True Story

Requiem – deutsches Drama aus dem Jahr 2006.

Requiem

Der Film basiert auf dem Exorzismus von Anneliese Michel zu Beginn der 1970er Jahre, dieser mit deren Tod in Zusammenhang gebracht wurde.
Anneliese Michel wurde 1952 in Leiblfing, einem Ort in Niederbayern, geboren. Ihre Eltern sowie das ganze Umfeld im Weinort Klingenberg waren streng katholisch.

Ab 1959 besuchte sie die Volksschule in Klingenberg, zur 6. Klasse wechselte sie an ein Gymnasium in Aschaffenburg. Sie galt als hochintelligent und wollte Lehrerin werden. Ein ganz normales Mädchen wenn auch klein und zierlich. Sie mochte die Gesellschaft, war stets freundlich, hilfsbereit, sie liebte ihr Leben und war ein fröhlicher Mensch. Anneliese fiel aber auch wegen ihrer nervlichen Probleme auf.

1968 biss sie sich bei einem Krampfanfall in die Zunge, woraufhin eine Epilepsie diagnostiziert wurde, was weder sie noch ihr Umfeld akzeptierten. Aufgrund einer schweren Lungenerkrankung kam sie in ein Sanatorium in Mittelberg. Sie wurde gesund und setzte ihre Ausbildung am Gymnasium in Aschaffenburg fort. Hier kam es zu einer weiteren Attacke, das Sprechen fiel ihr schwer und sie konnte kaum gehen, was sie zwang sich an Tischen und Regalen festzuhalten.

Ihre Mutter sagte, es war der Anfang ihres Leidensweges. Man konnte sehen, dass sie vor etwas Angst hatte. Anneliese scheute den Konflikt mit dem sehr strengen Elternhaus, bleibt jedoch souverän und hat ihren ersten heimlichen Freund. Gleichzeitig vertieft sie sich jedoch weiter in den römisch-katholischen Glauben, ihre Bindung an die Kirche ist besonders stark. Sie geht mehrmals wöchentlich zur Messe, betet regelmäßig Rosenkränze und versucht noch mehr als das zu tun, was die Kirche von ihren Gläubigen verlangt.

Ihr gleiten die Zügel ihres eigenen Lebens mehr und mehr aus der Hand. Es ist eine religiöse Bilder-und Gedankenwelt, die sich immer mächtiger in ihr aufbaut, die sie selbst immer weniger kontrollieren kann. Beim Gebet erscheinen ihr katholische „Heilige“ oder „Dämonen“, die sie schließlich bis kurz vor ihrem Tod quälen und verfolgen. Auch hört sie Stimmen, die ihr vorhersagen, sie werde in der ewigen Verdammnis landen.

Anneliese Michel stirbt im Alter von 23 Jahren. Sie wog gerade noch 31 Kilogramm. Durch eine Exorzismus-Behandlung durch zwei Priester war sie regelrecht verhungert. Die Studentin war an Epilepsie erkrankt, aber ihre tief religiösen Eltern glaubten, dass ihre Tochter von Dämonen besessen sei. Anstatt sie zum Arzt zu bringen, ließen sie zwei Priester eine Teufelsaustreibung vornehmen.

Die junge Frau starb an den Folgen ihrer Unterernährung. Die Eltern und die beiden Geistlichen wurden später wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen verurteilt. Die sehr religiösen und konservativen Eltern von Anneliese und ihrer beiden Schwestern pilgerten regelmäßig nach San Damiano einem Wallfahrtsort in Italien. Sie holten sich Rat bei Pfarrer Ernst Alt, der ebenfalls überzeugt ist, dass Anneliese besessen sei. Es wurden weitere Geistliche konsultiert. Ein als Exorzismus-Spezialist bekannter Jesuitenpater fertigte ein Gutachten an, in dem steht; „Anneliese  ist besessen und zwar ist der Hauptteufel ein Judas.“

Josef Stangl, ein Würzburger Bischof, ordnete daraufhin den Exorzismus an. Der Pfarrer Ernst Alt und Pater Arnold Renz beten über mehrere Monate regelmäßig Exorzismen und nehmen die Sitzungen auf Tonband auf. Nur wenige wissen um die Vorgänge die hier passierten, Anneliese ist in ihrem Elternhaus völlig isoliert. Sie schreit, sie tobt und ihr geht es immer schlechter, sie verletzt sich selbst und verweigert die Nahrungsaufnahme.

Weder die Eltern noch die Priester holen einen Arzt. Am 1. Juli 1976 stirbt Anneliese. In Kirchenkreisen wird der Fall immer noch instrumentalisiert um den Teufelsglauben aufrecht zu erhalten. Nach dem Tod der Studentin überarbeiteten die Bischöfe den Exorzismusritus und schrieben eine medizinische Betreuung fest. Als diese Tragödie öffentlich gemacht wurde, fragten sich viele; Hätte sie verhindert werden können? Anstatt zu helfen hatte man es nur noch schlimmer gemacht.