True Story

Castaway – Die Insel – britisches Drama, Abenteuerfilm aus dem Jahr 1986.

Castaway - Die Insel

Der Film basiert auf dem autobiografischen Buch „Castaway“ aus dem Jahr 1983, das von Lucy Irvine geschrieben wurde. Das Buch entstand nachdem sie über ein Jahr mit Gerald Kingsland auf einer australischen tropischen Insel verbrachte. Diese Insel, mit Namen Tuin, liegt vor der Nordküste Australiens, zwischen Neuguinea und Australien.

Die Insel Tuin gehört zu den Torres-Strait-Inseln in der Torres Strait, einer Meerenge, zu der mindestens 274 kleine Inseln gehören.
Gerald W. Kingsland (1930-2000) war Journalist, Abenteurer und Schriftsteller. Im Jahr 1980 annoncierte er im Time Out Magazine.
In seiner Anzeige stand, dass er eine Frau sucht um mit ihm für ein Jahr das Leben auf einer einsamen Insel zu teilen. Gerald Kingsland war zu dieser Zeit bereits 49 Jahre alt. Auf seine Anzeige meldete sich die damals 24-jährige Lucy Irvine.
Lucy Irvine, geboren 1956, erlangte dadurch Bekanntheit als Abenteurerin und Schriftstellerin.

Bereits mit 12 Jahren verließ sie die Schule. Sie arbeitete als Putzfrau, Kellnerin, Model und an der Rezeption als Empfangsdame. Gerald Kingsland diente in der englischen Armee und kämpfte während des Korea-Krieges. Zurück in England wurde er ein erfolgreicher Journalist und Verleger. Unter anderem war er auch Winzer in Italien.

1980 folgte seine Anzeige in der Zeitung, worauf sich Lucy Irvine meldete. In seiner Anzeige stand das er eine Frau für ein „Experiment“ in völliger Abgeschiedenheit sucht. Mehrere Frauen hatten ihm geantwortet und er musste nun wählen.
Seine Entscheidung war gefallen. So landeten Lucy Irvine und Gerald Kingsland auf einer einsamen und unbewohnten Insel. Die Insel Tuin, einer kaum zwei Kilometer langen Tropeninsel. Beide kannten sich nicht, mussten sich arrangieren. Und dann war Kingsland doppelt so alt wie Lucy Irvine.

Sie war neugierig, wollte Erfahrungen sammeln, wie ergeht es ihr seelisch aber auch körperlich. Einfach testen wo ihre Grenzen liegen.
Die australischen Behörden hatten ihnen diese Insel zugewiesen, dies unter einer Bedingung, sie müssen heiraten, damit alles gesittet abläuft. Kingsland war bereits zweimal geschieden. Für Lucy Irvine war das Ganze etwas schwieriger, denn sie wollte nicht mit jemandem schlafen den sie nicht kennt, der sie nicht respektiert.
In Anbetracht der ehelichen Zwietracht wurden die Jungvermählten auf die Insel gebracht. Sie war eher ein organisierter Typ, während er verlauten ließ, er habe eine Vorliebe für Nickerchen. Der Kampf der Geschlechter nahm seinen Lauf und wurde zur Gewohnheit. Gemeinsam, vor allem nachts, ein Zelt zu teilen hat die Situation nicht leichter gemacht.

Es entwickelte sich eine Hassliebe und sie machte ihm deutlich, ihn nach diesem Abenteuer zu verlassen.
An Nahrung hatten sie alles was das Meer bietet, magere Rationen Reis, Bohnen und Tee. Das kostete sie einiges an Körpergewicht und Muskelkraft. Es kam auch zu einigen Verletzungen, wenn auch nur Schnittwunden. Eine schöne aber auch feindliche Umgebung, mit tückischer Flora und Fauna. Sie hofften einen kleinen Garten anlegen zu können, doch durch die Trockenheit scheiterte dieses Vorhaben. Eine zuverlässige Wasserversorgung gab es zudem auch nicht. Sie glaubten schon sie würden umkommen, aber dank der freundlichen Unterstützung der Einheimischen der Nachbarinsel Badu Island, bekamen sie Nahrung und Wasser. Im Gegenzug erwies sich Kingsland als Assistent bei der Reparatur des Außenbordmotors eines Bootes.

Aus Angst das Inselparadies aufgeben zu müssen, traf Lucy eine Entscheidung. „Ich war entschlossen für ein Jahr auf Tuin zu bleiben, auch wenn das bedeutet, das ich mit ihm schlafen muss. Es war der einzige Weg um ihn dort halten zu können.“
„Der Preis dafür war hoch. Ich wurde zu einem Ja-Mädchen, einem Nichts. Ich fühlte mich wie eine Prostituierte.“

Uns so verbrachten sie 13 Monate auf dieser Insel. Sie begann ihr erstes Buch, Castaway, zu schreiben. „Es ermöglichte mir, mich selbst zu finden, mich zu entdecken und hat mir Disziplin gelehrt. Noch einmal, Nein, das war eine einmalige Sache.“ Sie flog zurück nach England und verspürte Traurigkeit aber auch Erleichterung. Auch Kingsland schrieb ein Buch, The Islander.