True Story

Engel des Bösen – Die Geschichte eines Staatsfeindes – italienisch-französisch-rumänisches Drama, Thriller, Biografie aus dem Jahr 2010.

Engel des bösen

Der Film beruht auf der Lebensgeschichte des italienischen Schwerverbrechers Renato Vallanzasca.

Renato Vallanzasca, geboren 1950, war in den 1970er Jahren Gangster und galt als mächtige Figur der Mailänder Unterwelt.
Zu seinen kriminellen Aktivitäten zählten Raubüberfälle, Entführungen und Morde.
Viele Jahre war er auf der Flucht, bis es gelang ihn zu stellen und zu verurteilen. Man verurteilte ihn zu viermal lebenslänglicher Haft und zusätzlich einer Freiheitsstrafe von 260 Jahren. Ihm wurde die Genehmigung erteilt, tagsüber das Gefängnis zu verlassen um einer regulären Arbeit nachzugehen.
Seine kriminelle Laufbahn beginnt schon in der Kindheit, als er im Alter von 10 Jahren mit der Justiz in Berührung kommt. Er hatte versucht im nahe liegenden gastierenden Zirkus einen Tiger aus dem Käfig zu befreien. Daraufhin bringt ihn die Polizei in die Jugendhaftanstalt Cesare Beccaria. Wieder auf freiem Fuß, zieht er zu seiner Tante im Südosten Mailands.

Hier gründet er seine erste Bande, deren Mitglieder aus Minderjährigen besteht. Ihre Straftaten sind kleinere Ladendiebstähle. Hier gelingt es Vallanzasca sich einen Namen zu machen und sich in der Mailänder Unterwelt zu etablieren.
Seine Bande, Banda della Comasina, die er anführt, entwickelt sich in kurzer Zeit zu einer der stärksten und grausamsten Verbrecherbanden in Mailand.
Vallanzasca gelangt durch Raub und Diebstahl zu immensen Reichtum, was sich auch in seinem Lebensstil widerspiegelt, schöne Frauen, Luxusautos und Designerkleidung.
1972 kommt es wegen Raubes in einem Supermarkt zu einer Festnahme. Als man ihn verhaftet und seine Wohnung durchsucht, sagte er dem Leiter des Einsatzkommandos, während Vallanzasca die Rolex vom Handgelenk abzog; „Wenn du es schaffst, mir etwas zu beweisen, gehört sie dir.“

Allerdings fand die Polizei in seinem Papierkorb Hinweise auf die Räuber und deren Beute. Daraufhin wurde Vallanzasca zu einer Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt. Hier im Gefängnis ist er an Schlägereien und Revolten beteiligt und hat nur einen Gedanken, hier auszubrechen. Zu dieser Zeit herrschte viel Unruhe in italienischen Gefängnissen. Nach einigen misslungenen Fluchtversuchen, gelingt es ihm 1976 zu fliehen. Dies gelang nur weil er in ein Krankenhaus verlegt wurde, da er sich Urin ins Blut gespritzt, faule Eier gegessen und Propangas inhaliert hatte.
Wieder auf freiem Fuß, schart er seine Gang um sich, die nun Angst und Schrecken verbreiten. Es kommt zu 70 Raubüberfällen, Menschen werden getötet, darunter vier Polizisten, ein Arzt, ein Bankangestellter und ein Passant.

Nach den kaltblütigen Morden beschließt die Bande ein weniger risikoreiches Geschäft zu tätigen, Entführungen, bei dem sich sehr viel Geld verdienen lässt. Zu den Entführungsopfern gehört auch Emanuela Trapani, Tochter eines Unternehmers, die sechs Wochen in ihrer Gewalt ist. Nach Zahlung des Lösegelds kam sie frei.
1977 ermordete Vallanzasca zwei Polizisten. Es kam zur erneuten Festnahme. Im Gefängnis freundet er sich mit seinem ehemaligen Feind und Boss der Mailänder Unterwelt Francis Turatello an. Turatello wird 1981 in der Haftanstalt Badu’e Carros auf grausame Weise umgebracht.

1980 unternimmt Vallanzasca einen Fluchtversuch aus dem Gefängnis San Vittore, was in einer Schießerei endet und er verletzt wird. Es folgt eine Verlegung in ein Hochsicherheitsgefängnis. Hier zettelt er eine Revolte an bei dem andere Bandenmitglieder getötet werden. Er soll einen 20-Jährigen erstochen und enthauptet haben.
1987 bei einer erneuten Verlegung gelingt ihm die Flucht. Wieder im Gefängnis unternimmt er 1995 einen Ausbruchsversuch. Seit 2010 hat er die Erlaubnis tagsüber außerhalb der Haftanstalt einer regulären Arbeit nachzugehen. Auf sein Konto gehen 70 Raubüberfälle, Entführungen und sieben Morde.