True Story

Die Heineken Entführung – niederländisches Drama, Thriller aus dem Jahr 2011.

Die Heineken Entführung

Der Film basiert auf der Entführung von Freddy Heineken im Jahr 1983.

Alfred Henry „Freddy“ Heineken (1923-2002), war ein niederländischer Geschäftsmann. Ihm gehörte die Brauerei Heineken, die 1864 von seinem Großvater Gerard Adriaan Heineken in Amsterdam gekauft wurde. Bereits 1942 begann seine Karriere im Betrieb seines Großvaters.

Von 1971 bis 1989 war Freddy Heineken Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer der Brauerei. Nach seinem Ausscheiden 1989 war Heineken bis 1995 weiterhin im Vorstand und Vorsitzender des Aufsichtsrats.
Verheiratet war er mit Lucille Cummins. Sie stammte aus den USA, Kentucky, aus einer Familie der Bourbon Whiskey Brennereien.

Heineken galt als einer der reichsten Menschen in den Niederlanden.
1983 wurden er und sein Fahrer Ab Doderer entführt. Die Entführer waren Cor van Hout, Willem Holleeder, Jan Boelaard, Frans Meijer und Martin Erkamps. Sie forderten ein Lösegeld in Höhe von 35 Millionen Gulden, umgerechnet etwa 16 Millionen Euro. Die Vorbereitung der Entführung dauerte fast zwei Jahre. Martin Erkamps stieß erst später hinzu. Mehrere Versuche einer Entführung von seinem Anwesen in Noordwijk waren gescheitert.

Am 9. November 1983 um ca. 19.00 Uhr gelang es ihnen Freddy Heineken und seinen Fahrer vor seinem Büro in Amsterdam zu entführen. Man brachte sie in eine Wellblechhütte, die zum Unternehmen von Boellards gehörte. Ein Holz verarbeitendes Unternehmen im westlichen Teil des Hafens von Amsterdam.
Diese Lagerhalle wurde vorher hergerichtet, so wurde eine zusätzliche Wand eingezogen, mit einer versteckten Tür und sich dahinter befindenden schalldichten Zellen. Die Halle hatte eine Länge von 42 Metern, somit blieben die nun 4 Meter weniger unbemerkt. Die Entführer kümmerten sich nach Feierabend um ihre Gefangenen.
Die Entführer konnten gefasst werden und kamen somit ins Gefängnis. Cor van Hout und Willem Holleder gelang es sich nach Frankreich abzusetzen. Während ihrer Flucht blieben sie für etwa 3 Jahre in Frankreich. Sie wurden gestellt und wurden verurteilt.

Frankreich weigerte sich die beiden an die Niederlande auszuliefern. Nach einer Änderung des Auslieferungsvertrages wurden sie unter Hausarrest gestellt, danach jedoch wieder inhaftiert. Beide brachte man nach Guadeloupe. Am 31. Oktober 1986 wurden sie schließlich, wieder zurück in einem französischen Gefängnis, an die Niederlande ausgeliefert. Hier wurden sie zu jeweils 11 Jahren Haft verurteilt.
Frans Meijer war ebenfalls aus den Niederlanden geflohen und lebte einige Zeit in Paraguay. Als er dort vom niederländischen Journalisten Peter R. de Fries entdeckt wurde, konnte man auch ihn verhaften. Im Jahr 2003 wurde Meijer an die Niederlande ausgeliefert.

Freddy Heineken starb unerwartet aufgrund einer Lungenentzündung am 3. Januar 2002 im Alter von 78 Jahren in seinem Haus in Noordwijk. Seine Tochter Charlene de Carvalho-Heineken erbte sein Vermögen. Sie führt die Geschäfte, mit Besitz einer Mehrheitsbeteiligung an dem weltweit drittgrößten Brauunternehmen Heineken International. Sie zählt zu den reichsten Frauen Großbritanniens.

Peter R. de Fries schrieb 1987 das Buch De ontvoering van Freddy Heineken aus der Sicht von Cor van Hout. Er stützte sich dabei auf Interviews mit van Hout und Holleeder im Jahr 1986, während ihrer Verhaftung in einem Hotel in Frankreich. Das niederländische Magazin Panorama hatte die Ereignisse ebenfalls verfolgt und lieferte mehrere Berichte und Bilder. 2010 wurden diese Berichte gebündelt und es entstand das Buch De Heineken ontvoering des Journalisten Nick Kivits und des Experten für Entführungen Sjerp Jaarsma.