Krebs gewann sie mit erstaunlicher Leichtigkeit und Humor. „Ich freue mich wenn ich eine positive Botschaft vermitteln kann und sie dadurch Kraft gewinnen. Ich wollte einfach zeigen, dass auch ein Leben mit Krebs ein gutes Leben sein kann. Man darf und kann trotzdem glücklich sein.“ Neben ihrem Studium arbeitete sie in Amsterdam für das Magazin Cosmopolitan. Heute lebt Sophie van der Stap in Paris.