True Story

Gerry – amerikanisches Drama aus dem Jahr 2002.

Gerry

Im Juli 1999 unternahmen Raffi Kodikian und David Coughlin eine Cross-Country-Wanderung und verliefen sich bei einer Tageswanderung im Rattlesnake Canyon, der zum Carlsbad Caverns National Park gehört. Ein Nationalpark im US-Bundesstaat New Mexico mit einer Fläche von 189 Quadratkilometern.

Nach Tagen ohne Wasser und Nahrung brachte Raffi Kodikian seinen Freund David Coughlin um. Obwohl er angab, aus Gnade den Freund umgebracht zu haben, wurde er wegen Mord zweiten Grades (entspricht dem Totschlag in einem minder schweren Fall des deutschen Strafrechts) verurteilt. Er musste 16 Monate ins Gefängnis. Der 25-jährige Kodikian und der 26-jährige Coughlin  waren seit dem College beste Freunde. Kodikian war ein aufstrebender Journalist und Coughlin Analyst für Verkehrspolitik. Im Juli 1999 fuhren sie von Boston, ihrer Heimatstadt, nach New Mexico zu dem Rattlesnake Canyon. Dort kamen sie am 4. August an und unternahmen eine Wanderung.

Nach Tagen des Wanderns verliefen sie sich und waren völlig dehydriert, da ihre Wasservorräte schon aufgebraucht waren. Obwohl sie eine topographische Karte dabei hatten, wusste keiner der beiden sie richtig zu lesen. Sie unternahmen extreme Maßnahmen um ihren Dusrt zu stillen, leckten Felsen ab, aßen Kaktus-Früchte und tranken ihren eigenen Urin. Kodikian gab diese Idee aber schnell wieder auf, nachdem er sich übergeben musste. In der dritten Nacht begann Coughlin sich zu erbrechen und klagte die ganze Nacht über Schmerzen.

Er bat Kodikian ihn zu töten, was er auch tat, indem er ihm ein Messer zweimal in die Brust rammte, der dritte Stich ging ins Herz, Coughlin war tot. Dies schrieb Kodikian am 8.August 1999 in sein Tagebuch. Lance Mattson, ein Parkranger der nach den beiden gesucht hatte, fand Kodikian völlig dehydriert. Er fragte ihn wo Coughlin sei, Kodikian antwortete; „Ich habe ihn getötet“. Der Ranger fand ihn unter einem Haufen Steine, ein behelfsmäßiges Grab zum Teil aus Felsen mit einem Gewicht von mehr als 70 Pfund. Man wunderte sich später über diesen Aufwand, für jemanden der selbst dehydriert war und Wunden an den Händen hatte. Außerdem fand man bei Kodikian noch eine Büchse Bohnen.

Kodikians Anwalt beschrieb die Tötung als einen Akt der Freundlichkeit und das wohl jeder unter diesen Umständen so gehandelt hätte. Kodikian verbrachte nach seiner Rettung gerademal zwei Stunden in einem Krankenhaus. Sie waren beste Freunde und es gab nie ein böses Wort zwischen ihnen. Niemand bezweifelte das Coughlin Schmerzen hatte, aber man fragte sich ob diese Entscheidung sich töten zu lassen gerechtfertigt sei.

Eine Autopsie ergab, Coughlin war zwar dehydriert, er wäre daran aber noch nicht gestorben. Was genau in diesen vier Tagen in sengender Hitze der Wüste von New Mexico passiert ist wissen nur zwei Menschen. Die vollständige und wahre Geschichte, die einer von ihnen mit ins Grab genommen hat, und der andere der mit diesen Ereignissen von diesen vier Tagen den Rest seines Lebens leben muss.