True Story

Romper Stomper – australisches Drama aus dem Jahr 1992.

Romper Stomper

Ein „Romper“ ist umgangssprachlich eine Person, die „anders“ ist und aufgrund dessen als minderwertig angesehen wird. Dies sind in diesem Zusammenhang zumeist Ausländer, Andersfarbige, Behinderte, Homosexuelle usw. Als „Stomper“ bezeichnet man den Akt oder aber den Ausführer eines Fußtritts, vertikales Treten mit Schuh-oder Stiefelsohle auf den Kopf eines am Boden Liegenden.

Der Regisseur Geoffrey Wright erhielt Ende der 1980er Jahre durch die Presseberichterstattung über rassistische Überfälle in Australien die Idee für den Film. Er selbst führte Interviews mit Anhängern der rechten Szene. Einer der bekanntesten und berüchtigsten war der Neonazi Dane Sweetman, den er 1991 kontaktierte um ein Interview zu beantragen. Zu dieser Zeit ging es um eine Verurteilung wegen Mordes und demzufolge einer lebenslangen Haftstrafe im Gefängnis Pentridge. Sweetman und die Gang waren gewalttätig gegenüber Juden, Asiaten und Homosexuellen in Melbourne in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren.

Er begann als Kleinkrimineller in einer Straßengang, war in Schlägereien verwickelt und es kam zu Überlegungen sich mit dem Thema Politik, Rechtsextremismus, auseinanderzusetzen. Man redete über Neonazis in Europa und verglich dies mit dem Geschehen in Melbourne. Seine Liebe zur Gewalt war tief verwurzelt. Er saß wegen bewaffneten Raub zwei Jahre im Gefängnis, später kam es zu einer Anklage wegen versuchten Mordes. Selbst im Gefängnis sah er sich als politischer Freiheitskämpfer, der Körper tätowiert mit Hakenkreuzen und rief seine Mitstreiter zur Gewalt und zur Herstellung von Bomben auf. Im Gefängnis selbst gab es seit 1987 eine geheime rechtsextreme Organisation „The Guard“. Sweetman schrieb im Gefängnis ein Tagebuch, das Einblicke eines rassistisch Gestörten verschaffte.

Er bezeichnete es als sein Manifest für den Rassenkrieg und erklärte Drogenkonsumenten, Homosexuelle, Ärzte, Lehrer, Polizisten, Kinderschänder und Priester töten zu wollen. Man versuchte im Gefängnis Männer zu rekrutieren die die gleichen politischen Ziele verfolgen, darunter auch Vollzugsbeamte. Im Dezember 1989 wurde Sweetman aus der Haft entlassen. Einen Tag darauf wurde eine Synagoge mit Naziparolen beschmiert und in Brand gesetzt.

Er ging durch die Straßen und bedrohte zwei Asiaten mit dem Messer, einem weiteren hielt er ein Rasiermesser an die Kehle. Ein Mann wurde angegriffen weil man vermutete er sei homosexuell, man schlug ihm mit einem Schlagstock in die Genitalien. Sweetman sprang auf ihn und brach ihm fünf Rippen. Kurz darauf zündete man eine Bombe vor einem Haus, dies wurde teils zerstört aber niemand verletzt. Er griff eine junge Frau an weil sie einen asiatischen Freund hatte. Sweetman ist 22 Jahre alt, seine Strafen; versuchter Mord, schwere Körperverletzung, Waffenbesitz, bewaffneter Raub und Mord durch Treten.

An seinem Geburtstag am 19. Dezember 1991 wurde er zu 20 Jahren Haft wegen Mordes an David Edler verurteilt. Dieser war selbst Skinhead und es kam zu einem Streit an Hitlers Geburtstag. Sweetman erschlug ihn mit einer Axt, trennte ihm die Beine ab, lud die Überreste in ein Auto und warf sie in einen Fluss. Ein Zitat aus dem Film, „Ich werde Dir die Beine abhacken“, ist ein direkter Hinweis auf diese Tat.

Der Film beschreibt auch im Allgemeinen reale Vorfälle, mehrerer verschiedener rechtsorientierter Gruppierungen in ganz Australien. Es erweckte den Eindruck eines größeren Nazi-Problems in Australien, was aber so nicht der Realität entspricht. Es zeigt auch die Zerschlagung der berüchtigsten Skinhead-Bande in der Sweetman aktiv war. Viele der damaligen Mitglieder sind entweder tot, inhaftiert oder desillusioniert.