True Story

Verfolgt und gejagt – Die Nazijägerin – amerikanisch-französisches Drama aus dem Jahr 1986.

Die Nazijägerin

Der Film basiert auf der Geschichte von Beate Klarsfeld, einer deutsch-französischen Journalistin.

Beate Klarsfeld wurde 1939 in Berlin als Beate Auguste Künzel geboren. Sie und ihr französischer Mann Serge Klarsfeld wurden bekannt, als sie sich für die Aufklärung und Verfolgung von NS-Verbrechen engagierten. Mit detaillierten Dokumentationen wiesen sie auf zahlreiche lebende nationalsozialistische Täter hin. Darunter Kurt Lischka, Alois Brunner, Ernst Ehlers, Kurt Asche und Klaus Barbie. 1960 ging Beate Künzel nach Paris um dort als Au-pair Mädchen zu arbeiten. Dort wurde sie mit den Folgen des Holocaust konfrontiert. Drei Jahre darauf heiratete sie den Rechtsanwalt und Historiker Serge Klarsfeld. 1965 wurde Sohn Arno David und 1973 Tochter Lydia Myriam geboren.

1966 als Kurt Georg Kiesinger zum deutschen Bundeskanzler gewählt wurde, begann Beate Klarsfeld eine Kampagne mit verschiedenen öffentlichen Aktionen, um auf Kiesingers nationalistische Vergangenheit hinzuweisen.
Kiesinger war zur NS-Zeit Mitglied der NSDAP und stellvertretender Leiter der rundfunkpolitischen Abteilung. Hier war für die Verbindung zum Reichspropagandaministerium verantwortlich.
Beate Klarsfeld reiste nach Deutschland wo sie am 2. April 1968 im Bonner Bundestag von der Besuchertribüne rief; „Nazi, tritt zurück.“

Unterstützung um gegen Kiesinger vorzugehen fand sie sogar bei der SED und der Staatssicherheit der damaligen DDR. Dort hieß es beim SED-Zentralkomitee; „Frau Klarsfeld sei jede sachdienliche Hilfe zu gewähren.“
Während des CDU-Parteitags in Berlin am 7. November 1968 bestieg Beate Klarsfeld das Podium der Berliner Kongresshalle, ohrfeigte Kiesinger und rief; „Nazi, Nazi, Nazi !“
Daraufhin wurde sie zu einem Jahr Gefängnis verurteilt, musste die Strafe jedoch wegen ihrer französischen Staatsangehörigkeit nicht antreten. Ihre Aktionen führte sie dennoch fort und fuhr in Begleitung ihrer Schwiegermutter nach Brüssel wo Kiesinger einen Vortrag halten sollte.

Beate Klarsfeld hatte Vorträge vor Studenten gehalten und Flugblätter verteilt. Von der belgischen Polizei wurde sie aufgefordert das Land zu verlassen. In ihrer Abwesenheit wurde die abendliche Rede Kiesingers mehrfach von ca. 100 Studenten im Publikum gestört. 1969 musste Kiesinger die Kanzlerschaft an Willy Brandt abgeben.

1971 versuchte Beate Klarsfeld gemeinsam mit ihrem Mann, den für die Deportation von 76.000 Menschen aus Frankreich verantwortlichen Klaus Lischka aus Deutschland zu entführen und der Justiz in Paris auszuliefern, da eine frühere Verurteilung Lischkas weitere juristische Schritte blockierte. Daraufhin wurde sie 1974 zu zwei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, welche jedoch nach Protesten zur Bewährung ausgesetzt wurde. Der Kriegsverbrecher Lischka wurde erst 1980 verurteilt.

Beate Klarsfeld prangerte weitere NS-Kriegsverbrecher an. Sie reiste nach Chile und Paraguay, um auf die Suche nach den dort vermuteten Walter Rauff und Josef Mengele aufmerksam zu machen. Bereits Anfang der 1970er Jahre gelang es Beate und Serge Klarsfeld, nach einem Hinweis durch die Münchner Staatsanwaltschaft, Klaus Barbie in Bolivien aufzuspüren. Nach einem Regierungswechsel und der Rückkehr zu einer demokratischen Regierung unter Präsident Hernán Siles Zuazo nahm die bolivianische Polizei Barbie unter dem Vorwurf der Steuerhinterziehung am 19. Januar 1983 fest.

Zwei Wochen darauf wurde er nach Frankreich ausgeliefert und dort vor Gericht gestellt. 1987 begann der Prozess und erregte Aufmerksamkeit in aller Welt. Barbie wurde vorgeworfen für die Deportation von 842 Juden verantwortlich gewesen zu sein. Barbie wurde der Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Haft verurteilt. 1991 verstarb er in französischer Haft an Krebs.