True Story

Erlöse uns von dem Bösen (Deliver Us from Evil) – amerikanische Oscar-nominierte Dokumentation aus dem Jahr 2006.

Erlöse uns von dem Bösen

In der Dokumentation wird die Geschichte des katholischen Priesters Oliver O’Grady aus Kalifornien erzählt, dem sexueller Missbrauch von potentiell Hunderten von Kindern zwischen den späten 1970er und den frühen 1990er Jahren vorgeworfen wird.

Oliver O’Grady geboren 1946 in Limerick, Irland, ist ein suspendierter katholischer Priester der von 1973 an mehrere Kinder sexuell missbraucht und vergewaltigt hat. O’Grady wurde in den späten 1960er Jahren in Thurles im County Tipperary zum Priester geweiht. 1971 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus.
Von 1971 bis 1978 diente er als Priester in der St. Anne’s Catholic Church in Lodi. Danach wechselte er öfter die Kirchen und Gemeinden, blieb jedoch die ganze Zeit in Kalifornien.

1993 wurde er in vier Fällen wegen Kindesmissbrauchs an den Brüdern John und James Howard zu 14 Jahren Haft verurteilt. Der Anwalt Jeff Anderson sagte, dass die Gebrüder Howard zwischen 1976 und 1984 mehrfach von O’Grady missbraucht wurden, als diese zwischen drei und dreizehn Jahre alt waren. Außerdem habe die Kirche von diesen Missbrauchsfällen gewusst, jedoch nichts dagegen unternommen.
Das Bistum in dem O’Grady diente wurde von einem Zivilgericht zu einer Schadenersatzforderung von 30 Millionen US-Dollar verurteilt. Im Nachhinein reduzierte man die Summe auf 7 Millionen Dollar.
O’Grady wurde im Jahr 2000 nach sieben Jahren Haft auf Bewährung entlassen und lebt nach der Ausweisung aus den Vereinigten Staaten wieder in Irland.
Im Jahr 2005 gab O’Grady eine eidesstattliche Erklärung ab, die per Video aufgezeichnet wurde. Dort sagte er, er habe mehr als 25 Kinder in Nordkalifornien missbraucht.

Im Dezember 2010 wurde er in Dublin wegen des Besitzes von Kinderpornografie erneut festgenommen. 2012 wurde er zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe verurteilt.
O’Grady wirft der Kirche vor, von den Vorfällen in Kalifornien gewusst zu haben, ihn jedoch durch Versetzungen in andere Pfarreien geschützt zu haben. Er bestätigte auch den Verdacht, dass der zuständige Bischof Roger Michael Mahony davon wusste und ihn deswegen in einer anderen Gemeinde zuteilte.
Die Kirche wusste von diesen Verbrechen, Missbräuchen und sie unternahm aktive Schritte um dies geheim zu halten. So wurde einem Mädchen gesagt, dass die Tatsache, dass er Jungen vergewaltigt habe der Grund war, dass die Untersuchungen gar nicht erst erhoben wurden, Homosexualität sei als schlimm eingeschätzt worden.
In dieser Dokumentation sprechen auch Opfer darüber wie ihr Leben als Erwachsene verlaufen ist. Eine Frau spricht darüber, dass sie unfähig war, einen Ehepartner zu finden, da ihre Sexualität zerstört worden sei. Das Prozessieren gegen die Kirche hätte auch zum wirtschaftlichen Bankrott einer Familie geführt.

Es werden auch Auszüge eines Briefes von O’Grady an seine Opfer verlesen und die Reaktion eines Opfers auf diesen Brief gezeigt. O’Grady weist mit Stolz darauf hin das die katholische Kirche trotz ihrer dunklen Zeiten immer noch da sei. Kardinal Roger Mahony ist immer noch im Amt und kämpft gegen die Anklagen, die gegen 556 Priester in seiner Diözese erhoben worden sind.
Papst Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) wird beschuldigt, an der Vertuschung sexuellen Missbrauchs in den USA beteiligt gewesen zu sein. Auf Bitten des Vatikans habe der damalige Präsident George W. Bush dem Papst Schutz vor juristischer Verfolgung gewährt.
Pater Tom Doyle der sich für die Opfer einsetzt, arbeitet in Irland mit offiziellen Stellen zusammen, um Pädophile wie O’Grady bloßzustellen. Er begleitete zwei der Opfer aus Kalifornien zum Vatikan die dort vorsprechen wollten. Der Vatikan lehnte eine Anhörung ab.