True Story

Tannöd – deutsches Drama, Thriller aus dem Jahr 2009.

Tannöd

Der Film beruht auf einem wahren Mordfall der sich 1922 auf dem nicht mehr existenten oberbayrischen Einödhof Hinterkaifeck ereignete, bei dem sechs Menschen ermordet wurden. Dieser Mehrfachmord bleibt bis heute unaufgeklärt.

In der Nacht vom 31. März auf den 1. April 1922 wurden sechs Menschen ermordet, indem man ihnen mit einer Reuthaue, einer Hacke zur Bodenbearbeitung, den Schädel einschlug. Bei den getöteten handelt es sich um das Ehepaar Andreas (64) und Cäzilia Gruber (77), deren verwitwete 35-jährige Tochter Viktoria Gabriel, deren Kinder die 7-jährige Cäzilia und dem 2-jährigen Josef, sowie die 45-jährige Magd Maria Baumgartner. Einige Tage vor der Tatnacht entdeckte der Bauer Andreas Gruber im Schnee Spuren, die zu seinem Hof führten, aber nicht wieder heraus. Ebenso vermissten die Bewohner der Einöde einen Haustürschlüssel. Ein Vorhängeschloss war aufgebrochen und im Stall ein Rind losgebunden.

Man bemerkte auch das das Anwesen vom Wald aus von einem Mann beobachtet wurde. In einer Nacht hörten sie auf dem Dachboden Schritte. Andreas Gruber durchsuchte das Haus, fand aber niemanden. Von diesen Geschehnissen erzählte er mehreren Personen, doch er weigerte sich Hilfe von Außenstehenden, Nachbarn oder der Polizei anzunehmen. Am Nachmittag des 31. März 1922 kam die neue Magd Maria Baumgartner auf dem Hof an. Das genaue Tatgeschehen konnte nicht rekonstruiert werden, man nimmt jedoch an, dass am späten Abend die Eheleute Gruber sowie deren Tochter Viktoria und Enkelin Cäzilia nacheinander in die Scheune gelockt wurden und man sie dort erschlagen hatte. Eine spätere Obduktion ergab, dass die siebenjährige Cäzilia, nachdem ihr der Schädel eingeschlagen war, noch mindestens zwei Stunden lebte. Von der Scheune aus drangen der oder die Täter ins Haus ein, wo der zweijährige Josef in seinem Stubenwagen im Schlafzimmer seiner Mutter und die Dienstmagd in ihrer Magdkammer erschlagen wurden.

Zwischen dem Tatzeitpunkt und der Entdeckung der Leichen vier Tage später, müssen sich der oder die Täter noch im Haus aufgehalten haben, das Vieh war versorgt, Rauch stieg aus dem Kamin, der gesamte Brotvorrat war aufgebraucht und Fleisch war frisch angeschnitten. Der Postbote wunderte sich über die Post die nicht ins Haus geholt wurde. Ein Monteur reparierte fünf Stunden eine Maschine und bemerkte das er dort niemanden sah. Dies erzählte er den Bewohnern des Dorfes und der Ortsführer machte sich mit zwei anderen auf den Weg um dort nachzusehen. Dort fanden sie die größtenteils abgedeckten Leichen und verständigten die Polizei. Auf dem Dachboden bemerkte man das dieser mit Heu bedeckt war, vermutlich um Schritte zu dämpfen, Dachziegel waren verschoben um das Hofgelände überblicken zu können und im Heu fand man zwei Mulden. Jedoch das viele Geld der Familie wurde nicht angerührt.

Bei der Obduktion der Leichen trennte man ihnen die Köpfe ab und stellte fest das sich die siebenjährige Cäzilia in ihrem etwa zweistündigem Todeskampf büschelweise die Haare ausgerissen hatte. Eine Belohnung von 100.000 Mark wurde ausgesetzt. Viele Personen wurden verdächtigt, doch man konnte niemandem etwas nachweisen. Als der Mord geschah, war ein Neubau des Stalls geplant. Die Familie Gruber verfügte über 17 Hektar Land und einiges an Vieh, außerdem waren sie sehr vermögend, man schätzte dies auf etwa 100.000 Mark. 1923 begann man den Hof abzureißen, man fand das blutverschmierte Tatwerkzeug auf dem Dachboden unter den Dielen. Bis heute konnte kein Täter ermittelt werden.