True Story

Aftershock – chinesisches Drama, Katastrophenfilm aus dem Jahr 2010.

Aftershock

Der Film thematisiert das Erdbeben von Tangshan, das sich am 27. Juli 1976 ereignete. Außerdem das emotionale Trauma der Überlebenden und Tragödien der Familien Jahrzehnte später. Dieses Erdbeben ist nicht irgendein Beben, es ist die folgenschwerste Naturkatastrophe, das verheerendste Erdbeben des 20. Jahrhunderts.

Die eine Million Einwohner der nordchinesischen Stadt Tangshan, etwa eine Stunde von Peking entfernt, wurden im Schlaf überrascht. Nach amtlichen Angaben starben 242.000 Menschen. 160.000 wurden verletzt. Andere Quellen wollen von mehr als 300.000 oder möglicherweise mehr als 600.000 Toten wissen. Chinesische Seismologen geben die Stärke des damaligen Erdbebens, um 3.42 Uhr Ortszeit in der Nacht zum 28. Juli 1976, mit 7,8 an. Andere Experten sprechen von 8,2.

Innerhalb weniger Sekunden wurde die Stadt fast komplett zerstört. Ein Zeitzeuge erinnert sich. Es überraschte den Tangshaner Xu Min im Schlaf. Damals war er 15 Jahre alt und Lehrling in einer Textilfabrik. „Der Himmel und die Erde gerieten ins Wanken. Die Maschinen in der Werkstatt fielen um und das Dach der Wohnheime stürzte ein. Mauerteile hatten mich begraben. Ich verlor das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam, war es dunkel, ich lag bereits im Freien. Das Gebäude existierte nicht mehr. Ich konnte mich selbst aus dem Schutt befreien. Die meisten Gebäude waren eingestürzt. Überall hörte ich Hilferufe. Das war schrecklich.“ Das schwere Beben erschütterte auch die Hauptstadt Peking, wo nach offiziellen Angaben 189 Menschen ums Leben kamen.

Nach dem Beben campierten in Peking viele Menschen aus Angst vor Nachbeben wochenlang in den Straßen. Die Katastrophe wurde als Zeichen des Himmels gewertet, dass das Ende der Ära des „großen Steuermanns“ Mao Tsetung nahte. Er starb tatsächlich sechs Wochen später. In den ersten Stunden nach dem Beben in Tangshan gruben Überlebende die Opfer mit den Händen aus den Trümmern. Schwere Nachbeben bis Stärke 7,1 forderten weitere Opfer unter Verschütteten und Rettern. Politisch geschah dies in einer schwierigen Phase. Das Erdbeben fiel in eine sensible Phase chinesischer Politik. Das kommunistische China lehnte internationale Hilfe etwa des Roten Kreuzes ab, was die Folgen der Katastrophe noch verschlimmerte. Die Revolutionäre wollten das Beben und seine Folgen geheim halten. Die Öffentlichkeit wurde nicht informiert, eine Ausnahme bildeten lediglich Ärzte.

Aus Misstrauen und aus ideologischen Gründen lehnte Peking jede ausländische Hilfe ab. Man werde selbst mit dieser Naturkatastrophe fertig, hieß es. Mehr als 90 Prozent der Häuser lagen in Trümmern. Mittlerweile waren Hunderttausend Soldaten und Tausende von Ärzten in der Stadt eingetroffen. Militärhubschrauber kreisten über der Stadt und versprühten Desinfektionsmittel um den Ausbruch von Seuchen zu vermeiden. Leichen wurden sofort begraben, Verletzte behandelt und mit Zügen aus der Krisenregion gebracht. Ein Arzt namens Dr. Kwei arbeitete bis zum Umfallen, rund um die Uhr und erhielt dafür keinen Lohn. Keiner wollte Geld. Ich bin einfach so hingefahren, so sagt er. Als Dankeschön erhielt er einen Orden und eine weiße Tragetasche, mit der Aufschrift „Die Menschen besiegen den Himmel.“