True Story

El Medico – Die Cubaton Geschichte – kubanisch-schwedisches Drama, Dokumentation aus dem Jahr 2011.

El Medico

Der Film erzählt die Geschichte von El Medico, einem jungen kubanischen Arzt und Musiker.

Reynier Casamayor Griñán, geboren 1975 in Santiago de Cuba.
Seine Musikkarriere begann während seines Medizinstudiums, welches er 1993 an der Universität Santiago de Cuba begonnen hatte. Mit zwei Freunden gründete er die Gruppe Garganto de Fuego (Feuerschlund).
2002 machte er seinen Abschluss als Allgemeinmediziner. Er ist Mitbegründer des kubanischen Reggaeton, einer Musikrichtung bestehend aus Reggae, Dancehall, Soca, Hip-Hop und Merengue Hip-Hop, also lateinamerikanischer Musikrichtungen und elektronischer Tanzmusik. Diese Musikrichtung wird auch Cubaton genannt, mit der sich auch weitere Musiker beschäftigen, wie Candyman, Mey Vidal, La Familia und Control Cubano.

Ab 2005 hatte El Medico Erfolg in Spanien, besonders mit seinem Song Chupa Chupa, der von Warner Music aufgenommen und auf Platz 8 der Singlecharts landete.
In Kuba ist El Medico aufgrund seiner Musik ein Star, jedoch durch die geringe Medienpräsenz vergleichsweise unbekannt.
In seinem Musikvideo Pin Pon werden typische Stilelemente der Musik persifliert.
Statt mit dem Auto fährt El Medico mit einem Fahrrad durch seine Heimatstadt. Seine Songs beschreiben die Menschen und das Leben in Kuba, mit einem Hauch von Unfug und Humor. Es ist ihm gelungen seinen Beruf als Arzt aber auch seine Karriere als Musiker zu vereinbaren. Nach Feierabend schreibt er seine Texte und tritt in der Öffentlichkeit auf.

Die Medizin ist sein Beruf, seine Musik so sagt er, ist in der Freizeit willkommen. Er braucht beides, die Musik ist für ihn ein Kinderspiel, was aber auch sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, aber allem die Show stiehlt.
Seine eher strenge Mutter, die nicht all zu viel von seiner Musik hält, lässt ihn ein wenig verzweifeln. Sie möchte das er seinen Beruf als Mediziner ausübt. Er hingegen möchte aber auch Karriere als Musiker machen. Als Arzt arbeitet er tief in den Bergen der Sierra Maestra und kümmert sich liebevoll um seine Patienten.
Der Musikproduzent Michel Miglis half ihm dabei seinen Song Chupa Chupa  zu vermarkten. Hierbei kam es jedoch auch zu einigen Konflikten, hier prallen Kapitalismus und Kommunismus aufeinander.

Michel Miglis ist Schwede und möchte El Medico nach seinen Vorstellungen vermarkten. Er möchte sexy Musikvideos und witterte sein Geschäft bei Klingeltönen. Er wollte in den Videos einfach mehr sexy Mädchen die mit dem Hintern wackeln. El Medico möchte dies etwas dezenter, denn für ihn steht seine Musik im Vordergrund, die das Leben in Kuba beschreibt. Ohne der damaligen Revolution hätte er heute nicht die Möglichkeit gehabt Arzt zu werden. Seine Prioritäten waren Medizin, Bildung und eine kostenlose Gesundheitsversorgung für alle. Sein monatliches Gehalt als Arzt ist eher bescheiden und wahrscheinlich wird er nie ein Ausreisevisum erhalten, um Kuba wegen der Musik verlassen zu können. Die Dokumentation zeigt aber auch die Geschichte des postsowjetischen Kuba, gegen den Rest der globalisierten Welt, nach mehreren Jahrzehnten der Isolation. Es zeigt die Kluft der Generationen zwischen jüngeren und älteren Kubanern.