True Story

Das Sonderkommando – Tötet Heydrich – amerikanisch-tschechisch-jugoslawisches Kriegsdrama aus dem Jahr 1975.

Das Sonderkommando Tötet Heydrich

Der Film mit dem Originaltitel „Operation Daybreak“ basiert auf dem Attentat auf den deutschen SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich am 4. Juni 1942 in Prag, Tschechien.

Reinhard Heydrich (1904-1942) war einer der mächtigsten und am meisten gefürchteten Männer des Dritten Reiches. Der in Halle (Saale) geborene Heydrich war zudem General der Polizei und Leiter des Reichsicherheitshauptamtes und Stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren. Er war verantwortlich für zahlreiche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. 1941 wurde er von Hermann Göring mit der sogenannten Endlösung der Judenfrage beauftragt. Ab diesem Zeitpunkt war er maßgeblicher Organisator des Holocausts.

Nach dem Einmarsch deutscher Wehrmachtstruppen war ein Teil der tschechischen Regierung nach England geflohen. Von den Briten wurden tschechische und slowakische Soldaten ausgebildet, die nachts mit Fallschirmen über dem besetzten Gebiet in Tschechien absprangen. Hierbei ging es um Aktionen wie Sprengungen von Fabrikanlagen und dem Aufstellen von Funkpeilanlagen, diese der Orientierung für alliierte Bomber dienen sollten. Viele dieser Aktionen blieben jedoch erfolglos, da man das Überwachungssystem und den Druck der Deutschen auf die tschechische Bevölkerung unterschätzt hatte.

Nun stand Heydrich im Visier des britischen Geheimdienstes. Ende 1941 plante man ein Attentat auf den verhassten Reichsprotektor. Für dieses Vorhaben, unter strengster Geheimhaltung, wurden Soldaten ausgebildet. Am frühen Morgen des 29. Dezember 1941 wurden Josef Gabćík und Jan Kubiš östlich der Stadt Pilsen mit Fallschirmen abgesetzt. Beiden gelang es sich nach Prag durchzuschlagen und dort Kontakt zum Untergrund aufzunehmen. Hier studierten sie die Gewohnheiten und den Tagesablauf Heydrichs. Sie wussten nun welche Strecken Heydrich, meist mit offenem Wagen, zurücklegt. Der Anschlag wurde geplant und man wählte eine enge Kurve in der Prager Vorstadt Libeň. Die abschüssige Kurve wurde gewählt, da man dort die Geschwindigkeit stark drosseln musste.

Am Morgen des 27. Mai 1942 postierten sich Gabćík und Kubiš in der Nähe der Kurve. In Aktentaschen hatten sie eine zusammenlegbare Sten-Gun-Maschinenpistole und eine Handgranate. Josef Valčik, ein weiterer Agent, postierte sich oberhalb der Kurve um Heydrichs Annähern zu signalisieren. An diesem Morgen verspätete sich Heydrich. Als sein Wagen die Kurve passierte musste sein Fahrer, SS-Oberscharführer Klein, stark abbremsen. Gabćík stand mit der Maschinenpistole vor dem Wagen und drückte ab. Jedoch löste sich kein Schuss, die Waffe hatte eine Ladehemmung.

Heydrich glaubte es handele sich hierbei um einen Einzeltäter und traf demzufolge eine für ihn persönlich verhängnisvolle Fehlentscheidung. Er befahl dem Fahrer anzuhalten und zog gegen Gabćík seine Dienstpistole. Kubiš der alles mitverfolgt hatte, eilte zum Wagen und warf die Handgranate. Diese prallte am rechten Hinterrad ab und explodierte neben dem Fahrzeug. Der Fahrer Klein war völlig desorientiert und versuchte auf Kubiš zu schießen. In diesem Moment brach Heydrich zusammen. Kubiš und Gabćík gelang es zu fliehen. Heydrich wurde von tschechischen Polizisten gefunden und ins nahe gelegene Krankenhaus gebracht. Er wurde operiert und es schien als würde er sich erholen. Sein Gesundheitszustand verschlechterte sich, fiel ins Koma und starb am 4. Juni 1942.

Das Attentat traf die SS-Führung bis ins Mark. Man versuchte die Attentäter ausfindig zu machen, die sich in einer Kirche versteckt hielten. Karel Čurda, ein weiteres Mitglied der aus England eingeflogenen Einheit, verriet die beiden und ihre Helfer. Somit kam es zu einem Feuergefecht bei dem Kubiš und Gabćík von der SS getötet wurden. Was folgte waren Rachemassaker, welche durch die NS-Führung veranlasst wurden. Darunter auch das Dorf Lidice.