True Story

Little Thirteen – deutsches Drama aus dem Jahr 2011.

Little Thirteen

Der Film ist ein intimes Porträt der Generation Jugendlicher, die schnellen Sex finden, obwohl sie eigentlich Nähe suchen. Das im Film gezeigte Thema Sexualität orientiert sich an der heutigen Realität. Es sind Erfahrungsberichte von Teenagern. Diese sind körperlich reif und abgeklärt, emotional aber verwahrlost und bedürftig, mitunter ohne es zu wissen.

So gibt es Jugendliche aus zerbrochenen Elternhäusern, vielleicht aus bildungsarmen Schichten, wovon einige auch vaterlos aufwachsen. Aber sie wollen nur eins; Party, Alkohol und Jungs. Dabei denken sie oft nicht an die Zukunft, Ausbildung, Arbeit, ein sozialer Halt. Spätestens dann wird es ihnen bewusst, wenn ihre „Hartz IV Karriere“ beginnt. Es sind Ausnahmen, soziale Brennpunkte, in denen Teenager glauben Sexualität sei Ersatz für das wahre Leben.

Es zeigt die Wirklichkeit der Jugendlichen in den Randbezirken. Das heißt nicht nur in Plattenbausiedlungen, sondern auch in den schicken Reihenhäusern. Man möchte hier hinter die Kulissen schauen, hat zwei Jahre recherchiert und hat junge Menschen gefunden, für die Lust, Leidenschaft und Leere den Alltag ausmachen. „In der Schule bin ich nicht anerkannt. Aber im Bett, da werde ich gebraucht und da habe ich mich perfektioniert. Heutzutage wollen die Mädels wissen, wie kann man denn dem Typen perfekt einen blasen.“ Sie sind später als Erwachsene unfähig so etwas ähnliches wie Liebe zu empfinden, ein Bindungsgefühl aufzubauen, zu einer Person und damit eine Familie zu gründen. Es geht jedoch nicht nur um das Thema Sexualität sondern auch um Beziehungen, Rollenbilder, Familie, Verantwortung, Orientierungssuche.

Die Teenager suchen nach Nähe und Geborgenheit. In den Medien wird es als „sexuelle Verwahrlosung“ oder als „Generation Porno“ angeprangert. Es ist eher ein Mangel an Liebe, Vertrauen und Perspektiven. Was Jugendliche in familiären und freundschaftlichen Beziehungen vergeblich suchen, finden sie in der Sexualität. Sie fühlen Liebe, solange der eigene Körper begehrt wird. Geborgenheit, solange sie sich an einem anderen Körper festhalten können. Solange sie gestreichelt werden, spüren sie sich. Körperliche Nähe ersetzt emotionale Vertraulichkeit. Sex ist zum Surrogant geworden und damit verfügbar, banalisiert, dem Konsumdenken unterworfen. Je mehr Sex, desto weniger Intimität.

Es ist ein heikles Thema das häufig Stoff für empörte, sensationsheischende Schlagzeilen liefert. Eine Studie hat ergeben, dass deutsche Jugendliche sich mit dem ersten Sex mehr Zeit lassen und auch sonst Verantwortung zeigen. Das liegt nicht zuletzt an den Eltern. Deutsche Mädchen und Jungen haben heute weniger Sex als noch vor Jahren, laut der Studie „Jugendsexualität 2010“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Jugendliche unter 17 Jahren machen ihre ersten sexuellen Erfahrungen eher als vor 30 Jahren. Dies ist kein gegenwärtiges Phänomen sondern eine konstante Entwicklung.Annahmen, wonach immer mehr junge Menschen immer früher sexuell aktiv werden, bestätigen sich nicht.

Der Anteil der deutschen 14-jährigen Mädchen, die bereits Erfahrung mit Geschlechtsverkehr hatten ist eher rückläufig. Die meisten Jugendlichen erleben ihr „erstes Mal“ in einer Partnerschaft, dank der zunehmenden Aufklärung. So versucht man den Jugendlichen zu vermitteln; „Glaubt nicht, dass alle anderen schon Sex hatten, nur weil sie damit prahlen, und überlegt euch gut, was das Richtige für euch ist-wann, mit wem, wie. Geht bewusst mit eurem Körper und eurer Beziehung um.“