True Story

Tropa de Elite – brasilianisches Drama, Thriller, Dokumentation aus dem Jahr 2007.

Tropa de Elite

Der Film thematisiert die Arbeit des Batalhão de Operações Policiais Especiais (BOPE), einer Spezialeinheit der Militärpolizei von Rio de Janeiro.

Aufgrund der Art der Kriminalität in den Favelas, Armen- oder Elendsvierteln, die besonders in Randlagen der größeren Städte Brasiliens zu finden sind, haben die BOPE-Einheiten ausgedehnte Erfahrung in der städtischen Kriegsführung. Sie verwenden zur Durchsetzung ihrer Aufgaben schwerere Bewaffnung und härtere Methoden als die normale Polizei in Rio de Janeiro. Derzeit verrichten 400 Polizisten ihren Dienst bei BOPE. Man zählt sie zu den effizientesten Spezialeinheiten der Welt. Auseinandersetzungen haben sie zum Beispiel mit der ebenfalls mit Kriegswaffen ausgestatteten Verbrecherorganisation Comando Vermelho.

Der Film basiert auf einem dokumentarisch angelegten Roman von Luiz Eduardo Soares und zwei ehemaligen Polizisten der Spezialeinheit BOPE. Soares kritisiert die Willkür der Polizei von Rio de Janeiro scharf und plädiert für radikale Reformen der Sicherheitsbehörden. Er sagt; „Ich halte es für besser, die Polizei in den Armenvierteln permanent anzusiedeln, als eine militärisch organisierte Spezialeinheit nur dann hinein zu schicken, wenn die Sicherheitslage es notwendig macht.“

In Rio de Janeiro gibt es rund 1000 solcher Favelas. Es herrschen barbarische Zustände. Die BOPE trägt maßgeblich zur Unsicherheit in der Stadt bei. Die Menschen leben in ständiger Angst vor der Polizeigewalt, dennoch bleiben sie ihr gegenüber gleichgültig. Vielleicht weil sie das wahre Ausmaß der staatlichen Willkür nicht kennen.
2009 wird berichtet das in den vergangenen sechs Jahren die Polizisten insgesamt 6806 Menschen erschossen haben. Davon wurden 65 Prozent hingerichtet. Allein 2008 wurden 5717 Menschen in Rio erschossen. Die meisten waren schwarze Jungen zwischen 15 und 25 Jahre alt und wohnten in den Favelas. Insgesamt 1137 starben während eines Polizeieinsatzes.

Die Opfer waren zuvor auch Täter aber die Polizei geht mit äußerster Brutalität vor. Und die andere Seite, die Drogenbarone und ihre Clans, herrschen mit Waffengewalt über den Lebensraum der Favelabewohner. Sie bestimmen wer lebt und wer stirbt, wer die Straßen den Hügel hoch laufen darf und wer nicht oder wer die Waffen des Clans unter seinem Bett zu verstecken hat. Die Polizisten werden in ihren Einheiten ausgebildet, um im Glauben an die Sicherheit der Truppe gegen ihr eigenes Gewissen, gegen die Menschenrechte und gegen die Verfassung zu handeln.

Es herrscht gewissermaßen ein Bruderkrieg in den Favelas, denn die Polizisten kommen aus derselben Schicht wie ihre Opfer. Sie werden zu Handlangern einer tödlichen Maschinerie des Staates, die durch inkompetente Politiker und eine fehlende zivile Sicherheitspolitik am Leben erhalten wird. Viele dieser Polizisten üben außerhalb ihres Dienstes noch einen Nebenjob als privater Sicherheitsmann aus. Dies ist eine zusätzliche Belastung und diese beiden Aufgaben sind nicht zu vereinbaren. Bundespolizei und Justizminister wissen ganz genau über die bestehenden Verhältnisse bescheid. Sie wollen nur nicht ihre eigenen Leute in ihren Nebentätigkeiten kontrollieren.
Würde es diese Sicherheitsunternehmen nicht geben, dann würde die Ordnung in Rio zusammenbrechen.

Die Erschießung von acht schlafenden Straßenkindern vor den Toren der Candelaria, der Kathedrale von Rio de Janeiro, im Jahr 1993 ist das bekannteste Massaker der Todesschwadronen. Dies sind bewaffnete Gruppen, Polizisten die ihr Gehalt aufbessern wollen. Um keine Steuern bezahlen zu müssen arbeiten diese oftmals schwarz, und Polizisten rutschen schnell in illegale Machenschaften ab. So verliert der Staat schleichend die Kontrolle über sein Territorium. Es wird keine Verbesserung geben, solange man diese Polizisten nicht entlässt, um neue Strukturen aufzubauen. Die Polizei ist durch und durch korrupt.