True Story

Siegburg (Stoic) – Kanadisches Drama aus dem Jahr 2009.

Siegburg

Das Drama ist eine Verfilmung eines Foltermordes, ein Mord der sich in der Nacht zum 12. November 2006 in der Zelle 104 der Justizvollzugsanstalt Siegburg ereignete. Drei Insassen des Jugendgefängnisses Pascal I., Ralf A. und Danny K.,ermordeten ihren Mithäftling Hermann H. bestialisch. Die Brutalität und Perversion des Martyriums erzeugten Abscheu, Ekel und Fassungslosigkeit bei jeden normal empfindenden Menschen. Dennoch ist der grauenvolle Mord alles andere als unerklärlich.

Es ist eine direkte Folge des Sozialabbaus und der Politik der letzten Jahre auf Bundes und Landesebene. So reagierten alle die die Haftbedingungen in deutschen Gefängnissen, insbesondere für Jugendliche kennen, nicht überrascht. „Es war eine Frage der Zeit, wann so etwas geschieht.“ Gegen Mittag des 11. November hatten die drei Häftlinge begonnen, ihren Zellengenossen zu quälen. Hermann H. wurde gequält, vergewaltigt und aufgehängt. Der Terror begann als man ihn in diese Zelle der drei anderen verlegt hatte, in dieser Konstellation war Hermann der Schwächste, in einer Zelle mit gerade 15 Quadratmetern Größe.

Mit bloßen Händen, brutalen Faustschlägen und anderem Schlagwerkzeug prügelten die drei 17,19 und 20 Jahre alten Häftlinge auf den wehrlosen Jungen ein. Abwechselnd fielen sie über den 20-Jährigen her, vergewaltigten ihn mehrere male. Sie zwangen ihn den Halter für die Toilettenbürste, in den sie uriniert und gespuckt hatten, leer zu trinken. Er musste sein eigenes Erbrochenes, eine Tube Zahnpasta und eine Mischung aus Wasser, Salz und scharfem Pulver runterwürgen und mehrere Abschiedsbriefe schreiben. Schließlich versuchten die Täter drei bis vier mal, ihr Opfer mit Kabeln aufzuhängen.

Diese seien aber immer wieder gerissen. Allein diese brutale Prozedur dauerte insgesamt fast zwei Stunden, in denen der wehrlose Hermann H. ständig den Tod vor Augen hatte. Erst ein Strick aus Bettlakenstreifen hielt dem Gewicht des 20-Jährigen stand. Damit zwangen die drei jungen Männer ihr Opfer auf einen Eimer vor der Toilettentür und legten ihm die Schlinge um den Hals. Damit der Mord wie ein Selbstmord aussah, habe Hermann den Eimer selbst wegtreten müssen. Als der 20-Jährige bereits an der Tür hing, lösten sie nach 90 Sekunden noch einmal den Strang und schlugen ihn erneut. Noch lebte er. Als sie ihn ein zweites mal ins Leben zurück prügeln wollten, war er bereits tot.

Zwölf Stunden habe der Gewaltakt gedauert, erklärte der Oberstaatsanwalt Fred Apostel. Die drei jungen Männer hätten „weitgehende Geständnisse“ abgelegt. Zum Motiv habe einer der Beschuldigten gesagt, sie hätten einen Menschen sterben sehen wollen. Die drei Täter bekamen Haftstrafen von 15 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung, 10 Jahren und 14 Jahren, ein eher mildes Urteil. Bei der Gerichtsverhandlung marschierten die drei Angeklagten sichtlich zufrieden aus dem Gerichtssaal, einer von ihnen konnte nur schwer ein Grinsen unterdrücken. Der zu Tode gefolterte 20-Jährige saß zum ersten mal eine Haftstrafe ab. Wegen exzessivem Drogenkonsum hatte er begonnen durch Einbrüche und Diebstähle Geld dafür zu beschaffen. Er bekam eine Bewährungsstrafe, hielt sich aber nicht an deren Auflagen und wurde somit zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Der Bruder von Hermann H. sagte; „Wie kann man nur einen Menschen so aus dem Leben reißen?“ Die beiden Brüder fühlten sich schon als Kinder von ihrer Mutter abgelehnt. Er war jemand dem man helfen musste, weil er mit seinem Leben nicht zurechtkam. Einige seiner Freunde sagten; „Hermann war noch ein Kind und hat Halt bei Erwachsenen gesucht, da er Hilfe brauchte, den richtigen Weg zu finden. „Doch statt Hilfe hat er eine Strafe erhalten, die er mit seinem Leben bezahlte! Der Körper von Hermann H. war mit Hämatomen übersät. Mitarbeiter des Bestattungsunternehmen hatten vergeblich versucht, das geschwollene Gesicht und die Strangulierungsmerkmale mit dickem Make-up zu überschminken.