True Story

Get the Gringo – amerikanischer Actionfilm, Drama aus dem Jahr 2012.

Get the Gringo

Inspiration für den Film war ein Gefängnis in Mexiko, El Pueblito. Man hat viel über dieses Gefängnis recherchiert und es im Film einfließen lassen. So gibt es Charaktere und Ereignisse die auf diesen Recherchen basieren.

Das Gefängnis in Tijuana, El Pueblito, war ein sehr chaotischer Ort. Man nannte es auch das kleine Dorf. Es war bekannt für sein extremes Ausmaß an Korruption. Es war Ruhm und Schande zugleich. Ganze Familien lebten dort, Hunderte von Haushalten, Unternehmen die dort im Gefängnis gebaut worden waren.
Die Gefangenen konnten sich frei bewegen. Nach der Schließung wurden die Gefangenen auf andere Gefängnisse verteilt.
Am Tor zum Gefängnis war ein Schild angebracht, worauf stand; „Die Einführung von Medikamenten ist verboten. Der Missbrauch von Gefangenen ist zu melden. Besuchszeiten sind Dienstag, Donnerstag und Sonntag. Die Wachen mit Geld zu bestechen ist verboten.“

Alle Insassen wussten das man hier innerhalb dieses Gefängnisses in Geschäften Drogen wie Heroin, Kokain und Marihuana kaufen konnte. Das Drogengeschäft brachte 80.000 US-Dollar täglich ein.
Als man El Pueblito erbaut hatte sah man es als ein Experiment. Hier wurden ganze Familien inhaftiert und man hoffte das sie so eine Neueinstellung zur Außenwelt bekommen und alle Angehörigen sich gegenseitig unterstützen.
Hier lebten 6000 Gefangene. Paare mussten sich eine Zelle, in der sie nachts schliefen, mit 8 oder 10 männlichen Gefangenen teilen. Kinder konnten das Gefängnis verlassen und zur Schule gehen.

Im August 2002 kam es zu einer Razzia durch rund 2000 Polizisten. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich 324 Frauen und Kinder unter den Gefangenen.
Es gab Restaurants die verschiedene Speisen anboten, andere Läden vermieteten Filme und Telefone. Es gab Friseure und eine Bar. Insgesamt 150 Geschäfte in denen alles verkauft wurde, was man sich wünschte. Einige bauten Häuser mit Terrasse was weniger an ein Gefängnis erinnerte, sondern eher an ein Dorf.
Bei so vielen Annehmlichkeiten und Freiheiten ist es leicht zu sagen man lebe dort im Paradies. Allerdings ist solch ein Eindruck weit entfernt. Nur mit Geld und Beziehungen konnte man gewisse Vorzüge genießen. Die, die dieses nicht hatten schliefen unter freiem Himmel, Sommer wie Winter.

Einige Kriminelle die in der Öffentlichkeit Straftaten begangen hatten konnten sich jedoch auch in El Pueblito verstecken.
Es gab einen hohen Anteil von Gewalt. So kam es 1978 zur Ermordung des Gefängnisdirektors. Dies führte zu einem Vorgehen gegen die organisierte Kriminalität in dieser Anlage.
Man sah es als schlimmstes Gefängnis, wegen der Überfüllung und der Unterschiede in den Bedingungen zwischen reichen und armen Insassen.
Wie Städte außerhalb, hatte El Pueblito auch einen Immobilienmarkt, die Familien sahen es als eine Investition. So wird eine Mutter zitiert die ihrem inhaftierten Sohn 7.000 Dollar gab, damit er sich dort eine Zwei-Zimmer-Wohnung kaufen konnte. Als jedoch das Gefängnis abgerissen wurde, war diese natürlich verloren.

In keinem Gefängnis gab es mehr US-Bürger als in El Pueblito. Häftling David Nunoz aus Los Angeles sagte; „Wahrscheinlich 50 Prozent der Insassen lieben es hier zu sein. Man könnte die Tore öffnen und selbst morgen würde keiner gehen.“
Im Jahr 2000 waren 61 Amerikaner dort inhaftiert. „Es ist wie das Leben in einer schlechten Nachbarschaft.“ Sie mussten selbst für Trinkwasser und Besuchszeiten zahlen.

2000 Beamte stürmten das Gefängnis und lösten es auf. Häftlinge wurden auf andere Gefängnisse verteilt. Aber Frauen und Kinder, die dort nur lebten, waren nun obdachlos. Nun rückten auch Baumaschinen an und zertörten etwa 700 Häuser und Geschäfte. Das war das Ende von El Pueblito.