True Story

Die Kinder von Paris – französisch-deutsch-ungarisches Drama aus dem Jahr 2010.

Die kinder von Paris

Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit und rekonstruiert die Ereignisse rund um die Rafle du Vèlodrome, genannt Razzia und Judendeportation vom Sommer 1942 in Paris.

Im Mittelpunkt steht die historische Persönlichkeit Joseph Weismann, geboren 1931 in Paris. Er ist ein Überlebender der damaligen Deportation. Er hatte gehofft seine Eltern und seine beiden Schwestern Charlotte und Rachel wiederzusehen. Charlotte dreizehn Jahre und Rachel sieben Jahre alt, wurden 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Joseph Weismann gelang die Flucht, Anna Traube kam noch aus dem Velodrom frei. Ein dritter Zeuge ist der Feuerwehrmann der mit dafür sorgte, das die eingeschlossenen Juden im Velodrom wenigstens Wasser aus einem Feuerwehrschlauch bekamen.

Franzosen sind eine Opfer- und auch Mittäternation.
Rafle du Vèlodrome d’Hiver, Razzia des Wintervelodroms, genannt nach einem der Sammelpunkte, dem Vèl’d’Hiv wird die am 16. und 17. Juli 1942 von der französischen Polizei durchgeführte Massenfestnahme und die darauf von Deutschen durchgeführte Deportation von mehreren tausend französischen Juden in die Vernichtungslager Osteuropas bezeichnet.

1940 wurde der Norden Frankreichs von der deutschen Wehrmacht besetzt, im Süden herrschte die Vichy-Regierung unter Marschall Phillippe Pètain. Diese Regierung, der die Polizei von ganz Frankreich unterstand, arbeitete mit den deutschen Besatzern zusammen. Im September 1940 wurde in Paris eine Volkszählung durchgeführt, um die Zahl der Juden (150.000) festzustellen. Nach gemeinsamer Planung deutscher und französischer Beamter begannen 1942 die Vorbereitungen für eine Massenrazzia in Paris. Es sollten staatenlose und ausländische Juden zwischen 16 und 60 Jahren verhaftet werden. Nur ein Viertel der Juden,die vor Ausbruch des Krieges in Paris lebten, waren in Frankreich geboren worden. Die meisten waren Flüchtlinge aus Osteuropa, Deutschland, Österreich und der Tschecheslowakei.

Die meisten der Juden, unter ihnen über 4000 Kinder wurden festgenommen. Mindestens 4500 französische Polizisten waren beteiligt. Jedoch konnten sich mehr als 10.000 Juden retten, da sie von Polizeibeamten gewarnt worden waren. Die festgenommenen Juden wurden vor ihrem Transport in das Todeslager Auschwitz im Vèl’d’Hiv zusammengeführt. Unter dem Glasdach der Radsporthalle stiegen die Temperaturen ins unerträgliche, es gab keine Toiletten, wenig Nahrung und Wasser. 30 Menschen starben schon dort. Nach fünf Tagen wurden die Erwachsenen über das Sammellager Drancy, das Lager in Beaune-la-Rolande sowie das Camp de transit de Pithiviers in das KZ Auschwitz-Birkenau transportiert. Etwa hundert der gefangenen Personen begingen vor dem Weitertransport Suizid.

Obwohl die französische Regierung sich dafür einsetzte, die zurückgebliebenen Kinder in Kinderheimen unterzubringen, entschied das Reichssicherheitshauptamt, die Kinder Ende August ebenfalls in die Vernichtungslager zu schicken.
Die Beteiligung der französischen Vichy-Regierung sowie französischer Polizeibeamter an dieser Aktion war jahrzehntelang so etwas wie ein Tabuthema in Frankreich. Erst am 16. Juli 1995 entschuldigte sich der damalige Staatspräsident Jacques Chirac öffentlich.