True Story

Tag der Abrechnung – Der Amokläufer von Euskirchen – deutsches Drama aus dem Jahr 1994.

Der Amokläufer von Euskirchen

Der Film basiert auf dem Amoklauf im Amtsgericht Euskirchen, dieser von Erwin Mikolajczyk verübt wurde. Der Film versucht aufzuklären wie es zu dieser Tat kommen konnte und zeigt teils das Leben von Erwin Mikolajczyk.

Am 9. März 1994 wurden in einem Nebengebäude des Amtsgerichts Euskirchen 7 Menschen getötet und 8 schwer verletzt. Die Opfer waren Peter Kurth, die 56-jährige Vera Lamesic, Agnes Müller, Peter Preuß, Marianne Rübsam und der 37-jährige Richter Alexander Schäfer, der den Täter wegen einer vorherigen Straftat verurteilt hatte. Das siebte Opfer war der Täter selbst, der eine selbstgebaute Bombe zündete.

Erwin Mikolajczyk sammelte Gummistiefel, die Polizei fand in seinen Wohnungen 140 Paar, die meisten bonbonfarbig, Rosa,violett und honiggelb. Außerdem sammelte er Waffen, er war ein Waffennarr und war Mitglied im örtlichen Schützenverein und somit auch im Besitz eines Waffenscheins. Ebenfalls fand man Chemikalien, vermutlich als Bestandteil der Bombe. Mikolajczyk war nach einem schriftlichen Verfahren wegen schwerer Körperverletzung ein Strafbefehl über 7200 Mark zugeteilt worden. Der gelernte Installateur legte Widerspruch ein, der vom Gericht abgewiesen wurde.

Seine Freundin Vera Lamesic hatte er bei einem Streit übel zugerichtet und fast bis zur Bewußtlosigkeit geschlagen. Der 39-Jährige hatte in Freiburg, Breisgau, als Heiz-und Kesselwärter an einer Klinik gearbeitet, sei nur alle zwei bis drei Monate nach Euskirchen zu seiner 70-jährigen Mutter gekommen. Seine Mutter Margareta Mikolajczyk ahnte seit langem Schlimmes. Doch die Sorge um ihren Sohn Erwin verstärkte nur die Neigung zu diesem Jüngsten ihrer vier Kinder. So wahrte die Mutter mühsam die Fassung, als sich Erwin Mikolajczyk an einem Mittwochmorgen in bizarrer Verkleidung auf den Weg zu einem Termin vor dem Amtsgericht im nordrhein-westfälischen Euskirchen machte. Was er gern mittags essen würde, fragte ihn die Mutter, „Mach was Leckeres. Ich bin um eins zurück.“ Erwin im Lackmantel, Lacklederstiefel, mit Stirnband und Sonnenbrille, um den Hals eine Knoblauchkette.

Schon ein Jahr vor dem blutigen Amoklauf hatte ein Bruder des Täters die Polizei gewarnt. Erwin sei gefährlich und abnorm. Sechs Menschen und sich selbst hatte der seit 1991 in Freiburg lebende Waffennarr mit Pistolenschüssen und einer selbstgebauten Bombe getötet. Um ein Uhr lag Erwin Mikolajczyk zerfetzt vor dem Nebengebäude des Gerichts. Durch die Druckwelle der Bombe wurde er auf die Straße geschleudert.
Während die Ermittler sich um Aufklärung bemühten, herrschte in der Bevölkerung Fassungslosigkeit und Trauer über dieses Blutbad. Auch die Anwältin seiner Ex-Freundin sprach von mehr als deutlichen Anzeichen für die Gefährlichkeit des Mannes. „Auch 26 Stunden nach dem schrecklichen Ereignis gibt es immer noch offene Fragen“, sagte Oberstaatsanwalt Dieter Irsfeld. „Wir haben den Eindruck, dass das Ganze von langer Hand geplant war“, so der Leiter der Mordkommission Dieter Plog. Die Angehörigen des Amokläufers stehen bei der Frage nach dem Motiv vor einem Rätsel.

Der 47-jährige Bruder Stefan Mikolajczyk sagte; „Wir sind alle fassungslos, wir stehen vor einer Wand.“ Es hätte auch mehrere Hinweise in den letzten Jahren gegeben, die auf eine Unberechenbarkeit hindeuteten. Da Erwin Mikolajczyk auch als Busfahrer gearbeitet hatte und wegen seines rüden Verhaltens gefeuert wurde, gab es eine Mitteilung der Verkehrsbetriebe an die Polizei. Er neigte zur Aggressivität und befand sich mehrmals in psychiatrischer Behandlung. Ähnliche Hinweise kamen auch von Nachbarn.