True Story

Army of Death – Flammen über Vietnam – italienischer Kriegsfilm, Drama aus dem Jahr 2010.

Army of Death

Auch unter dem Titel Kompanie des Todes zu finden. Originaltitel – My Lai Four.

Das Massaker von My Lai war ein Kriegsverbrechen US-amerikanischer Soldaten in Südvietnam. An die Soldaten war ein unglaublicher Befehl gegangen. Mit beispielloser Kaltblütigkeit rückten die amerikanischen Soldaten in das Dorf ein. Bewaffnete waren nicht zu sehen, man wusste genau das man dort nur Zivilisten antreffen würde. Am 16. März 1968 erhielten sie den Auftrag einige Dörfer einzunehmen und nach Vietcongs zu suchen.

In dem Dorf My Lai hielten sie die Dorfbewohner für potentielle Unterstützer des Vietcong. Die Soldaten vergewaltigten Frauen und ermordeten fast alle in dem Dorf, vom Kind erst wenige Wochen alt, bis hin zu den Greisen. Die meisten von ihnen waren einfache Bauern. 503 Zivilisten, davon 182 Frauen, 172 Kinder, 89 Männer unter 60 Jahren und 60 Greise. Außerdem wurden sämtliche Tiere getötet. Es waren keine Vietcongs zu sehen und es gab auch keinen Widerstand. Nur wenige Soldaten verweigerten den Befehl.

Dieses Massaker ging in die amerikanische Geschichte ein, denn keine andere amerikanische Einheit hat binnen Minuten solch ein Blutbad an Unbeteiligten angerichtet. Der amerikanische kommandierende General William Westmoreland hatte seinen Truppen Handlungsfreiheit gegeben. Das bedeutete das jegliche Schutzbestimmungen für Zivilisten außer Kraft gesetzt waren. Die Soldaten die dieses Massaker anrichteten waren der Meinung; „Endlich tun, wofür wir hier sind.“

Der Hubschrauberpilot Hugh Thompson, auf einem Aufklärungsflug, bemerkte dieses Massaker und konnte 11 Frauen und Kinder das Leben retten. Führende Offiziere versuchten diesen Vorfall jedoch zu vertuschen. Die Mauer des Schweigens hielt 18 Monate, danach wurde der Fall durch den Journalisten Seymour Hersh öffentlich gemacht, nachdem die Medien die Veröffentlichung erst abgelehnt hatten. Nur vier Soldaten wurden vor ein Militärgericht gestellt. Der befehlshabene Offizier William Calley wurde 1971 zu lebenslanger Haft verurteilt, dies wurde ein Tag später in Hausarrest umgewandelt. 1974 wurde er begnadigt. Die Veröffentlichung durch Hersh hatte großen Einfluss auf die öffentliche Meinung zum Vietnamkrieg. Er bekam 1970 den Pulitzer-Preis für internationale Berichterstattung.

Aus dem Bericht der Augenzeugin Ha Thi Quy;

“Die Amerikaner erschienen ganz plötzlich und schenkten mir Zigaretten. Dafür sollte ich ihnen Wasser aus unserem Brunnen schöpfen. Aus jedem Eimer, den ich hochzog, musste ich trinken, bevor ich ihre Feldflaschen füllte, ja, ich musste jede Portion vorkosten. Dann verschwanden sie wieder, ohne irgendwas zu sagen. Das wiederholte sich noch einmal. Als sie zum dritten Mal kamen, war alles ganz anders. Riesengroße Flugzeuge tauchten auf, flogen dreimal hin und her und schossen dabei ununterbrochen um das Dorf herum; die Schüsse fielen wie Regen. Es war am frühen Morgen, fast alle Menschen waren noch zu Hause. Mein Mann war schon mit dem Wasserbüffel auf dem Feld und ich also mit unserem Kind allein. Wir suchten Schutz in den Bunkern. Dann erschienen Soldaten und forderten uns auf, zu einer Sammelstelle zu gehen.“

„Wir taten alles, was sie verlangten. Ich hatte meinen kleinen Sohn bei mir, mit uns kamen viele andere Dorfbewohner. Wer auf dem Reisfeld stolperte und hinfiel, wurde sofort erschossen, ebenso ältere Leute, die nicht schnell genug laufen konnten. Ich fragte mich, was sind das für Menschen, die so wahllos um sich schießen, sind das überhaupt Dann wurde ich am Oberschenkel getroffen. Es war ein Steckschuss, ich fiel um, lief dann aber trotz großer Schmerzen weiter. Wir flehten die Amerikaner an, doch sie sagten nichts und feuerten einfach weiter. … Sie trieben die Menschen in den ausgetrockneten Kanal und feuerten auf sie. Auch mein Kind wurde getötet. Irgendwann verlor ich das Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam, lag ich auf dem Boden des Kanals, um mich herum nur Leichen. Ich hatte große Schmerzen im Bein, mein Kopf war mit Schlamm und Blut verschmiert, die sich wie eine Mütze verkrustet hatten.“

„Auch meine Füße waren voller Blut, es floss wie Wasser. So gegen zehn Uhr – die Sonne stand schon hoch, und es war sehr heiß – kroch ich auf allen vieren ins Dorf zurück. Dort stand alles in Flammen. Auch unser Haus und die Kühe im Stall brannten lichterloh. Sogar die Bäume waren umgehackt. Doch unser Kind war tot. Ich war damals 44 Jahre alt. Heute bin ich 75 und immer noch sehr traurig und sehr böse. Aber ich kann ja nicht bis zum Himmel schreien, ich bin viel zu schwach… Ich bin nur ein einfacher Mensch und weiß gar nicht, was das sind – die Amerikaner. Ich weiß nur: Sie haben mein Kind getötet. Hätte ich damals genug Kraft gehabt, hätte ich sie auch getötet.”