True Story

Wolfsbrüder (Entrelobos) – spanisch-französisch-deutsches Drama aus dem Jahr 2010.

Wolfsbrüder

Der Film erzählt die wahre Geschichte von Marcos Rodríguez Pantoja, der zwölf Jahre lang allein nur mit Wölfen lebte. Es ist einer der wenigen dokumentierten Fälle eines Wolfskindes, einem Kind das für eine sehr lange Zeit außerhalb der Gesellschaft, der Zivilisation, lebte.

Marcos Rodríguez Pantoja wurde am 7. Juni 1946 in Anora, Andalusien, Spanien, geboren. Seine Mutter verstarb als er noch ein kleiner Junge war. Er hatte noch einen Bruder, Juan José. Der Vater der beiden heiratete erneut. Marcos wurde von seiner Stiefmutter geschlagen. Sie hasste ihn und wollte ihn nicht bei sich haben. „An die Prügel meiner Stiefmutter habe ich mich immer erinnert. Alles war besser als das Leben mit ihr.“

Als er sieben Jahre alt war verkaufte ihn der Vater an einen Ziegenhirten. Marcos sollte nun für ihn arbeiten. Marcos wurde in das entlegene Tal Sierra Morena gebracht wo er zusammen mit einem alten Mann namens Atanasio in einer Höhle lebte und Ziegen hütete. Der alte Mann brachte ihm alles bei, dank seines Wissens was er ihm vermitteln konnte, gelang es Marcos in der Natur zu leben. Als eines Tages Atanasio stirbt ist Marcos völlig auf sich allein gestellt. Niemand ist mehr da mit dem er sich unterhalten kann. So lernt er die Überlebensstrategie der Natur kennen. Seine Freunde sind die Tiere. Er findet zu den Wölfen die ihn akzeptieren.

Zwölf Jahre lang lebt Marcos in der Wildnis, allein mit den Wölfen, ohne Kontakt zum Menschen. Hungern musste er nicht, es gab Kaninchen, Rebhühner, einen Fluss voller Fische und er wusste wie man aus Pflanzen Medizin herstellt. Für ihn bedeutete das aber auch Freiheit und er sagt das es die besten Jahre seines Lebens waren. Sein Frettchen Minero war sein Glücksbringer, Freund und seine beste Waffe für die Jagd.
„Ich war ein Tier des Tals geworden und konnte ihnen so nahe kommen, wie ich wollte. Ich war der König des Tals.“

Als er dort das erste Mal einen Wolf sah, dachte er es sei ein Hund. Es war ein junger Wolf der zu seinem treuesten Begleiter wurde. Der junge Wolf gehörte zu einem Rudel und die Mutter wacht über ihr Junges. Anfangs eine große Gefahr für Marcos. Doch als der Wolf ihm ein Stück Fleisch vor die Füße warf und er sich vor Angst in der Höhle versteckte, kam der Wolf und leckte ihm sein Gesicht. Somit fanden sie Vertrauen zueinander. Er heulte wie die Wölfe, er hat sie gerufen und sie sind gekommen. Im Jahr 1965 wurde Marcos von der Guardia Civil, Polizei, gefunden. Nach zwölf Jahren völliger Isolation und einem Leben mit und unter den Wölfen. Die Guardia Civil nahm den mittlerweile 19-jährigen Marcos mit. Er verteidigte sich mit Bissen, er wusste nicht was hier geschieht und wollte nicht weg. Zurück zu den Menschen wollte er nicht, vor denen hatte er Angst.

Nun wieder unter Menschen versuchte man ihn in die Gesellschaft zu integrieren. Er konnte nicht mit Geld umgehen und begann zu trinken. Er fühlte sich allein und verloren. Außerdem wurde ihm nie Disziplin beigebracht. Viele Jahre lebte Marcos als Vagabund, bis Manuel, ein Dorfbewohner, ihm geholfen hat den richtigen Weg in seinem Leben zu finden. Seinen Bruder traf er 2011 wieder. Er konnte sich nie an die Gesellschaft von Menschen gewöhnen und hatte stets nur einen Traum, zurückzukehren und ein Leben mit seinen „Wolfsbrüdern“ führen. Zurück in der Zivilisation möchte er seine Freunde im Dorf nicht missen, es sei der größte Schatz den er besitzt.

Die zwölf Jahre in der Natur, unter den Tieren, behält Marcos als die besten Jahre seines Lebens in Erinnerung. „Ich war das glücklichste Kind auf der Welt, fern von Not, Gewalt und den Schlägen meiner Stiefmutter.“