True Story

Midnight Express – 12 Uhr nachts – britisch – amerikanisches Drama, Biografie aus dem Jahr 1978.

Midnight Express

Der Film beruht auf der wahren Geschichte des amerikanischen Studenten Billy Hayes, der versuchte Drogen aus der Türkei zu schmuggeln. Billy Hayes hat den Film und Oliver Stone scharf kritisiert, seine türkischen Freunde kommen in dem Film nicht vor und jeder Türke würde bösartig dargestellt werden. Auch seinen Gefängnisaufenthalt in der Türkei sieht er als positiv, diesen er sogar einen in den USA vorziehen würde.

William „Billy“ Hayes, geboren 1947 in New York, ist Schriftsteller, Schauspieler, verurteilter Drogenschmuggler und Regisseur. Seine Geschichte beginnt in den 1960er Jahren. Er entdeckte Marihuana und beschloss sich durch den Schmuggel aus der Türkei etwas Geld zu verdienen. Bei seiner vierten Reise, im Jahr 1970, versuchte Hayes 2 Kilo Haschisch, das er mit Klebeband an seinem Körper befestigt hatte, aus der Türkei über die Grenze mittels Flugzeug nach Amerika zu schmuggeln, um dort die Drogen zu verkaufen. Man erwischte ihn am Flughafen in Istanbul und steckte ihn in ein türkisches Gefängnis. „Ich war so dumm, ich fühlte mich wie ein verwegener Pirat, James fucking Bond, alles war so einfach, bis mir der Himmel auf den Kopf fiel, und ich erkannte das mein Handeln Folgen haben wird. Nicht nur das ich mein Leben vermasselt habe, sondern meinen Eltern so viel Schmerz bereitete.“

Am 7. Oktober 1970 wurde er zu vier Jahren und zwei Monaten Haft verurteilt. 53 Tage vor seiner Entlassung entschied man das Strafmaß zu erhöhen und somit verurteilte man ihn zu einer lebenslangen Haftstrafe. Unter dem Druck der Nixon-Regierung wollten die türkischen Behörden damals ein Exempel an ihm statuieren. In seiner ersten Nacht im Gefängnis Sagmalcilar versuchte der 23-jährige Billy eine Decke zu stehlen. Ein Wärter bestrafte ihn, fesselte ihm die Füße und schlug mit einem Stock auf die Fußsohlen. Er empfand es nicht als schlimm oder brutal. Sexuelle Übergriffe gab es auch nicht. „Das schlimmste für mich war, als ich einen Brief an meine Eltern geschrieben habe.“ Er machte sich dennoch Gedanken ob man ihn schlagen oder härter bestrafen würde, um eventuell an Informationen über den Drogenschmuggel zu gelangen. Es gab keinerlei Gewalt. Das schlimmste, so sagt er, war die Langeweile.

Die amerikanischen Behörden übten Druck auf die Türkei aus, Hayes solle in die USA überführt werden. Der damalige türkische Außenminister Melih Esenbel erklärte, dass die Vereinigten Staaten nicht über türkische Gerichte bestimmen könnten. Möglich wäre dies nur wenn sich der seelische oder körperliche Zustand von Hayes verschlechtere. Am 12. Mai 1975 erklärte das türkische Verfassungsgericht eine Amnestie für alle Straftaten. Somit wurde die Haftstrafe von Hayes auf 25 Jahre verkürzt. Am 11. Juli 1975 brachte man Hayes in ein Gefängnis auf der Insel Imrali.

Am 2. Oktober gelang ihm die Flucht. Er bemerkte das ein Ruderboot festgemacht war und so sah er seine Chance. Er schwamm zu diesem Boot und ruderte stundenlang über das Meer in Richtung Festland. „Es war alles oder nichts, ich mittendrin, entweder erwischt man mich und ich komme wieder ins Gefängnis, oder ich sterbe, oder ich würde frei sein.“ Am Festland angekommen verbrachte er noch drei Tage in der Türkei, versteckte sich und färbte sich die Haare. Nun ging er in Richtung griechische Grenze, wo er über ein Minenfeld musste und durch den Fluss Mariza schwimmen musste, wo er von griechischen Soldaten festgenommen wurde. Von dort aus gelangte er zurück in die Heimat den USA.