True Story

Der Stellvertreter (Amen) – deutsch-französisch-rumänisches Drama aus dem Jahr 2002.

Der Stellvertreter

Das Holocaust-Drama kritisiert den fehlenden Protest der katholischen Kirche gegen den Holocaust zur Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland. Er basiert auf einer wahren Geschichte, die Richtigkeit des dort dargestellten Verhaltens des Vatikans wird jedoch von Kritikern angezweifelt.

Beim Thema „Katholische Kirche und Holocaust“ wird meist Papst Pius Xll. genannt, der in die Geschichte einging als der Papst, der zum Holocaust schwieg.
1998 veröffentlichte der Vatikan eine Erklärung die Papst Pius Xll. von der schweren Mitschuld an dem millionenfachen Judenmord zu entlassen suchte. Aber es gelang ihnen nicht. Erfindungen und Lügen auf der einen, Weglassungen und Unterschlagungen auf der anderen Seite, sind hier so eindeutig vermischt, dass kaum eine Frage aufgeklärt werden konnte.

Es ist jedoch auch nicht zu bestreiten, dass Pius mit dafür gesorgt hat, dass sich über 4400 Juden in römischen Kirchen und Klöstern bis zum Abmarsch der Besatzer verbergen konnten. Er war auch bemüht, den Frieden durch persönliche Initiative zu erhalten und versuchte später „sein“ Italien aus der Kriegsfront herauszubrechen. Doch Pius empfand wie die meisten Bischöfe auch, heimliche Sympathie für rechtstolalitäre politische Systeme, weil sie ihnen als Bollwerk gegen den „gottlosen“ Bolschewismus sehr willkommen waren. Außerdem erschien ihnen die kommunistische Heilslehre als schrecklichste Bedrohung des Katholizismus.

Franziskaner und Kreuzritter waren Henker in den massenhaft entstehenden Konzentrationslagern (davon allein neun Kinder-KZ). Im Vernichtungslager Jasenovac wo über 200.000 Serben und Juden ermordet wurden, war Der Franziskaner-Pater Filipovic zeitweise KZ-Kommandant, in dieser Zeit verantwortlich für 40.000 Morde.
Kurt Gerstein (1905-1945), ist als Hygienefachmann für die SS tätig, zuletzt im Rang eines Obersturmführers. Sein Aufgabenbereich wird von der Desinfektion auf die Vernichtung von Juden in Konzentrationslagern verlagert. Entsetzt über diese Verbrechen sucht er Hilfe der Katholischen Kirche, die er allerdings nicht erhält. In den Vernichtungslagern Belzec und Treblinka war er 1942 Augenzeuge des probeweisen Einsatzes von Motorabgasen bei Massenmorden, ebenso wusste er von der späteren Verwendung von Zyklon B für den gleichen Zweck.

Noch während des Zweiten Weltkrieges versuchte Gerstein das neutrale Ausland über seine Beobachtungen zu informieren. Nach Kriegsende legte er seine Erkenntnisse schriftlich nieder.
Der Gerstein-Bericht wurde im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher als Beleg für die Liefermengen von Zyklon B nach Auschwitz erwähnt. Gersteins Persönlichkeit und Rolle sind in der Geschichtswissenschaft umstritten. Manche Historiker sehen ihn als einen der Bekennenden Kirche, (BK,eine Oppositionsbewegung evangelischer Christen gegen Versuche einer Gleichschaltung von Lehre und Organisation der Deutschen Evangelischen Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus), nahestehenden Christen, der in SS-Uniform versuchte, Informationen über NS-Unrecht zu erlangen und gegen das NS-Regime zu verwenden.

Andere sehen in ihm den Mittäter, der sein Fachwissen zur „Verbesserung“ der Massenmord-Methoden weitergab und erst nach der Kapitulation Deutschlands versuchte, sich als heimlicher Widerstandskämpfer darzustellen.
1945 stellte sich Gerstein der französischen Armee und wurde interniert. Er bot sich als Zeuge an und händigte mehrere Dokumente und Schriftstücke aus. Er befand sich zunächst in einer Art Ehrenhaft und konnte sich frei bewegen. Später wurde er verhaftet, nach Paris gebracht und dort als Angeklagter vernommen. Am 25. Juli 1945 wurde er in seiner Gefängniszelle erhängt aufgefunden. Es ist umstritten, ob er Selbstmord beging oder von Mithäftlingen ermordet wurde.