True Story

El Lobo – Der Wolf – spanischer Thriller aus dem Jahr 2004.

EL LOBO Der Wolf

Der Film basiert auf dem Leben von Mikel Lejarza alias El Lobo der in der Franco-Zeit als Agent in die ETA eingeschleust wurde. Später hat man ihn jedoch einfach fallen gelassen.

Mikel Lejarza Eguia, geboren 1947 in Areatza, Baskenland, war ein Mitglied des spanischen Geheimdienstes. Während der 1970er Jahre arbeitete erverdeckt als Doppelagent. Die Terroristen schworen ihm ewige Rache. Er gilt als Mann der die ETA fast zu Fall brachte.
Die ETA, Euskadi Ta Askatasuna (baskisch für Baskenland und Freiheit) ist eine marxistisch-leninistische separatistische baskisch-nationalistische Untergrundorganisation in Spanien. Sie wurde 1959 als Widerstandsbewegung gegen die Franco-Diktatur gegründet und bedient sich vorwiegend terroristischer Mittel. In den 50er Jahren bis Juli 2009 wurden von der ETA 823 Menschen getötet. Zu ihren Aktivitäten und Taktiken gehören Autobomben, Briefbomben, Spreng-und Brandvorrichtungen, gezielte Morde, Entführungen, Bank-und Raubüberfälle.

Seine Handschuhe zieht sich Mikel Lejarza nie aus, selbst im Sommer nicht. Seine Fingerabdrücke könnten ihn verraten. Mal trägt er einen Bart, mal hat er lange Haare, mal Glatze. Er lebt seit den 1970er Jahren in ständiger Angst, obwohl er sich einer Gesichtsoperation unterzogen hat und ihn selbst seine Eltern nicht erkannt hätten. Seit 1975 ist er auf der Flucht vor der ETA.
Dank seiner Informationen gelang es der Polizei seinerzeit der bislang schwerste Schlag gegen die ETA. Fast 200 ihrer Mitglieder wurden festgenommen, der Führungsspitze inklusive. Die Terroristen schworen Rache und setzten ihn ganz oben auf die Todesliste. Jedes ihrer Kommandos halte stets eine Kugel für ihn parat.
Es zeigt aber auch die Skrupellosigkeit und den Zynismus der damaligen Staatsgewalt. „Wenn wir die ETA ausschalten, wovon soll ich denn leben? Soll ich etwa einen Tabakladen aufmachen?“, wird einem Polizeioffizier in den Mund gelegt. Tatsächlich schien den Sicherheitskräften ein Ende der ETA nicht opportun-sie nährten sich auch vom Terror.

Mikel Lejarza ist dagegen davon überzeugt, dass die ETA damals hätte besiegt werden können. Seitdem hat die Organisation einige Morde mehr auf ihrem Konto, und El Lobo ist ein gebrochener Mann. „Mein Gesicht, meine Identität, meine Freunde, meine Familie, meine Eltern, meine Schwestern, ich habe alles verloren. Ich finde es gut das sie einen Film über mein Leben machen“, so wird der gealterte V-Mann in der spanischen Presse zitiert, ein Schatten ohne Stimme oder Gesicht.
„Der Film ist eine Anerkennung für meine Arbeit, für die viele andere die Medaillen eingesteckt haben. Eigentlich kaum zu glauben, dass ich beim Mossad in Israel oder beim FBI berühmter bin als in Spanien“.
Die Kugel, die die ETA seit 1975 für den „Verräter“ reserviert, wurde bis heute nicht abgefeuert. Der spanische Schauspieler Eduardo Noriega, der die Hauptrolle übernommen hat, berichtete von einem persönlichen Treffen mit El Lobo. Es ging um den gewöhnlichen Albtraum eines Mannes mit einer kaum erträglichen Doppelexistens und einem Geheimnis, das ihn jeden Augenblick hätte töten können.

Der Film lässt nicht einmal ahnen, wie dramatisch und fundamental die Richtungskämpfe zu jener Zeit waren. Während El Lobo zuverlässig seine Infiltrationsarbeit tat, spaltete sich die ETA in einen politisch-militärischen (ETApm) und einen rein militärischen (ETAm) Arm auf. Mit letzterem, den Pistoleros und Bombenlegern hat Spanien es heute zu tun. Die verbliebenen ETA-Kämpfer wollen ihren selbst aufgelegten Friedensprozess vorantreiben. Die Fronten sind dennoch verhärtet, da man zu keinen wirklichen Zugeständnissen bereit ist. Der ETA bleibe nur die Auflösung und man werde nicht mit Terroristen verhandeln.
Mikel Lejarza ist zweifacher Familienvater und lebt unter falscher Identität irgendwo auf dieser Welt.