True Story

Im Namen des Vaters – irisch-britisch-amerikanisches Drama, Biografie aus dem Jahr 1993.

Im Namen des Vaters

Der Film basiert auf der wahren Geschichte der sogenannten Guildford Four, vier Personen die man 1975 unschuldig als Terroristen verurteilt hatte. Darunter die drei Nordiren Patrick „Paddy“ Armstrong, Gerard „Gerry“ Conlon und Paul Michael Hill, sowie die Engländerin Carole Richardson.

Gerry Conlon (1954-2014), wurde nicht nur zu Unrecht verurteilt, er saß 14 Jahre unschuldig im Gefängnis. Man hatte ihm und seiner Freunde vorgeworfen, Mitglieder der IRA zu sein und für einige Bombenanschläge verantwortlich zu sein.
Diese Bombenanschläge auf zwei Pubs in Guildford, England, mit den Namen „Seven Stars“ und „Horse and Groom“ wurden am 5. Oktober 1974 von der Provisional IRA, Provisorische irisch-republikanische Armee, die aus der Spaltung der IRA 1965 hervorgegangen war, verübt. Dabei wurden fünf Menschen getötet und weitere 65 teils schwer verletzt.

Ein weiterer Bombenanschlag erfolgte in einem Pub in Woolwich, im Südosten Londons. Bei diesem Anschlag am 7. November 1974 starben zwei Menschen.
Man machte die vier, die als Guildford Four bekannt wurden, dafür verantwortlich obwohl sie nichts damit zu tun hatten.
Ein Justizskandal, eines der schwerwiegendsten Fehlurteile der britischen Geschichte.

Gerry Conlon wurde am 1. März 1954 in Belfast geboren. Aufgewachsen in einer armen dennoch verbundenen Gemeinschaft. Er selbst beschrieb seine Kindheit als glücklich. Sein Vater Giuseppe Conlon arbeitete in einer Fabrik und seine Mutter war Putzfrau in einem Krankenhaus. Als Gerry 20 Jahre alt war ging er nach England, um dort nach einer Arbeit zu suchen und der alltäglichen Gewalt in den Straßen von Belfast zu entkommen. Dort lebte er mit einer Gruppe von Hausbesetzern in London. Nachdem es zu den besagten Bombenanschlägen gekommen war, wurden Gerry Conlon, Paul Hill, Paddy Armstrong und die Engländerin Carole Richardson festgenommen und angeklagt. Die vier Unschuldigen wurden zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Richter betonte dabei; „Wenn das Hängen noch immer eine Option gewesen wäre, dann hätte man sie hingerichtet.“

Die vier wurden von der Polizei massiv unter Druck gesetzt, dabei kam es zu Folterungen und Drohungen gegen Familienmitglieder, woraufhin alle vier die Tat gestanden. Somit waren dies erzwungene Geständnisse.
Noch im selben Jahr wurden Verwandte von Gerry verhaftet, bekannt unter dem Namen Maguire Seven, das heißt sieben weitere Personen wurden beschuldigt die Bombenanschläge unterstützt zu haben. Darunter sein Vater, der von Belfast nach England gereist war um seinen Sohn beizustehen, seine Tante Anne Maguire, deren Mann Patrick, die beiden Söhne Patrick und Vincent, ihr Bruder Sean Smyth und ein Bekannter der Familie Patrick O’Neill.

Die Polizei hatte Untersuchungen angeordnet, in denen fälschlicherweise behauptet wurde, das man an den Händen jedes Angeklagten Spuren von Nitroglyzerin gefunden hätte. Man beharrte darauf hier die Schuldigen verurteilt zu haben, obwohl es nie irgendwelche Beweise gegeben hatte etwas mit den Anschlägen zu tun zu haben. Auch eine Verbindung zur Provisional IRA konnte nicht bewiesen werden, da es auch keine gegeben hat.
Gerrys Vater, damals 52 Jahre alt, wurde zu 12 Jahren Haft verurteilt. Er starb 1980 im Gefängnis aufgrund von Lungenproblemen.

1977 kam es zu einem Prozess bei dem es um einen Terroranschlag der IRA ging. Hierbei betonten die Anwälte der IRA, dass die Guildford Four völlig zu Unrecht im Gefängnis sitzen und das die IRA für die Bombenanschläge verantwortlich sei. Dies schien die Justiz nicht zu interessieren, die Guildford Four blieben für 12 weitere Jahre in Haft.

1989 wurde der Fall Guildford Four neu untersucht. Es stellte sich heraus das die Polizei manipuliert, Details die zu einer Entlassung geführt hätten, verschwiegen hatte. Die Alibis der Angeklagten wurden verschwiegen. Ein Zeuge namens Charles Burke, der das Alibi von Gerry hätte betätigen können wurde nie erwähnt. Somit wurde das Urteil am 19. Oktober 1989 aufgehoben und alle aus der Haft entlassen. Gerry Conlon musste sich nach seiner Entlassung in psychiatrische Behandlung begeben. Am 21. Juni 2014 starb er an den Folgen einer Krebserkrankung.