True Story

Zeit des Erwachens (Awakenings) – amerikanisches Drama, Biografie aus dem Jahr 1990.

Zeit des Erwachens

Der Film beruht auf dem Buch Awakenings (Bewußtseinsdämmerungen) von Oliver Sacks.

Oliver Sacks, geboren 1933 in London, ist britischer Neurologe und Schriftsteller. Er beschreibt komplexe Krankheitsbilder und möchte erreichen das man den betreffenden Menschen neben der modernen Wissenschaft nicht aus dem Blick verliert. Hinter jeder Erkrankung müsse man das individuelle Schicksal erkennen. Für ihn steht der kranke Mensch im Mittelpunkt. In seinen Patienten sieht er Menschen, von denen er etwas lernen kann. Wenn er sich mit neugieriger Phantasie in ihre Zustände einzufühlen sucht, verfliegt offenbar die Berührungsscheu, die ihm oft nachgesagt wird. Tief unter der medizinischen Wahrnehmungsschwelle spürt er Leiden und Not nach, denn was ihm von seinen Patienten trennt, auch wenn sie unansprechbar scheinen, sei, so meint er, nur „der Abgrund zwischen allen Menschen.“

Durch seine Leidenschaft mit wissenschaftlichen und literarischem Anspruch berichtet er über Fallgeschichten aus der Praxis. Seine ganze Familie ist in der Medizin tätig, seine Mutter praktizierte als Chirurgin, sein Vater war Arzt für Allgemeinmedizin und seine drei Brüder waren ebenfalls Mediziner. Er besuchte die St.Paul’s School in London, danach studierte er Medizin am Queen’s College in Oxford.

1960 ging er in die USA, arbeitete zwei Jahre als Internist am Mount Zion Hospital in San Francisco. 1962 bis 1965 forschte er an der University of California in Los Angeles. 1965 nahm er eine Professur für klinische Neurologie am Albert Einstein College of Medicine in New York City an.
Während er 1966 über Migräne forschte stieß er im Beth Abraham Hospital in der Bronx auf einige Patienten die schon seit etwa 40 Jahren wie „eingefroren“ waren. Es waren Menschen die die Europäische Schlafkrankheit, einer weltweiten Epidemie von 1916 bis 1927, überlebt hatten. Betroffene fielen einfach in den Schlaf, dies während der Einnahme von Mahlzeiten oder während der Arbeit. Am nächsten Tag folgten Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber. Die Betroffenen schliefen häufig in den seltsamsten Körperhaltungen ein. Man konnte sie zwar aufwecken, aber in einigen Fällen kam es hierbei zum Tod.

Diese Menschen galten bislang als hoffnungslos, bis 1969, als Dr.Sacks ihnen ein neues Medikament L-DOPA verabreichte, einer Vorstufe des Dopamin. Es bewirkte ein erstaunliches explosives Erwachen der Betroffenen. Diese Patienten die teils unbeweglich, die sich in einer Art Trance befanden, deren Leben hat er wieder lebenswert gemacht. Nach Abschluss seiner Migräne-Studien, die er 1970 veröffentlichte, widmete er sich der Patientengruppe intensiver. Die Einzelfallstudien waren Gegenstand seines Buches. Seine Patienten zeigen außergewöhnliche Reaktionen. Sie erwachen kurzfristig, zeigen teilweise gar eine übermotivierte Lebensfreude, bis sie schließlich in ihre Starre zurückfielen.

Keinen aufstrebenden jungen Arzt, der sich als Neurologe fortbilden will, drängt es danach, in einer Verwahranstalt für hoffnungslose Pflegefälle zu arbeiten. Oliver Sacks hat diesen Job akzeptiert und hat in der Routine seiner Arbeit mit geistig Behinderten die fesselndste Aufgabe seines Lebens gefunden. Sein Interesse galt einer Gruppe von etwa 80 älteren Patienten, die zwar bestimmte Reflexe zeigten, die meisste Zeit aber in so tiefer Regungslosigkeit erstarrt waren, dass sich nicht einmal ein Lidschlag beobachten ließ. Seit Jahrzehnten waren sie in ihrem Abwesenheitszustand verstummt, vergessene Opfer einer vergessenen Krankheit. Und durch ihn gelang es aus den Patienten eine Gruppe überschwenglich Lebendiger zu machen, die singend und tanzend ihre Auferstehung feierten. Oliver Sacks verstarb am 30. August 2015.