True Story

Heavenly Creatures – neuseeländisch-britisch-deutsches Drama aus dem Jahr 1994.

Heavenly Creatures

Der Film erzählt die Geschichte der beiden Teenager Pauline Parker und Juliet Hulme, die später unter dem Namen Anne Perry eine erfolgreiche Autorin wurde. Ihre Identität kam erst zum Filmstart ans Tageslicht.

Anne Perry geboren 1938 in London als Juliet Marion Hulme. Sie war das erstgeborene Kind des englischen Physikers Henry Rainsford Hulme und dessen Frau Hilda Marion Reavley, Tochter eines angesehenen Geistlichen. Ihr jüngerer Bruder wurde 1944 geboren. Im Alter von 6 Jahren erkrankte sie an Tuberkulose und musste in ein wärmeres Klima umziehen. Ihre Eltern schickten sie zu einer Pflegefamilie auf die Bahamas, mit der sie später auf eine abgelegene neuseeländische Insel zog. Deshalb verpasste sie fast drei Jahre des Schulunterrichts. Ihr Vater nahm eine Stelle als Rektor der University of Canterbury in Neuseeland an und Perry konnte wieder mit ihrer Familie zusammenleben.

Als sie 15 Jahre alt war, standen ihre Eltern kurz vor der Scheidung. Perry hoffte, nach der Scheidung gemeinsam mit ihrer Freundin Pauline Parker ihren Vater zurück nach England begleiten zu können. Die beiden Mädchen verband eine enge Freundschaft. Perry gab 2006 in einem Interview zu, die Beziehung sei obsessiv gewesen. Parkers Mutter Honora Parker missbilligte die enge Bindung. Ihre Tochter befürchtete, sie würde sie daran hindern, gemeinsam mit Perry Neuseeland zu verlassen.

Pauline Parker entwarf in ihrem Tagebuch einen Mordplan, den sie Perry mitteilte und den die beiden Mädchen am 22. Juni 1954 umsetzten. Sie lockten Honora Parker in einen Park und erschlugen sie mit einem Ziegelstein, der in einem Strumpf eingewickelt war. Es war ein sensationelles Verbrechen. Pauline war 16 Jahre und Julia 15 Jahre alt. Der Mordfall erregte großes Aufsehen. Durch ihr geringes Alter entgingen sie der Todesstrafe und wurden zu einer Strafe unbestimmter Länge verurteilt, die in Commonwealth-Staaten (Verbindung von souveränen Staaten) als At Her Majesty’s Pleasure (nach Belieben ihrer Majestät) bekannt ist.

Keine der beiden konnte zum Tode verurteilt werden. Man beschrieb sie als verrückt, beide wären Beweise des Wahnsinns. Die beiden Mädchen litten an Paranoia, Größenwahn und Wahnvorstellungen. Man habe sich gegenseitig beeinflusst was den Prozess ihrer krankhaften Tat verschärfte. Nach fünf Jahren Haft kamen sie mit der Auflage frei, nie wieder Kontakt zueinander aufzunehmen. Perry kehrte nach ihrer Entlassung 1959 nach England zurück. Sie begann zu schreiben, ist heute eine bekannte Schriftstellerin und lebt heute in Schottland. Parker verbrachte nach ihrer Haftstrafe einige Zeit unter strenger Beobachtung durch die Behörden in Neuseeland. Man erlaubte ihr später nach England auszureisen. Dort eröffnete sie eine Reitschule, ist gläubige Katholikin und bereut den Mord nach eigenen Angaben zutiefst.