True Story

Kon-Tiki – norwegisches Drama, Biografie, Abenteuerfilm aus dem Jahr 2012.

Kon Tiki

 

Der Film basiert auf der Geschichte von Thor Heyerdahl, seiner Kon-Tiki-Expedition, sowie deren Mitgliedern.

Thor Heyerdahl (1914-2002) war ein norwegischer Anthropologe, Zoologe, Ethnologe, Botaniker und Abenteurer. Er bewies als erster die Verfügbarkeit hochseetüchtiger Schilfboote und Balsaflöße für interkontinentale Kontakte zwischen Völkern vor Kolumbus‘ Zeiten. Er beteiligte sich an verschiedenen Expeditionen und archäologischen Projekten.

Bekannt wurde Heyerdahl durch seine Kon-Tiki-Expedition im Jahr 1947. Diese Expedition zeigte, dass es keine technischen Gründe gab, die die Einwohner Südamerikas von der Besiedlung Polynesiens abhielten. Er hielt eine Besiedlung Polynesiens von Asien aus nicht für unmöglich, aber für schwierig, da sie gegen die Richtung des Humboldtstromes und des Passatwindes verläuft.
Für die Expedition gingen Heyerdahl und sein Team nach Peru, um dort aus Baumstämmen aus Balsaholz und anderem heimischen Material ein Floß zu bauen, mit dem sie den Pazifischen Ozean nach Polynesien überquerten. Während das Floß weitgehend ohne moderne Hilfsmittel und Materialien gebaut wurde, wurde an Bord moderne Ausrüstung wie Funkgerät und eine Filmkamera mitgeführt. Als Nahrung dienten 200 Kokosnüsse, Ananaskonserven, Kartoffeln, mit an Bord 1100 Liter Trinkwasser, einen Teil ihrer Nahrung fingen sie im Meer. Essensrationen und Konserven hatte ihnen die US-Army zur Verfügung gestellt.

Das Floß bestand aus neun Stämmen Balsaholz, die bis zu 13,7m lang und 0,6m stark waren. Die Querhölzer waren 5,5m lang und 0,3m stark. In der ganzen Konstruktion wurden nur traditionelle Baumaterialien verwendet, am ganzen Floß gab es keine Metallteile. Zur Besatzung gehörten Thor Heyerdahl, Erik Hesselberg, Bengt Danielsson, Knut Haugland, Torstein Raaby und Herman Watzinger.

Die Reise begann am 28. April 1947 in Callao, Peru. Nach einer Taufe wurde das Floß 50 Meilen auf das Meer geschleppt, um der Küstenschifffahrt nicht ins Gehege zu kommen. Das Floß konnte man nicht ankern und war sehr träge zu steuern. Erst mit der Zeit lernte die Besatzung die alte Segeltechnik der Indianer. Im Lauf der Wochen stellte Heyerdahl fest, dass der Saft in den Bäumen die Stämme imprägnierte und somit das Eindringen von Meerwasser verhinderte, so dass entgegen einigen Voraussagen das Floß schwimmfähig blieb. Er kam auch zu der Erkenntnis, dass die vorher allseits empfohlene Verwendung moderner Technik z.B. von Stahltrossen oder Beschlägen aus Metall, die Balsaholzstämme zerstört und den Untergang bedeutet hätte.

Am 30. Juli kam mit dem Atoll Pukapuka zum ersten Mal Land in Sicht. Am 4. August gab es einen kurzen Kontakt mit den Einwohnern, man konnte dort jedoch nicht anlegen. Am 7. August nach 101 Tagen auf dem Meer und knapp 7000 km lief das Floß auf Grund. Die Besatzung konnte an Land gehen und diese wurde nach einer Woche von Polynesiern entdeckt, die auf der anderen Seite des Atolls lebten. Das Floß wurde nach Tahiti geschleppt und später nach Norwegen gebracht, wo es heute in einem Museum zu besichtigen ist. Es gelang Heyerdahl zu beweisen, dass die Wissenschaft die Seegängigkeit antiker Wasserfahrzeuge unterschätzt hatte. Man hatte ihm ein baldiges Sinken prognostiziert, was nicht eingetreten ist, und es zeigte das auch ein primitives Floß steuerbar ist. Eine Besiedlung Polynesiens von Südamerika aus wäre möglich gewesen.

Beng verliebte sich in Polynesien und wurde schwedischer Generalkonsul ,er starb 1997. Erik baute ein Segelboot auf dem er 11 Jahre lebte und verdiente sein Geld als Künstler, bis zu seinem Tod 1972. Torstein nahm weiterhin an Expeditionen teil, er starb 1964 während des Versuchs den Nordpol mit Skiern zu erreichen. Knut arbeitete weiter für den Abwehrdienst, starb 2009. Herman bereiste die Welt als Minister für Fischereiwesen der UN, starb 1986 .Thor arbeitete weiter als Archäologe, Schriftsteller und Abenteurer. Er starb 2002 im Alter von 87 Jahren.