True Story

Hass – La Haine – französisches Drama aus dem Jahr 1995.

Hass La Haine

Der Film basiert auf einem realen Ereignis im Jahr 1993. Während eines Verhörs auf einem Polizeirevier in einer der Banlieues, Vorstädte, wurde der 17-jährige Zairer namens Makomè M’Bowole von einem Polizisten getötet.

In den französischen Vorstädten herrschen Konflikte und Ausgrenzungen, man spricht vom Problemgebiet Banlieue. Seit drei Jahrzehnten stellen die benachteiligten Randgebiete der französischen Großstädte eine zentrale Herausforderung der französischen Innenpolitik dar. In den Banlieues prägen Arbeitslosigkeit, städtische Verwahrlosung und Gewalt den Alltag.
Es kam zu mehreren Ausschreitungen die ein erschreckendes Ausmaß erreicht hatten.
Die Debatte über die Lebensumstände in den Vorstädten begann mit den ersten offiziell registrierten Unruhen im Sommer 1981.

In diesen Großwohnsiedlungen die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, die eigentlich für neuen Aufschwung und einen besseren Lebensstil gedacht waren, spiegelte sich das Gegenteil wieder. Diese Wohnungen bezogen größtenteils Einwanderer aus den ehemaligen französischen Kolonien in Nordafrika.
Bereits in den 1970er Jahren führten Wirtschaftskrise und Deindustriealisierung zu einer sehr hohen Arbeitslosigkeit.

Allein durch infrastrukturelle Mängel, soziale Ausgrenzungen und politischer Vernachlässigung kommt es zu einer kollektiven Gewalt. Die Vorstädte gelten daher als sozialer Brennpunkt. Man spricht hier auch von einer gescheiterten Integration. So gibt es Berichte über Misshandlungen durch Angehörige der Ordnungskräfte, zudem das die Beamten ihre Opfer in rassistischer Weise beschimpft haben sollen.
Einige der Beamten wurden wegen Körperverletzung für schuldig befunden. Dies speziell in einem Fall indem ein Polizeibeamter sein Opfer Didier Laroche 1994 in Bordeaux mit Fausthieben und Fußtritten traktierte und mit einem Knüppel auf ihn einschlug. Der Polizist wurde zu einer Geld-und viermonatigen Bewährungsstrafe verurteilt.

Zurück zu Makomè M’Bowole. Der zairische Staatsbürger war 1993 unter dem Verdacht des Zigarettendiebstahls festgenommen und auf der Polizeistation von Grandes Carrières zusammen mit zwei anderen Personen vernommen worden. Die Staatsanwaltschaft wies die Polizei an den Jungen in die Obhut seiner Eltern zu geben, da dieser noch minderjährig war. Die Polizei jedoch folgte dieser Anweisung nicht, mit der Begründung, man habe die Eltern nicht ausfindig machen können.
Der für schuldig befundene Polizist hatte eingeräumt, seine Dienstwaffe auf Makomè M’Bowole gerichtet zu haben. Er wollte ihn damit einschüchtern. „Ich wollte ihm Angst einjagen.“
Der Polizist gab an, der Junge habe geschrien und er hätte ihn beleidigt. Der Schuss habe sich versehentlich gelöst als Makomè M’Bowole seine Hand zu fassen versuchte, so der Beamte.
Diese Aussage, beziehungsweise seine Version des Tathergangs, wurden allerdings durch gerichtsmedizinische Gutachten widerlegt. Der 17-jährige sei durch einen Schuss direkt an der Schläfe getötet worden. Dies bedeutet der Beamte hielt seine Waffe direkt an seinen Kopf.

Ein weiterer Vorfall ereignete sich 1986. Hier kam es zu Studentenprotesten, diese friedlich begonnen hatten. Das Blatt wendete sich und es entwickelte sich zu einer Wut gegen die Polizisten. Hunderte von Jugendlichen demonstrierten. So auch der französisch-algerische Student Malik Oussekine, der an den Massenprotesten teilgenommen hatte, diese sich gegen die Hochschulreformen richteten. Der 22-jährige Malik Oussekine wurde verhaftet und starb später im Gewahrsam der Polizei unter umstrittenen Umständen.
Der Film möchte auch an diese Geschichte erinnern und Regisseur Mathieu Kassovitz lässt seine eigenen Erfahrungen mit in den Film einfließen.