True Story

The Act of Killing – dänisch-norwegisch-britische Dokumentation aus dem Jahr 2012.

The Act of Killing

Die Dokumentation thematisiert den Massenmord an etwa einer halben Million Menschen in Indonesien. Der Film zeigt die Opfer- und Täterrollen und spielt diese nach.

Mitglieder und Sympathisanten der Kommunistischen Partei Indonesiens, sowie chinesischstämmige Bürger wurden durch Teile der indonesischen Armee ermordet. In den Jahren 1965 bis 1966 fielen nach Schätzungen bis zu einer halben Million Menschen diesem Massaker zum Opfer. Auslöser dieses Massakers war der gescheiterte Militärputsch im Jahr 1965. Die indonesische Regierung machte die Kommunistische Partei dafür verantwortlich, ohne dies offiziell untersucht zu haben. Nach heutigen Erkenntnissen war dies wahrscheinlich eine bewusste Falschdarstellung.

Es gab weder staatliche Untersuchungen noch eine strafrechtliche Aufarbeitung der Vorgänge dieses Massakers. Im Gegenteil, die Täter werden noch heute offiziell als Volkshelden gefeiert. Dagegen formiert sich jedoch auch Widerstand.
Historiker sprechen von 500.000 Opfern, womöglich sind es deutlich mehr. Über die Verbrechen wurde in den folgenden Jahren in Indonesien kaum gesprochen.
Die genauen Hintergründe des Putschversuches, die Umstände des Massakers, sowie die Rolle der Gewaltakteure sind bis heute kaum erforscht.

Am 30. September 1965 trat der Oberstleutnant der Präsidentengarde namens Untung Syamsuri als Führer der „Bewegung 30. September“ hervor. Dieser ordnete die Ermordung von sechs Armeegenerälen an und verkündete einen Revolutionsrat bilden zu wollen. Da dieser Putschversuch eher dilettantisch vorbereitet wurde, konnte dieser wenige Tage darauf von der Armee niedergeschlagen werden. Daraufhin begann man mit den landesweiten Säuberungen.

Das Militär ist bis heute nicht daran interessiert, dieses Massaker aufzuarbeiten und sich seiner Vergangenheit zu stellen. Seit einigen Jahren sind vor allem zivilgesellschaftliche Initiativen damit beschäftigt das Geschehene aufzuarbeiten. Dies sind Forschungsarbeiten, dem Ausheben von Massengräbern, Recherchen und Seminare.
Manchmal führte das Militär die Hinrichtungen selbst aus, einige Male musste es eingreifen um Schlimmeres zu verhindern. Teilweise umstellten das Militär und deren Hilfstruppen ganze Dörfer und richteten die Kommunisten und deren oftmals nur vermeintliche Sympathisanten mit Macheten hin. Andere wurden gefangen genommen und gefoltert. Leichen wurden in Massengräbern verscharrt, in Höhlen abgelegt oder einfach in die Flüsse geworfen.

Das Militär war verunsichert und hatte einen Gegenschlag der Kommunistischen Partei Indonesiens befürchtet. Die Täter, die Massenmörder, prahlen mit ihren Taten. Sie haben keinerlei Hemmungen von ihren Taten zu erzählen. Ihre Taten werden nicht bestraft und sie wissen das man sie unvermindert feiert. Einer der Täter, Anwar Congo, gesteht Albträume zu haben. Er weiß, dass er falsch gehandelt hat, versucht aber es sich nicht einzugestehen. Viele der Massenmörder sind stolz auf ihre Taten. Es gibt nicht einmal Denkmäler die an die Opfer erinnern. Das damalige Vorgehen sei gerechtfertigt gewesen, um die Einheit des Landes zu wahren. Die indonesische Menschenrechtskommission Komnas HAM schildert die Ereignisse, dass 1965 und 1966 Menschenrechte verletzt wurden, Mord, Folter, Vergewaltigungen und Verschleppungen. Die Generalstaatsanwaltschaft argumentierte dies das die Beweislage zu dünn für ein Verfahren sei.

Das der Putsch niedergeschlagen und die Kommunistische Partei ausgeschaltet wurde, hatten die USA und Großbritannien begrüßt. Selbst das Ausmaß des Massakers war ihnen schon damals allgemein bekannt.
Die Opfer kämpfen bis heute für Aufklärung, Entschädigung und Rehabilitierung. Bis heute werden sie diskriminiert.