True Story

Der Pianist – französisch-britisch-deutsch-polnisches Drama aus dem Jahr 2002.

Der Pianist

Der Film erzählt die Geschichte des polnischen Pianisten und Komponisten Wladyslaw Szpilman geboren 1911, wie er im Zweiten Weltkrieg die Deportationen der Juden überlebt.

Als 1939 die deutschen Truppen in Warschau einmarschieren beginnt das Leiden. Seine Familie durchleidet die Qualen des Warschauer Ghetto, Sammellager für polnische und deutsche Juden, und es kommt der Tag des Abtransports nach Treblinka einem Vernichtungslager, Nähe Warschau, was den sicheren Tod bedeutet.
Durch den guten Willen eines Mitglieds des jüdischen Ordnungsdienstes, Judenpolizei, entgeht er dem Tod und es gelingt ihm die Flucht. Er muss nun bei den verbliebenen Juden arbeiten, die das Ghetto wieder aufbauen. Später kann er aus dem Ghetto fliehen und findet Unterstützung von Freunden. Die helfen ihm, sich versteckt zu halten.

Am 19. April 1943 kam es im Ghetto zu einem Aufstand. Er muss erneut das Versteck wechseln, leidet Hunger, weil ein betrügerischer Widerstandskämpfer die Geldspenden für sich abzweigt. Er erkrankt an Gelbsucht und wird von einem polnischen Arzt behandelt.
Während eines Gefechts zwischen Deutschen und Polen wird sein Versteck beschossen, er flieht und irrt durch das völlig verlassene und zerstörte Warschau. In seinem letzten Versteck trifft er zufällig einen hilfsbereiten Offizier der deutschen Wehrmacht, W. Hosenfeld, der ihn dann mit Lebensmitteln versorgt. Kurz danach begann der Einmarsch der Russen.

Wladyslaw Szpilman erzählte;
„Im November fing es an kühl zu werden, besonders nachts. Um nicht verrückt zu werden vor Einsamkeit, beschloss ich ein möglichst geregeltes Leben zu führen. Ich hatte noch immer die Uhr, meine Vorkriegs-‚Omega‘, die ich zusammen mit dem Füllfederhalter als einziger persönlicher Habe, hütete wie meinen Augapfel. Nach dieser gewissenhaft aufgezogenen Uhr entwarf ich einen ‚Stundenplan‘. Den Tag über lag ich reglos da, um meine wenigen Kraftreserven zu schonen, die ich noch in meinem Körper hatte. Einen Rest Zwieback und ein Glas Wasser teilte ich mir sorgsam ein. Mit geschlossenen Augen rief ich mir Takt um Takt sämtliche Kompositionen ins Gedächtnis zurück, die ich je gespielt hatte. Oder ich ging systematisch den Inhalt aller Bücher durch, die ich je gelesen hatte und wiederholte im Gedächtnis mein Englischvokabular. Nachts begab ich mich auf Nahrungssuche. Ich stöberte in den Kellern umher und in den Brandresten der Wohnungen, fand dort ein bisschen Grütze, da ein paar Stückchen Brot, Wasser in Wannen oder Eimern und Krügen. Bei diesen Wanderungen kam ich immer wieder an der verkohlten Männerleiche vorbei, die auf der Treppe unterhalb meines Verstecks lag – meinem einzigen Gefährten in dieser Zeit, dessen Anwesenheit ich nicht fürchten musste.“

Im Januar 1945 geriet Hosenfeld in sowjetische Kriegsgefangenschaft, Untersuchungsgefängnis in Minsk. Nach sechs Monaten Folter und Isolationshaft war er ein gebrochener Mann. 1950 wurde er, ohne Nachweis eines Vergehens, zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. 1951 erfuhr Spzilman den Namen seines Helfers und versuchte ihn zu retten, vergebens. Halbseitig gelähmt und verzweifelt verstarb Hosenfeld 1952 im Alter von 57 Jahren im Kriegsgefangenenlager Stalingrad. Aktuelle Nachforschungen belegen, dass Hosenfeld auch anderen Juden geholfen hat. Spzilman ging nach dem Krieg zurück zum polnischen Rundfunk. Im Jahr 2000 starb er im Alter von 88 Jahren.