True Story

Maria voll der Gnade – kolumbianisch-amerikanisches Drama aus dem Jahr 2004.

Maria voll der Gnade

„Maria voll der Gnade ist eine Geschichte aus tausend wahren Geschichten, eine Geschichte, die jeden Tag passiert.“

Der Film thematisiert den Drogenschmuggel per Bodypacking aus Kolumbien in die USA.
Die Hauptdarstellerin im Film Catalina Sandino Moreno sagt;
„Jeder kann zum Drogenkurier werden. Jeder hat einen Magen, jeder kann schlucken, also ist jeder ein potentieller Drogenkurier, doch dazu braucht man auch noch ein bestimmtes Bedürfnis. Man muss sich in einer extremen Situation befinden, um zum Drogenkurier zu werden. Dies passiert nicht nur den armen Menschen in Kolumbien. Es sind Menschen, die vielleicht ihren Job verloren haben. Sie wollen einen kleinen Schubs und sie wollen etwas Hilfe, um wieder in eine bessere Position zu kommen. Das kann jeden passieren. Der Film zeigt die Realität. Menschen können sterben oder einfach überleben und eine schreckliche Erfahrung in ihrem Leben machen.“

Regisseur Joshua Marston sprach in New York mit kolumbianischen Einwanderern und erfuhr die Geschichte eines Mädchens, das als „Maultier“ Drogen in die USA schmuggelte. Er recherchierte in Gefängnissen, sprach dort mit den Betroffenen und Angestellten der Drug Enforcement Agency sowie mit Angestellten am Flughafen in Los Angeles. Er führte Interviews mit Drogenschmugglern, sie vertrauten ihm und erzählten ihre Geschichten. Tausende Details sind gar nicht in den Film eingeflossen, Details die beweisen, dass Fakten oft viel interessanter sind als Fiktionen.

Zum Beispiel die Geschichte von den Leichen, die kaum zwei Meilen vom Kennedy-Airport am Straßenrand aufgefunden wurden, die Bäuche aufgeschlitzt, die Eingeweide herausgerissen. Oder die Geschichte von dem Mann, der, nachdem er die Drogenkapseln abgeliefert hatte, in so kleinen Scheinen ausbezahlt wurde, dass er die Banknoten verschlucken musste, um sie zurück nach Kolumbien zu bringen.
Die US-Zollbehörde hat ein Problem. Ihr wird vorgeworfen, dass dem Profiling, dem Muster das vorgibt welche Reisenden kontrolliert werden, rassistische Kriterien zugrunde liegen. Wenn sie dies jedoch nicht täten, würden allzu viele Drogenschmuggler durchkommen.

Wenn es um Drogen geht, herrscht in den Medien oft eine Form von Propaganda, Drogenschmuggler sind Kriminelle und gehören daher ins Gefängnis. In Kolumbien hängen überall Plakate, worauf steht; „Sei kein Maultier.“ Ein Maultier ist ein Tier, die Schmuggler werden also gewissermaßen entmenschlicht und kriminalisiert.
Das kommt Politikern zupass, denen das Image, hart gegen Drogen vorzugehen, nützt. Wenn es nach der Politik geht, müsse man immer mehr Leute einsperren, immer neue Gefängnisse bauen, immer neue Hubschrauber nach Kolumbien liefern, um dort noch mehr Leute festzunehmen. Der Film beschäftigt sich auch mit Immigration und der politischen Situation in Kolumbien.

Kuriere schmuggeln die Drogen per Bodypacking, dabei werden die Drogen verschluckt, oder mittels Bodypushing, wobei gewisse Behälter in Körperöffnungen, vor allem dem Ausscheidungstrakt und in die Vagina eingebracht werden. Die Drogen werden dabei in speichel-und magensäureresistente Beutel, häufig auch in Kondomen verpackt. Nach dem Verpacken und dem Schlucken der Drogen müssen die Kuriere ein verdauungshemmendes Medikament einnehmen. Es besteht ein hohes Risiko für das Leben des Kuriers wenn eines der Päckchen platzt. Besteht ein Verdacht seitens der Behörden, kann man mittels Röntgenaufnahmen und durch Sonografie die Bodypacks im Körper aufspüren. Hat sich dieser Verdacht bestätigt, kommt es oft zu einem umstrittenem Einsatz von Brechmitteln bei dem ein hohes Risiko besteht, da dies tödlich sein kann. Möglich ist auch eine Kontrolle der Ausscheidung.