True Story

Sturz ins Leere (Touching The Void) – britisches Dokudrama aus dem Jahr 2003.

Sturz ins leere

Der Film erzählt die dramatische Geschichte der britischen Bergsteiger Joe Simpson (25) und Simon Yates (21), die im Juni 1985 den Siula Grande bestiegen, einen 6344 Meter hohen Berg der peruanischen Anden. Zudem verweilte Richard Hawking im Basislager um auf die Zelte aufzupassen.

Joe Simpson verunglückte beim Abstieg vom Berggipfel, wobei er mehrere Brüche in einem Bein erlitt, und fortan muss er ums Überleben kämpfen. Die beiden Bergsteiger haben vor den Eisriesen Siula Grande zu besteigen, erstmals über die berüchtigte Westwand, fast 1400 Meter hoch. Es wird zu einer Expedition an die Grenzen der Leidenschaft, ein Abenteuer voller Mut, Angst und Verzweiflung. Simpson vermerkt in seinem Tagebuch; „Viel besser als die Alpen, keine Horden von Kletterern, keine Helikopter, keine Rettungsmöglichkeiten, nur wir und die Berge.“ Die Westwand erweist sich als sehr tückisch, je höher sie steigen, desto gefährlicher wird der für die Anden typische Pulverschnee. Sie finden kaum Halt und ihre Standplätze sind schwer zu sichern.

Dreimal finden sie Schneehöhlen in denen sie sich ausruhen können. Dann haben sie es geschafft, sie stehen auf dem Gipfel, völlig erschöpft und viel zu müde um es zu genießen. Ein Sturm braut sich zusammen und ab jetzt geht es nur noch steil bergab. Durch die trockene Eisluft sind sie völlig dehydriert. Auf eine Pause müssen sie verzichten um nicht zu verdursten. Ihnen wurde bewusst, sie haben zu wenig Gas für ihren Kocher eingepackt, was sehr leichtsinnig war, denn ein Bergsteiger benötigt in diesen Höhen bis zu fünf Liter Wasser am Tag. So schnell wie möglich müssen sie hier runter, durch das dichte Schneetreiben, ein paar Meter den Eishang hinab. Sein Unterschenkel hat das Kniegelenk zertrümmert und sich in Richtung Oberschenkel gebohrt. Das Bein knickt einfach weg, er schreit vor lauter Schmerz. In dieser Situation ein Todesurteil.

Yates entschließt sich ihn abzuseilen. Was anfangs unmöglich erschien, sollte so funktionieren. Es gestaltet sich jedoch als sehr schwierig, er findet selbst kaum Halt im endlosen Pulverschnee. Die Dunkelheit bricht herein, Simpson ist über einen Abhang geschlittert, das Seil ist zu Ende, er baumelt hilflos in der Luft, unter ihm eine riesige Glätscherspalte. Yates sieht ihn nicht und kann ihn auch nicht länger halten. Ihm bleibt nur eine Möglichkeit um selbst zu überleben, das Seil zu kappen. Ein Schnitt und Simpson stürzt ins Leere. Yates gelingt es mit letzter Kraft ins Basislager zu gelangen. Er versorgt seine Wunden, versucht alles zu verdrängen und ihn quälen Gewissensbisse. Er glaubt Simpson sei tot und verbrennt seine Kleidung. Doch Simpson hat überlebt, einen Sturz in 20 Meter Tiefe. In der Glätscherspalte bleibt er auf einer vorstehenden Eiskante liegen. Hinauf kann er nicht, die Wände sind einfach zu glatt.

Vergebens ruft er um Hilfe, bis er beschließt sich am Seil herabzulassen, bis zum Ende und er in den Tod stürzt. Bewusst hatte er am Ende des Seils keinen Knoten gemacht, es würde ihm so leichter fallen. Doch plötzlich bemerkt er einen Sonnenstrahl, eine seitliche Spalte die nach oben führt. Ihm gelingt es an die Oberfläche zu gelangen. Er folgt den Spuren seines Partners ,immer wieder stürzt er, sein Gesicht blutig und verquollen. Eine innere Stimme erzählt ihm von einer gemütlichen Kneipe in England, eine andere Stimme peitscht ihn gnadenlos vorwärts. Er halluziniert, Eisblöcke erscheinen ihm wie nackte Menschen, ein Song von Boney M. dröhnt in seinem Kopf.

Völlig im Delirium gelingt es ihm eine weite Strecke zurückzulegen. Nach zweieinhalb Tagen nach seinem Sturz in die Felsspalte, fast sieben Tage seit dem gemeinsamen Aufbruch, nachdem er 10 Kilogramm abgenommen hatte, lehnt er sich völlig entkräftet an einen Felsblock. Ihm fällt ein unerträglicher Gestank von Fäkalien auf, es war das Klo vom Basislager. Er schreit um Hilfe und wird von Yates gehört. Wieder in England griff man Yates an, man attackierte ihn regelrecht, wurde sogar handgreiflich. Es wurde heftig diskutiert. Darf man seinen Partner opfern um selbst zu überleben? Simpson veröffentlichte sein Buch um Yates zu verteidigen.