True Story

Der Räuber – österreichisch-deutsches Drama aus dem Jahr 2010.

Der Räuber

Der Film basiert auf dem österreichischen Bankräuber, Mörder und Marathonläufer Johann Kastenberger (1958-1988).

1976 begann Kastenbergers kriminelle Karriere mit versuchten Raubüberfällen auf einen Wiener Taxifahrer und einem Supermarkt.
1977 überfiel er eine Filiale der Volksbank, bedrohte die Kassiererin und den Filialleiter und flüchtete mit 70.000 Schilling (5100 €). Aufgrund der Täterbeschreibung wurde er kurz darauf in einem Zug am Wiener Westbahnhof verhaftet. Die Beute trug er noch bei sich und legte ein Geständnis ab. Daraufhin wurde er zu sieben Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, die er in der Justizvollzugsanstalt Stein verbüßte. Während seiner Haftzeit unternahm er vier Fluchtversuche, die jedoch scheiterten und ihm eine vorzeitige Haftentlassung verwehrten.
1984 wurde er aus der Haft entlassen, lernte eine Frau kennen und zog mit ihr in ihre Wohnung nach Wien-Simmering.

1985 erschoss Kastenberger kurz nach Mitternacht in Mautern an der Donau den 28-jährigen arbeitslosen Ewald Pollhammer. Kastenberger klopfte an die Tür, die Pollhammer öffnete und erschoss ihn mit einer Pumpgun. Zeugen des Verbrechens waren die Ehefrau und der 6-jährige Sohn.
Keine acht Stunden nach diesem Verbrechen begann seine Bankraubserie als „Pumpgun Ronnie“. Mit diesem Namen ging er in die österreichische Kriminalgeschichte ein.
Er stürmte die rund 30 Kilometer entfernte Raiffeisenkasse, musste aber ohne Beute fliehen, da er von einem Passanten beobachtet wurde, als er maskiert und in einem gestohlenen Fahrzeug vor der Bank hielt und somit die Angestellten der Bank gewarnt wurden. Die Polizei hatte ihn zwar verdächtigt, aber seine Freundin gab ihm ein falsches Alibi.

1987 überfiel er eine Raiffeisenkasse und erbeutete 100.000 Schilling.
1988 überfiel er drei Banken hintereinander und erbeutete 1,2 Millionen Schilling in der ersten Bank, in der zweiten 330.000 und in der dritten Bank 300.000 Schilling. Dabei wurde er von Überwachungskameras gefilmt. Die Polizei überwachte sämtliche Straßen und ein Hubschrauber kam zum Einsatz, aber ihm gelang es zu entkommen. Ein weiterer Überfall im Jahr 1988 einer Bank, wo er 2 Millionen Schilling erbeutete. Einen Tag darauf die nächste Bank, Beute eine Million Schilling. Am darauffolgenden Tag eine Bank mit nochmals einer Million Schilling. Hier wurde er von Zeugen verfolgt,konnte aber auch hier entkommen.

Noch im selben Jahr wurde Kastenberger verhaftet. Da die Polizei ihn 1985 schon verdächtigt hatte, da er nach seiner Haftstrafe und ohne Arbeit über größere Summen verfügte. Auch die Täterbeschreibung stimmte und man fand 5,5 Millionen Schilling.
Er gestand acht Banken überfallen zu haben und den Mord an Pollhammer, den er getötet hatte, weil er bei einem Umschulungskurs, den beide besuchten, geraucht hatte.

Als man sein Geständnis protokollieren wollte, sprang er aus dem Fenster und entkam. Passanten erkannten ihn und riefen die Polizei. Diese kontrollierten ihn und da er sich nicht ausweisen konnte, baten sie ihn in das Auto zu steigen, wo es ihm gelang einem der Polizisten die Dienstwaffe zu entwenden und somit konnte er wieder flüchten. Er versuchte ein Auto zu rauben und die Fahrerin als Geisel zu nehmen, flüchtete aber da dies von einer Polizeistreife bemerkt worden war. Einen Tag später überwältigte er einen Mann, fesselte ihn und entwendete dessen Auto. Der Polizeihubschrauber entdeckte das Auto. Er hielt an, lief durch einen Wald und ihm gelang es ein weiteres Fahrzeug zu stehlen, mit diesem er auf eine Autobahn fuhr, eine Polizeisperre durchbrach und dabei angeschossen wurde. Er hielt an und richtete sich selbst mit einem Schuss in den Kopf.

An dieser Fahndung waren 450 Beamte, 34 Diensthunde und drei Hubschrauber beteiligt. Es besteht der Verdacht das Kastenberger in den Jahren 1984-1988 noch weitere Morde begangen hat. Man fand Hinweise zu drei Mordfällen, diese jedoch bislang ungeklärt blieben.