True Story

Wie auch wir vergeben – Amish Grace – amerikanisches Drama aus dem Jahr 2010.

Amish Grace

Der Film beruht auf dem Amoklauf vom 2. Oktober 2006 in Nickel Mines, einer Kleinstadt in Pennsylvania, einem Zentrum der Amish-Gemeinschaft.

Der Täter, der 32-jährige Charles Roberts, erschoss bei seinem Amoklauf fünf Mädchen. Die 7-jährige Naomi Rose Ebersole, die 12-jährige Anna Mae Stoltzfus, Marian Fisher, 13 Jahre alt, und die Schwestern Mary Liz Miller und Lina Miller, 8 und 7 Jahre alt.
Charles Roberts drang in die Schule ein und verübte einen schrecklichen Massenmord, der nicht nur die Gemeinde sondern die ganze Welt schockierte. Roberts hatte die Schule rein zufällig für seine Tat auserwählt, einfach weil sie in der Nähe lag.

Bei den Amish handelt es sich um eine christliche Religionsgemeinschaft, die in den USA in 26 Staaten in rund 1000 Siedlungen leben. Sie verzichten bewusst auf moderne Technik und schotten sich weitgehend nach außen ab.

Charles Carl Roberts, geboren 1973, arbeitete als Milchtankwagenfahrer. Verheiratet war er mit Mary Roberts. Sie beschrieb ihn als einen liebevollen, unterstützenden Ehemann, aber auch als nachdenklich und als einen großzügigen Vater. Mit seinen Kindern sei er immer zum Fußballtraining gegangen oder habe mit ihnen im Garten gespielt. „Er hat nie Nein gesagt, wenn ich ihn gebeten habe, eine Windel zu wechseln.“
Er selbst hat 1997 seine Tochter Elise Victoria verloren, einer Frühgeburt, die nach 20 Minuten Leben, verstorben war.

Er hatte seiner Frau erzählt, er habe damals Kinder sexuell belästigt. Außerdem hatte er eine Notiz hinterlassen, er,“träume davon es wieder zu tun.“
Familienmitglieder hätten allerdings nichts über die angeblichen Vergehen des Mannes gewusst. Die Angst, sich an Kindern sexuell zu vergehen, trieb ihn offenbar zu dieser Tat, diesem Amoklauf.

Man fragte sich, warum dieses Blutbad, wie kann ein Mensch hilflose Kinder erschießen. Warum suchte sich Roberts ausgerechnet diese jungen Schülerinnen der Amish-Gemeinschaft aus, bevor er Selbstmord begangen hatte.
Jeffrey Miller von der Polizei sagte; „Er war wütend auf sein Leben, er war wütend auf Gott. Die Schule wählte er, weil sie nah an seinem Zuhause lag, weil es dort weibliche Opfer gab, nach denen er suchte und weil es einfacher war hineinzukommen als in eine größere Schule.“

Roberts war bis an die Zähne bewaffnet, eine Pistole, ein Gewehr, eine Flinte, etwa 600 Schuss Munition und zwei Messer. Außerdem einen Elektroschocker, Kleidung zum wechseln, Klebeband, Werkzeugen und Materialien was er benötigte um sich zu verbarrikadieren.
In der Schule hielten sich etwa 30 Personen auf. 15 Jungen, eine Schwangere und drei Frauen mit Babys lies Roberts gehen. Seine Geiseln, die jungen Mädchen, reihte er vor der Tafel auf, fesselte sie an den Fußgelenken und tötete einige von ihnen auf grausame Weise. Es glich einer regelrechten Hinrichtung, wie er mit Kopfschüssen seine Geiseln tötete. 5 Mädchen starben und 5 weitere wurden verletzt, die später in ein Krankenhaus eingeliefert wurden.
Einer schwangeren Lehrerin gelang es sich in Sicherheit zu bringen und die Polizei zu informieren. Als die Polizei eintraf, rief Roberts seine Frau an und sagte; „Die Polizei ist hier, ich komme nicht nach Hause.“ Kurz darauf richtete er sich selbst.

Charles Roberts war selbst kein Angehöriger dieser Religionsgemeinschaft. Die kleine Amish-Gemeinde war schockiert über diese Tat. Der kleine Ort mit 700 Menschen hatte nie die Polizei gebraucht, weil es keine Kriminalität in ihrer Gemeinde gibt. Die Schule wurde abgerissen und an einem anderen Ort neu errichtet. Die Amish-Gemeinde sprach von einer furchtbaren Tat, aber sie vergaben dem Täter und wollten Versöhnung, was zu einer heftigen Diskussion in den nationalen Medien führte. Man wollte keine Rache, diese Tragödie kann man nicht rückgängig machen. Dies sei ein tief verwurzelter Wert der Amish-Kultur. Die Frau des Täters, Mary Roberts, dankte ihnen für ihre Gnade und Barmherzigkeit und bekam Unterstützung für sich und ihre Kinder durch die Amish-Gemeinde.