True Story

Darfur – Der vergessene Krieg – amerikanisches Drama, Kriegsfilm aus dem Jahr 2009.

Darfur - der vergessene krieg

Der Film basiert auf dem Darfur-Konflikt und thematisiert die Menschenrechtsverletzungen an den schwarzafrikanischen Stämmen durch die arabischen Janjaweed ( Dschandschawid – arabisch dschinn, „Geist,Dämon“;dschawad „Pferd“ ).

Der Konflikt in Darfur ist eine seit 2003 andauernde bewaffnete Auseinandersetzung zwischen den verschiedenen Volksgruppen in Darfur und der sudanesischen Regierung in Khartum. Dabei fordern aus schwarzafrikanischen Stämmen hervorgegangene Rebellenbewegungen mehr Mitbestimmung im Staat und eine Entwicklung ihrer Region. Die Regierung geht militärisch gegen die Rebellen vor und unterstützt in diesem Kampf lokale Milizen, die aus arabischen Reiter-Nomaden bestehen und unter der Bezeichnung Janjaweed bekannt geworden sind. Diese sprechen mehrheitlich arabisch und sind Muslime. Einheimische, dunkelhäutige Gruppen hatten hier im Jahr 2003 begonnen, gegen die Herrschaft der arabisch dominierten Zentralregierung in Sudans ferner Hauptstadt Khartum zu rebellieren.

Sudan war damals noch das größte Land Afrikas, größer als ganz Westeuropa. Allein die Darfur-Region ist anderthalb Mal so groß wie Deutschland. Für die Menschen in Darfur ist die Zentralregierung und ihr Machtanspruch also weit weg. Eine erste Ursache des Konfliktes ist die Zusammensetzung der Bevölkerung des Sudans. Es gibt zwei ethnische Gruppen und drei Religionen. 50 Prozent der Bevölkerung sind arabisch-stämmig, 20 Prozent sind Schwarzafrikaner, der Rest sind Flüchtlinge. 70 Prozent der Bevölkerung sind Moslems, 10 Prozent Christen und 20 Prozent der Bevölkerung gehören Naturreligionen an. Der Darfurkonflikt spielt sich zwischen zwei gleichreligiösen Parteien ab.

Diese Gemeinsamkeit tritt aber gegenüber der traditionellen Konkurrenz zwischen sesshaft-afrikanischen Stämmen (Fur, Zaghwa, Massalit) und arabisch-stämmigen Nomaden um knappe Ressourcen zurück. Spannungen zwischen einzelnen Stämmen konnten jedoch lange Zeit durch lokale Abkommen zwischen ihnen überwunden werden. Etwa 200.000 Menschen sind bis 2007 durch den Konflikt umgekommen, eine UN-Schätzung geht von 300.000 Toten aus. 2,5 Millionen wurden innerhalb der Region vertrieben. Insbesondere die Janjaweed begehen schwere Menschenrechtsverletzungen, dazu gehören die Zerstörung von Dörfern, Massaker an der Zivilbevölkerung und Vergewaltigungen.

Der Konflikt hat sich auch auf grenznahe Gebiete Tschads ausgeweitet, einige Tausend Darfuris sind in die Zentralafrikanische Republik geflohen. Seit 2008 ist die Friedensmission UNAMID als weltgrößte Friedenstruppe in Darfur stationiert. Im Oktober 2009 befanden sich von den einzusetzenden 26.000 Polizisten und Soldaten 19.000 Einsatzkräfte vor Ort. Blockierende Maßnahmen der sudanesischen Regierung, bürokratische Hürden sowie Probleme bei der Zusammenarbeit der Truppenteile erschweren die Mission bislang erheblich.