True Story

50 Dead Men Walking – Der Spitzel – britisch-kanadischer Thriller, Drama aus dem Jahr 2008.

50 Dead Men Walking

Der Film basiert auf der Autobiografie von Martin McGartland, Agent des britischen Geheimdienstes MI5.

Martin McGartland, geboren 1970 in Belfast. Er ließ sich vom britischen Geheimdienst anwerben. Somit konnte er die IRA, Irish Republican Army, unterwandern und zählte dadurch zu den Angehörigen der IRA. Die Mitglieder der IRA konnten ihn jedoch 1991 als Spion enttarnen. Man brachte ihn auf die britische Hauptinsel, wo er acht Jahre unbehelligt unter einer neuen Identität lebte. 1999 überlebte er ein Attentat schwer verletzt. Seitdem wechselt er seine Namen und seinen Wohnsitz regelmäßig.

Hineingeboren in eine streng irisch-republikanische, katholische Familie wuchs McGartland bei seiner Mutter zusammen mit seinem Bruder Joe und seinen Schwestern Elizabeth und Catherine auf. Sein Zuhause war eine Sozialwohnung am Stadtrand von Belfast. Schon als Kind war für verschiedene Streiche bekannt und galt als Lausbub. Er erlebte hautnah die Bombenanschläge und Schießereien der IRA. Er fühlte sich schnell erwachsen und schloss sich älteren Jungs in seinem Viertel an, die die britische Armee oder auch protestantische Jugendliche durch Werfen von Steinen provozierten.
Die IRA setzte viele Kinder ein um Waffen zu schleusen, darunter auch seine Schwester Catherine. Sie starb später bei einem Unfall.

Als Kleinkrimineller war er der Polizei bekannt. Die IRA übernahm die Rolle eines Gesetzeshüters in den katholischen Vierteln. Die Gewalt gegen kleinkriminelle Jugendliche widerten ihn an, was dazu führte das er der Polizei Informationen über lokale IRA-Mitglieder lieferte. Somit konnten viele Angriffe der IRA verhindert werden.
1986 bewachte er eine Baustelle die unter dem Schutz der IRA stand. Danach arbeitete er für ein Taxiunternehmen, wo er einen bestimmten Teil der Einnahmen an die IRA abtreten musste.

Der führende Kopf der IRA, Davy Adams, konnte McGartland 1989 als Mitglied gewinnen und ihm wurden gewisse Aufgaben zugeteilt. Er fuhr Adams zu Treffen oder zum Ausspähen potentieller Anschlagsziele. Diese und andere wichtige Informationen lieferte er 1989 bis 1991 an die Sondereinheit der Polizei. Innerhalb dieser Zeit schöpfte die IRA keinen Verdacht und er trat als loyales Mitglied auf. Sein Doppelleben konnte er sogar vor seiner Frau und seinen beiden Söhnen verheimlichen.
Er kannte das ganze System der IRA, sämtliche Strukturen, Abläufe und Operationen. Da er in vielen Dingen involviert war, wusste er wie er geplante Anschläge verhindern konnte, darunter auch ein Sprengstoffanschlag auf zwei LKW mit britischen Soldaten. Einen Soldaten, den 21-jährigen Tony Harrison konnte er nicht schützen, dieser wurde 1991 von der IRA erschossen.

1991 lieferte McGartland Informationen über eine geplante Massenerschießung in einem Pub wo oft britische Soldaten einkehrten. Der Polizei gelang es eine Waffenlieferung abzufangen und konnte zwei Kuriere festnehmen. Somit wurde McGartland aber auch als Spion enttarnt, alles war aufgeflogen und er wurde von den IRA-Mitgliedern Jim McCarthy und Paul Hamilton entführt. Man brachte ihn in eine Wohnung wo er verhört und gefoltert wurde. Ihm gelang die Flucht indem er aus dem Fenster der im dritten Stock liegenden Wohnung sprang. Er ging nach England und kaufte sich ein Haus mit dem Geld was er von der britischen Regierung bekommen hatte, es war ein neues Leben unter einem anderen Namen.

Der IRA gelang es ihn ausfindig zu machen und er wurde 1999 durch sechs Schüsse schwer verletzt. Er überlebte und erholte sich, mit einem gepanzerten Fahrzeug wurde er in eine andere Klinik verlegt, wo er von 12 Polizisten bewacht wurde. Schon im Jahr 1994 wurde seine Familie bedroht, wobei sein Bruder Opfer einer heftigen Prügelattacke wurde.
Das britische Innenministerium sagte später das sie weder bestätigen noch dementieren könne, dass er jemals für den MI5 gearbeitet hat. Man hat ihn fallengelassen, wobei man ihn anfangs finanziell unterstützen wollte, dies jedoch zurückzog als er ein Interview gab.