True Story

Das Massaker von Lidice – slowakisch-tschechisches Drama aus dem Jahr 2011.

Das Massaker von Lidice

Der Film basiert auf dem  Massenmord im tschechischen Dorf Lidice im Jahr 1942. Das Massaker gehört zu den bekanntesten Verbrechen des Zweiten Weltkrieges.

Neue Forschungen zeigen, dass Ordnungs-Polizisten die Haupttäter waren. Die Mörder kamen in der Dunkelheit, gegen 22.00 Uhr, knapp ein Dutzend Lastwagen trafen im Dorf ein. Mehr als 200 Mitglieder der Ordnungspolizei, zum größten Teil aus Halle an der Saale, umstellten den Ort, unterstützt von einer Kompanie Wehrmacht-Soldaten und tschechischen Kollaborateuren. Auslöser dieses Massakers war das Attentat auf SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich, an dessen Folgen er später verstorben war. Man trieb etwa 500 Bewohner zusammen, knapp 200 Frauen und ca. 100 Kinder wurden mit Bussen in den Nachbarort Kladno gebracht. Die Frauen kamen in Konzentrationslager und die meisten Kinder wurden später wohl vergast. Den Männern war ein anderes Schicksal zugedacht.

Gegen Mitternacht am 10. Juni 1942 begann man die verbliebenen Bewohner zu einem nah gelegenen Gutshaus zu bringen. Am Morgen, wohl gegen 6.00 Uhr brachte man die Männer von Lidice in den Garten eines großen Hofes der Familie Horak. An eine Wand hatten sie Matratzen gelehnt, um Querschläger der Gewehrschüsse zu vermeiden. Vor dieser Wand wurden die Ortsbewohner in Aufstellung gebracht. Ihnen gegenüber standen 20 Schutzpolizisten aus Halle. Dann knallten Gewehrschüsse.

Nach nicht einmal zwei Stunden war alles vorbei, es lagen 173 tschechische Männer tot im Garten der Horaks. Danach wurde das Dorf geplündert, Vieh, alle mobilen Wertsachen, Radios und Fahrräder wurden fort geschafft. Nebenbei begann man die Häuser in Brand zu setzen. Durch die kalte Grausamkeit der vermeintlichen „Vergeltungsaktion“ ist Lidice zusammen mit dem auf den Tag (genau zwei Jahre später) ausgelöschten französischen Dorf Oradour-sur-Glane zum weltweit bekanntesten Symbol für Besatzungsverbrechen geworden.

Lidice war nur die bekannteste, aber keineswegs die einzige Mordaktion. Die Taktik der SS bestand darin das Polizisten Angst und Schrecken verbreiten sollten. Diese und weitere Unterlagen fand man in Stasi-Akten der DDR, die man damals nicht an westdeutsche  Ermittler weiter gab. Diese ermittelten 17 Jahre lang, eine unzureichende juristische Aufarbeitung des Massakers. Dadurch kam es zu keiner einzigen Anklage gegen einen der Täter. Erst zum 70. Jahrestag lag eine umfassende Studie zu den Tätern vor.