True Story

Kaltes Land – North Country – amerikanisches Drama aus dem Jahr 2005.

Kaltes Land

Der Film basiert auf einem wahren Fall, der Geschichte von Lois Jenson.

Die alleinerziehende Mutter, die in der EVTAC-Mine in Eveleth (Eveleth Taconite Co), Minnesota, angestellt war, schrieb 1984 eine Beschwerde an das Minnesota Human Rights Department, in der sie über Erfahrungen mit sexueller Belästigung und Demütigungen ihrer männlichen Arbeitskollegen berichtete, nachdem die US-Regierung zehn Jahre zuvor die Stahl-Konzerne gezwungen hatte, 20 Prozent ihrer Arbeitsplätze für Frauen und Minderheiten zur Verfügung zu stellen.

Lois Jenson gegen Eveleth Taconite

Dieses Gerichtsverfahren war eines der ersten Verfahren wegen sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Lois Jenson war gelernte Versicherungsangestellte und Tochter eines Bergarbeiters. Sie wurde 1967 im Alter von 19 Jahren vergewaltigt und wurde schwanger. 1968 kam ihr Sohn Gregory zur Welt. Später bekam sie noch eine Tochter mit dem Namen Tamara. Aufgrund des Gesetzes, das die Stahlkonzerne 20 Prozent der neu ausgeschriebenen Stellen mit Frauen besetzen müssen, bewarb sie sich im Alter von 27 Jahren in diesem Unternehmen.

Am 25. März 1975 war der erste Arbeitstag der alleinerziehenden Mutter in der Erzmine des Unternehmens EVTAC. 1981 beklagte sich Lois Jenson bei der Gewerkschaft über sexuelle Belästigungen am Arbeitsplatz, hatte damit jedoch keinen Erfolg. Deshalb beschwerte sie sich 1984 beim Minnesota Department of Human Rights. Eine Woche darauf wurden ihre Autoreifen zerstochen. Ogelbay Norton Co in Cleveland, Ohio, ein Miteigentümer des Unternehmens, wurde 1987 verurteilt, 6000 Dollar Strafe und 5000 Dollar Entschädigung zu zahlen, aber die Firma widersetzte sich. Deshalb klagte der Anwalt Paul Sprenger im Auftrag von Lois Jenson und ihrer Kollegin Patricia S. Kosmach 1988 vor dem District Court in Minneapolis gegen Eveleth Taconite.

Richter James Rosenbaum ließ 1991 eine entsprechende Sammelklage zu. Damit kam zum ersten Mal ein Fall von sexueller Belästigung vor Gericht. 1992 kündigte Lois Jenson ihren Job. Das Gerichtsverfahren begann am 17. Dezember 1992 in St. Paul, Minnesota. Nach einem halben Jahr erklärte Richter Richard Kyle, das Unternehmen sei verpflichtet gewesen, die sexuellen Übergriffe zu verhindern. Patricia S. Kosmach starb 1994 im Alter von 57 Jahren nach langer Krankheit. Der frühere Stadtverordnete Patrick McNulty leitete 1995 Beratungen über die Höhe des Schmerzensgeldes.

Da die 16 betroffenen Klägerinnen die ihnen 1996 zugesprochenen Summen von 2500 bis 25000 Dollar nicht akzeptierten, ordnete das Gericht 1997 eine Neuaufnahme des Falls an. 1998 kurz bevor der neue Prozess hätte beginnen sollen, 14 Jahre nach Lois Jenson Beschwerde, einigten sich Eveleth Taconite mit 15 Klägerinnen auf eine Abfindung. Es sollen 3,5 Millionen Dollar gewesen sein. Außerdem musste Eveleth Taconite die Prozesskosten übernehmen. Angeblich beliefen sich die Kosten für das Unternehmen auf 15 Millionen Dollar.